Pennsylvania

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen wir Abschied von New York. Gerne hätten wir noch so viel von dieser Stadt gesehen, die so viel zu bieten hat, aber wir freuten uns auch auf die Natur und etwas ruhigere Tage.
Zu Beginn unserer Fahrt sollte es jedoch noch einmal richtig hektisch werden. An New Jerseys Küste wollten wir fahren, das Meer schnuppern…Unser Navi, der treue Begleiter zeigte uns genau an, wohin wir fahren sollten. Die sechsspurige Autobahn verlangte volle Konzentration und zwischendurch kamen wir an Mauststationen. Lange Rede, kurzer Sinn: Dreimal verfuhren wir uns nach der Mautstelle und mussten immer wieder zurückfahren und wieder Maut bezahlen…. Zum Schluss hatten wir genug von dem Spiel, gaben ein anderes Ziel im Navi ein und verließen den schwierigen Knotenpunkt in Richtung Pennsylvania. In Elizabeth kauften wir ein und fuhren weiter nach King of Prussia, wo wir uns vom Turnpike-Stress erholten.

Am nächsten Tag fanden wir einen schönen Platz, auf dem wir die Vorteile des Passports America genießen konnten. Während auf dem Platz die letzten Vorbereitungen für das bevorstehende Fest (Halloween) getroffen wurden, saßen wir am Computer und aktualisierten unseren Reiseblog. Der Platz war am Wochenende ausgebucht und war überall herrlich gruselig geschmückt. 😉

Da wir über den Staat Pennsylvania nicht viel wussten, suchte ich im Internet Informationen und stieß auf  den Begriff: „Pennsylvania Deutsch“. https://hiwwewiedriwwe.wordpress.com/ In einem kleinen Film wird erklärt, wie die Sprache Pennsylvania Deitsch gepflegt wird. Und wir waren genau dort gelandet, wo besonders viele Menschen leben, die diese Sprache sprechen, im Amishfarmland, Lancaster County, PA. Die „Amish“ sind eine Glaubensgemeinschaft, die sich von den Mennoniten abgespaltet haben. Ihre Vorfahren wanderten nach Pennsylvania aus, um ihr von der Außenwelt abgeschiedenes Leben frei leben zu können. Ihre Häuser sind nicht an das Elektrizitätsnetz angebunden, was wir bei unserer Fahrt durch das Amishfarmland gut erkennen konnten. Sie lehnen den Fortschritt ab und besitzen keine Autos. Wie uns eine Restaurantbesitzerin erzählte, lassen sie sich jedoch durch einen „Fahrdienst“ überall hinfahren, kehren auch bei ihr ein und besitzen Handys, die sie schnell in der Tasche verschwinden lassen. 😉 Auf jeden Fortschritt zu verzichten ist sicher für jüngere Amish nicht leicht.

Die Amish leben auf Farmen, Pferde werden für die Arbeit eingesetzt. Wir konnten die Heuwende mit Pferdegespann und Heuwender beobachten. Es wirkte so, als ob wir in einer anderen Zeit gelandet sind. Überall sahen wir Wäsche im Wind flattern. Einige Frauen mit ihren Häubchen, langen Röcken und Schürzen konnten wir bei der Gartenarbeit sehen. Männer, die einen Vollbart ohne Schnurrbart und einen Strohhut tragen, sahen wir nur wenige.
Es waren jedoch viele Pferdewagen unterwegs, meistens saßen Frauen darin.
Die Restaurantbesitzerin erzählte noch, dass die Amish unter sich bleiben, sie jedoch mit einigen wenigen in ihrem Lokal Kontakt hat.

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