Archiv der Kategorie: Nelson/Tasman

Die Fahrt zur Westküste

Nach dem wunderbaren Tag im Abel Tasman NP fuhren wir auf dem Old Highway 61 durch das Motueka Valley. Es war eine schöne Fahrt mit wenig Verkehr, so dass Werner nicht allzu schnell fahren musste, da ihm kein LKW im Nacken saß. Wir blickten auf Schneeberge und grüne Hügel, ein herrliches Bild! ⛰🏔Auf einigen Hügeln sahen wir eine gelbe Pracht, aber Achtung❗️Hier hat sich der Stechginster mit rasender Geschwindigkeit verbreitet, und verdrängte die einheimische Flora. Es gibt große Bemühungen im ganzen Land diese und andere eingeführte Pflanzen zurückzudrängen, damit die einheimischen Gewächse sich wieder entfalten können. Eine mühevolle Arbeit!💪

Am Lake Rotoroa, im Nelson Lakes National Park machten wir halt. Wir hatten einen wunderschönen Blick auf den See und freuten uns auf ein Picknick im Grünen. 🏞Aber nein! Die Sandflies ließen uns keine Ruhe. Sobald wir stehen blieben, gingen sie ans Werk und stachen zu. 😬Also picknickten wir gemütlich im Wohnmobil und wanderten danach durch einen traumhaften Märchenwald mit vielen Farnen am Boden. 🌴🌿Gern hätten wir hier übernachtet, aber die Sandflies hielten uns davon ab.

Als nächstes kamen wir zum 500-Seelen-Dorf Murchison, einer alten Goldgräbersiedlung. ⚒1929 wurde der Ort durch ein Erdbeben zerstört und 1968 folgte ein weiteres. An vielen Stellen ist die Vier-Meter-Verwerfung noch zu sehen. Wir suchten vergebens danach. 🧐Die Maruia Falls, die vor dem Erdbeben nur 1m hoch lagen, stürzen nun ca. 10 m in die Tiefe. Hier wurden wir fündig und schauten uns an, welche Kräfte hier 1929 gewirkt haben. Welch’ ein Glück, dass wir hier sogar übernachten durften! 😁Eigentlich war es ein geräumiger Parkplatz, aber was stand denn dort? Zwei LKWs hatten je ein halbes Haus geladen, das an einem Ort abgebaut wurde und nun woanders wieder hingestellt werden sollte. Dass diese Fracht in der Nacht 🌗transportiert wird, konnten wir gut verstehen. Im Halbschlaf hörten wir die Abfahrt, die nicht ganz leise von statten ging. 🚛🚛🏠

Unsere Fahrt führte uns weiter immer am Buller River entlang, der sich im Laufe von Millionen Jahren einen Weg durch die Berge gegraben hat. Ein bisschen wurden wir an den Canyon der südfranzösischen Ardèche erinnert, wo wir mit meinem Bruder Markus und Maria schon schöne Stunden verbracht haben. 😇

Kurz hinter Murchison stießen wir auf die längste Fußgänger-Hängebrücke des Landes, die Buller Gorge Swingbridge – ganze 110m lang. Eine Herausforderung für Menschen, die nicht schwindelfrei sind! 🙃Kurz gesagt, es kostete mich einige Überwindung über diese Brücke zu gehen und ich war heilfroh, als ich auf der anderen Seite der Schlucht angekommen war. 😌Ein kleiner Nervenkitzel für 10$ pro Person, denn die Brücke ist in Privatbesitz!

Nun galt es die Insel zu erkunden, die uns mehrere Wanderwege bot. Hier konnten wir die durch das Erdbeben entstandene Erdanhebung deutlich sehen. So lag ein Teil des Bodens 4,5m höher als der Rest. 🤔Auch am Fluss war es an einer Stelle deutlich zu sehen, total interessant! Ein anderer Gang, der Bushwalk führte uns bergauf und wir sahen lauter schwarz gewordene Farne. Spannend war der track durch die Goldgräberzeit. Alte Geräte, verrostete Autos, ein Ofen und ein Cottage erinnern an diese Zeit. 😊

Da wir beide nicht bei hoher Geschwindigkeit mit dem Sessellift den Rückweg antreten wollten, blieb uns nichts Anderes übrig, als noch einmal über die Brücke zu gehen. Für Werner war es ein Vergnügen – für mich schon etwas leichter als vorher. 👍

Die Fahrt ging nun mit vielen Kurven weiter durch die Schlucht, teilweise sehr eng und einspurig. Hoffentlich kommt kein Gegenverkehr!!, war unser Gedanke. Der Fluss windet sich im Tal und wir konnten an vielen Stellen anhalten. 📷In Lyell picknickten wir 🥪und wanderten noch ein Stück in den Wald hinein. 🌲🌳🌴Als der Regen einsetzte, fuhren wir durch bis Westport, kauften ein und arbeiteten an unserem Blog.🤗

Vom Waikoropupu zur Tasman Sea

Nachdem wir das Cape Farewell bei stürmischem Wetter verlassen hatten, fuhren wir zurück in Richtung Takaka. Auf dem Weg hielten wir bei den „Te Waikoropupu Springs“ an, einer großen Frischwasserquelle. Hier sprudeln riesige Wassermengen aus der Erde heraus. „The World´s Largest Freshwater Spring“ lesen wir auf den Infotafeln. Mehr als 2 Milliarden Liter Wasser sprudeln hier täglich aus der Erde. 💧Das Phänomen der Quelle ist äußerst interessant, lässt sich aber nicht mit wenigen Worten erklären. Hohe Niederschläge in den Takaka Hills und poröser Kalkstein über einer Schicht aus Marmor spielen dabei eine große Rolle. 🤔
Wir hatten großes Glück, denn die Sonne warf ihre Strahlen auf das Wasser und ließ die Quellen in einem wunderschönen Blau leuchten. Das für die Maori heilige Wasser – wahi tapu – darf nicht berührt werden. Werner war völlig beeindruckt von der Stille und der Kraft dieses Ortes. Mich lud er zum Träumen ein. ☺️

Wie der Zufall es wollte, landeten wir an diesem Abend auf dem Freedom Platz „Pupu Springs Private Power Station“ und hatten den Platz in der Natur ganz alleine für uns. Wir genossen die Ruhe und ließen den spannenden Tag Revue passieren. 🌙

Bei der Wahl unseres Übernachtungsplatzes wussten wir nicht, dass uns am nächsten Morgen eine solch interessante Wanderung erwartete: Der Pupu Hydro Walkway ist in drei Etappen unterteilt. Zuerst kam die Kletterpartie auf den Hügel , danach die lehrreiche Etappe und zum Schluss ein langer Weg, der nicht mehr so aufregend war. 😉Oben auf dem Hügel wird ein Teil des Flusses Waikoropupu in ein Kanalsystem mit einem geringen Gefälle abgeleitet. An einer bestimmten Stelle wird das Wasser durch ein Rohr ins Tal geleitet und treibt dort mit voller Kraft die Turbine an. ⚙️Diese historische Anlage wurde auf Jim Bairds Initiative hin restauriert ⛏und ist voll in Betrieb. Wir fanden es beeindruckend. 😊

Auf dem letzten Teil der Wanderung lief uns ein Weka über den Weg, ein endemischer Vogel, der oft mit dem Kiwi verwechselt wird, aber einen viel kürzeren Schnabel hat. Viele verschieden Farne 🌿wachsen in dieser Gegend und unglaublich viele Fallen waren hier aufgestellt. 😳Darüber berichte ich später. 
Nach dieser spannenden Wanderung fuhren wir nach Takaka und aßen in einem hippen Lokal eine sehr leckere Fish-Chowder und tranken einen Cappuccino. 🍜🍮Werner: „Das war die beste Fischsuppe, die ich jemals gegessen habe.“ Nun lagen die Takaka-Hills wieder vor uns und mussten bewältigt werden, was diesmal ohne Probleme gelang. 😇Werner sagte heute (12.12.) übrigens, dass er diese Straßen vermissen wird. Tja, des einen Leid ist des andern Freud´. 😉
Die Sicht war sensationell – blaues Wasser, Berge….⛰☀️

Zwei Nationalparks liegen im Norden der Südinsel: Kahurangi National Park (der 2.größte NP Neuseelands) und Abel Tasman National Park. 🏞 Wir entschieden uns dafür den kleineren an der Tasman Bay liegenden NP zu erkunden, zumindest einen Teil davon. Der Tipp, den uns „unser“ Iwanowski (Reiseführer) gab, war goldrichtig. Der beste Startpunkt für Wanderungen ist der kleine Ort Marahau. 😊 Das passte alles wunderbar, denn in Motueka, wo wir nun zum zweiten Mal übernachteten, mussten wir ja um 7 Uhr den Platz verlassen.
So waren wir rechtzeitig auf den Beinen, um eine längere Wanderung zu unternehmen.⏰ In Marahau angekommen sahen wir Kayaks, die gerade in das türkisblaue Wasser gelassen wurden. Der Sand schimmerte goldgelb, ein Traum! 🚣‍♀️🚣‍♂️

Schnell buchten wir ein Wassertaxi bis Anchorage Hut, packten unsere Rucksäcke und fuhren um 10.30 Uhr mit dem Schiff los. Lustig war der Anfang unserer Schifffahrt, denn das Wassertaxi lag auf einem Trailer und wurde mit dem Traktor zum Meer gefahren. 🚜🚤Der Fahrer hatte Spaß auf dem Meer, er drehte richtig auf, fuhr Kurven und brachte das Boot in Schräglage, damit seine 12 Fahrgäste auch auf ihre Kosten kommen. Eine spannende Fahrt! 😎 Ein Halt bei den Tölpen und bei den Seehunden und schon war die Fahrt zu Ende. Die Zeit verging wie im Flug.

Nun hatten wir eine herrliche Wanderung bei strahlendem Sonnenschein vor uns. 👟👟Der Weg ging natürlich mal wieder bergauf, aber der Blick auf das Meer entschädigte uns für die Mühen. Die Sicht war so gut, dass wir sogar die Bryant Range auf der gegenüber liegenden Seite der Tasman Bay sehen konnten.⛰⛰ Es gab viele kleine Buchten, die zu einer Pause einluden. Wir stiegen zu Akersten Bay hinab und gönnten uns eine längere Pause. Es war wie Urlaub! 🏖Werner hatte das Glück, einen Tauhou (Silvereye) fotografieren zu können. Dieser Vogel lebt überall in Neuseeland, aber wir sind ihm nur zweimal begegnet. Auf der nächsten Etappe gingen wir schmale Wege durch einen „Urwald“ und sahen unterschiedliche Farne und viele Wasserfälle, einfach schön! Immer wieder trafen wir junge Leute auf dem Weg. 🚶‍♂️🚶‍♀️

Nach diesem wunderbaren Tag übernachteten wir wieder in Motueka, denn am nächsten Tag wollten wir zum Nelson Lakes National Park fahren. 🤗

Die ersten Tage auf der Südinsel

„Wart ihr schon auf der Südinsel? Dort ist es noch viel schöner.“ Diese Sätze hörten wir immer wieder. Unsere Cousine Katja schrieb: „Es ist doch noch viel zu kalt auf der Südinsel.“

Alle hatten Recht, es war kalt und regnerisch (Novemberwetter 😉), aber auch aufregend schön. Ein paar sonnige Tage waren uns vergönnt, viel Regen und etwas Schnee. ☀️🌧☁️❄️
Die Fahrt mit der Fähre dauerte gut drei Stunden, erst der Blick zurück auf die Hauptstadt, dann das offene unruhige Meer und zum Schluss die traumhafte Fahrt im Fjord. 😊Einfach schön, aber kalt! Die letzte halbe Stunde verbrachten wir lieber drinnen und wärmten uns mit  zwei Portionen Pommes Frites auf. 🍟

Nach einem kleinen Einkauf in Picton fuhren wir den wunderschönen Queen Charlotte Scenic drive (Narrow winding Road). Die Fahrt bei bestem Licht (Abendsonne) war ein Traum, aber ich konnte die kurvige Fahrt nach der Schifffahrt nicht so recht genießen… 😳Wenn wir in acht Tagen das Land verlassen (am 19.12.) werde ich vieles vermissen, die kurvenreichen Strecken jedoch nicht…😉

Die Suche nach einem Stellplatz gestaltete sich etwas schwierig an diesem Abend, da es schon spät war, aber wir wurden fündig.🚍

Der erste Tag begrüßte uns mit Regen und so wanderten wir bei nasskaltem Wetter durch Havelock, beobachteten schwarze Schwäne und aßen leckere „green mussels“. Die grünen Muscheln werden hier in Muschelfarmen gezüchtet und vermarktet. Für Touristen gibt es Besichtigungs- und Verkostungsfahrten, allerdings nicht bei diesem Wetter. 🌨

Weiter ging es nach Nelson, wo wir unseren DOC-Pass bei der Post abholten und bei Sonnenschein einen kleinen Rundgang durch die Stadt machten.

Wir schauten uns die moderne Christ Church Cathedral mit dem 35 hohen durchbrochenen Westturm an, kauften Lebensmittel ein und fuhren weiter nach Motueka, wo wir mitten in der kleinen Stadt neben einem kleinen Park übernachteten. Hier tobte das Leben, viele junge Leute aus Deutschland, Frankreich, Neuseeland und ? übernachteten hier. Einige machten die Nacht zum Tag 💽 und schafften es trotzdem um 7 Uhr am Morgen den Platz für die Bewohner der Stadt zu räumen.  👍
KLOPF, KLOPF, KLOPF! Wir waren nicht ganz so schnell und wurden daran erinnert, wegzufahren. 😇Also fuhren wir zum Strand und frühstückten dort, herrlich! Wir gingen den „Inlet-Walkway“, der rund um einen Flachwasserbereich führte, der mit dem Meer verbunden war, ein ausgiebiger Spaziergang! 👟👟Viele Herons, auch den „White faced Heron“ konnten wir hier beobachten und fotografieren. 🐦🐦

Cape Farewell war unser nächstes Ziel und wieder einmal wurden wir von einer kurvenreichen Fahrt diesmal über die Takaka-Hills überrascht. Haltebuchten gab es nur  wenige, so dass Werner hier wieder sehr konzentriert fahren musste. Spitze Felsbrocken schauten aus dem grünen Gras heraus, das sah interessant aus. Auf unserem Freedom-Platz am Fluss angekommen sahen wir lauter große Pfützen, in denen wir uns nicht festfahren wollten.  Gut, dass wir noch einen kleinen sicheren Platz fanden! Bisher hatten wir dabei immer Glück. 😌Hier beobachteten wir wieder den Tui, der sich den Nektar aus den Blüten holte, einfach schön! 🐦

Am nächsten Morgen regnete es in Strömen, so dass wir nach dem Frühstück direkt abfuhren, bevor der Boden ganz aufweichte. Zuerst fuhren wir eine moderate Strecke bis Collingwood, das Ende der Zivilisation im Norden.😉 In dieser alten Goldgräbersiedlung stehen einige historische Häuser, die wir uns bei einem Rundgang anschauten. Es regnete und stürmte – das ideale Wetter, um den Reisebericht zu schreiben – aber wir entschieden uns für die Weiterfahrt zum Cape Farewell. 🌊🌬🌨Dort angekommen wanderten wir, geschützt durch unsere Regenkleidung bei Regen und Sturm zu der Stelle, von der aus wir einen Blick auf das Cape werfen konnten. Die Schafe ließen sich von dem Wetter scheinbar nicht stören. Da waren die Pferde schon empfindlicher. 🐑🐑🐎

Begeistert schauten wir uns das Cape Farewell an – das Wetter kennen wir ja allzu gut von der Nordsee. Danach tranken wir im Wohnmobil erst einmal einen heißen Tee. ☕️