Archiv der Kategorie: Neuseeland

Zwischen Taupo und Rotorua

Am nächsten Morgen fuhren wir noch einmal zum Lake Taupo, dem größten neuseeländischen See – 40km lang, 26 km breit und 120 m tief. Er ist wie der Lake Rotorua und andere Seen in der Umgebung eine riesige Caldera. Kaum vorstellbar, welche Kräfte hier vor langer Zeit die Landschaft geformt haben! Diese Gedanken machten wir uns jedoch nicht, als wir bei frischem Wind einen ausgiebigen Spaziergang am See unternahmen. Viele Radfahrer nutzten den gemeinsamen Weg. 🚴‍♀️🚴‍♂️🚴🏼‍♀️

Nach dieser Wanderung fuhren wir auf dem „Thermal Explorer Highway“ in das Zentrum der geothermalen Zone. Nun hatten wir die Qual der Wahl: Welche besonderen Stellen wollen wir erkunden? Es gibt hier unendlich viel anzuschauen. Zuerst fuhren wir zu den nahe gelegenen Huka Falls, wo der Waikato River durch eine schmale Schlucht tost. Über 200 000 Liter Wasser stürzen in jeder Sekunde über eine 9 m hohe Felskante in ein tiefes Becken. 💧💧💧
 „Ice-blue, SNOW-WHITE“ Das sind die Farben, die wir hier bestaunten und mit uns eine große Schar von Touristen. Wo kamen sie plötzlich alle her? 🚶‍♀️🚶‍♂️🚶‍♀️🚶‍♂️In der Maori-Sprache bedeutet Huka „schäumend“, was diesen Wasserfall sehr gut beschreibt. Gerade wollten wir diesen schönen Ort verlassen, als ein „Hukafalls Jet“ mit ca. 12 Personen herandüste und seine Runden drehte. Jedem das Seine! 😳

Nach diesem spritzigen Ereignis begegneten wir in einem Thermalgebiet mit dem Namen „Craters oft the Moon“ einem ganz anderen Phänomen. Knapp unter der Erdoberfläche herrschen hier sehr hohe Temperaturen. Grund- oder Regenwasser, das durch Erdspalten nach unten dringt, wird erhitzt und sucht sich als Dampf wieder einen Weg nach oben. 🤔1991 brachen Autos, die hier auf dem Parkplatz standen, in die Erde ein. 😳Daraufhin wurden Holzbohlenwege angelegt, so dass Besucher sicher durch dieses Gebiet gehen können. 😊Bevor diese Wege angelegt wurden, kam es auch vor, dass Menschen auf porösen, heißen Boden traten und sich die Füße und Beine verbrannten.

Da hielten wir uns doch gerne an die Hinweise und kamen nicht vom Weg ab…. 😉 Überall dampfte, rauchte und zischte es, eine ganz neue Erfahrung für uns! Die Krater entstehen immer dann, wenn die Dämpfe nicht nach außen dringen können. ♨️Der Druck wird so groß, dass beim Austritt Erde und Steine mit herausgeschleudert werden. 2002 war der letzte Ausbruch, der viele Wege mit Schlamm und Asche bedeckte. Es war ziemlich warm an diesem Tag. ☀️ Ob es an der heißen Erde lag? Lange hielten wir uns auf diesem Gelände auf und beobachteten das Schauspiel. ⏱ Danach gönnten wir uns erst einmal ein leckeres Eis. 🍦

Zum nahe gelegenen geothermischen Kraftwerk zog es uns nicht hin. Im Nachhinein wäre es sicher einen Besuch wert gewesen. 🙃 Wir entschieden uns für den Besuch des „Thermal wonderlands“ Wai-o-Tapu – „heiliges Wasser“. Leider war dieses spannende Gelände nur bis 17 Uhr geöffnet; ich hatte mit der Sommerzeit (-18 Uhr) gerechnet. ⌛️In diesem 18 Quadratkilometer großen Thermalgebiet ist ein kleiner Teil für Besucher zugänglich. Es steht unter Landschaftsschutz und stellt die größte Thermalfläche in der Vulkanumgebung Taupos dar. 🌋Das ganze Gebiet ist übersät mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Erdspalten. Verschiedene Mineralien lassen die Erde und das Wasser in leuchtenden Farben erscheinen. 🧡💛💚Wir genossen den traumhaften Rundgang, auch wenn der Schwefelgeruch uns auf Schritt und Tritt folgte. Besonders beeindruckend waren die Farben im 62 m tiefen „Champagne Pool“ und im durch Arsensulfide grün gefärbten „Devil´s Bath“. Zufrieden und erschöpft fuhren wir am frühen Abend nach Rotorua. 😊

Rotorua – ursprünglich ein Maori-Dorf – ist ein quirliger touristischer Ort, der uns gefiel. Dem penetranten Schwefelgeruch konnten wir nicht entgehen, wir gewöhnten uns ein wenig daran. 😉 Die erste Nacht verbrachten wir auf einem außerhalb liegenden NZMCA-Platz, aber schon am nächsten Tag standen wir mit unserem Womo mitten in der Stadt an einem kleinen Teich mit Springbrunnen und Froschkonzert, herrlich! 🐸Durch Zufall entdeckten wir den Sulfur Bay Walkway am Lake Rotorua. Ein Teil des Sees gehört zum geothermalen Gebiet, überall sind Schilder mit der Aufschrift „Danger“ zu sehen. ‼️Überaus vorsichtig – immer schön auf dem Weg bleibend – blickten wir auf den See und das ungewöhnlich aussehende Ufer. Ein älterer Herr kam des Weges, sprach uns an und machte eine kleine Führung mit uns. Zaghaft gingen wir auf das verbotene, fragile Gebiet und ließen uns alles  erklären. 🧐Es blubberte an vielen Stellen – spannend und viel interessanter als vom Weg aus! Mit einer leckeren „Seafood chowder“ stärkten wir uns an diesem Tag. 🍜

Zu erwähnen wäre noch, dass die Maori-Kultur hier gegenwärtig ist. Maori-Dörfer haben sich dem Tourismus geöffnet und bieten einen Einblick in ihre Traditionen, z.B. das Tamaki Maori Village und das Mitai Maori Village. Der Besuch im Norden in Waitangi hat uns so beeindruckt, dass wir an diesen Veranstaltungen nicht mehr teilnehmen. ☺️

Am nächsten Tag kamen wir auf der Fahrt zum „Buried Village“ an den Kraterseen Blue Lake und Green Lake vorbei und wanderten einmal um den  blauen See. Herrlich, eine etwas längere Wanderung und ohne nennenswerte Steigung! 😇 Der Schwefelgeruch fehlte uns überhaupt nicht.
Das verschüttete Maori-Dorf Te Wairoa hat eine interessante Geschichte, die mit dem Ausbruch des Tarawera-Vulkans am 10. Juni 1886 abrupt endete.🌋 Farbige Kieselerde-Formationen, die berühmten „Pink and White Terraces“ hoben sich 250 m in die Höhe. Sie waren als „achtes Weltwunder“ weithin bekannt und zogen schon damals viele Besucher an. Pioniere bauten ein Hotel, aber die Mehrzahl der Bewohner waren Maori. Das Miteinander der beiden Gruppen wird anschaulich zum Teil aus der Sicht eines Maori- Kindes dargestellt. Das Leben der Maori hatte sich mit dem Eintreffen der Europäer drastisch verändert.🤨

Die Ausgrabungen und die Erstellung dieses Freilicht-Museums durch die Smith family nahmen ca. 80 Jahre in Anspruch. Durch persönliche Aufzeichnungen wird das Drama wieder lebendig. Schuhe, Flaschen, Werkzeuge –alles noch durch Erde verschmutzt- werden hier ausgestellt.  👟🛠Zum Schluss konnten wir noch die Natur an einem Bach, in dem Forellen schwammen, genießen. 🐟
Der Ausbruch des Mt. Tarawera begrub insgesamt drei Dörfer und überdeckte fast die ganze Nordinsel mit Asche, Lava und Bimsstein. Auch die Seenlandschaft veränderte sich in diesem Gebiet. 🤔

Wir übernachteten noch einmal in Rotorua und trafen am nächsten Morgen doch tatsächlich Shirley und Stewart aus Nelson auf dem NZMCA-Platz. Nach einem netten Plausch trennten sich unsere Wege wieder. 🤗

Von Eastland nach Hawke’s Bay

In Gisborne konnten wir in der Nähe des Holzumschlaghafens mit Blick auf den Pazifik übernachten. 🌴Beim Rundgang durch die Stadt, in der viele Palmen stehen, kaufte ich mir die ersten Bücher hier in Neuseeland. 😊 Schnell merkte die deutsch sprechende Maori, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist, und half mir bei der Suche nach einem passenden Buch. Sie erzählte uns von der Südinsel und schwärmte richtig von der Landschaft dort. – Im Moment befinden wir uns mitten im Abenteuer Süden und können sie verstehen. – In dem Buch „Wild Journeys“ von Bruce Ansley spielt der Süden auch eine wichtige Rolle. Leider finde ich bei dieser Reise nicht oft die Zeit zum Lesen. Das Land ist einfach zu spannend und abwechslungsreich. 😎

Nach dem Stadtbummel steuerten wir die kleine Stadt Wairoa an, die wir uns für die große Wäsche ausgesucht hatten. Im Waschcenter (Laundry) konnten wir mehrere Maschinen gleichzeitig befüllen. 👕👖🧦Das spart viel Zeit! ⏱Wir waren die einzigen Kunden, nur einige Jugendliche saßen dort und ließen es sich gut gehen. In Wairoa mündet der Fluss Wairoa ins Meer und so machten wir bei bestem Wetter einen schönen Spaziergang am Ufer des Flusses, während die Maschinen liefen. 👏Da die Stadt für alle Wifi zur Verfügung stellt, konnten wir beim Trocknen der Wäsche wunderbar Mails und Nachrichten schreiben. 📱

Nach drei Stunden ging es schon weiter mit dem Ziel Napier an der Hawke Bay. Die Fahrt fing ganz harmlos an und entpuppte sich als zweistündige Achterbahnfahrt mit wenigen Haltebuchten. 😳 120 km mit starkem Gefälle und Haarnadelkurven, wobei „The Devils Elbow“ im neuseeländischen Autoatlas als sehenswert gekennzeichnet ist. Werner musste sehr!!! konzentriert fahren und ich war danach auch k.o.. 😟 Wir fuhren durch den Wald, kamen an Wiesen vorbei, sahen Ziegen und alles strahlte im besten Licht am späten Nachmittag und frühen Abend. Schade, dass Werner dies alles nicht mit seiner Kamera einfangen konnte! 

In Napier angekommen fanden wir einen Freedom Campingplatz direkt am Meer, herrlich! 🌊Viele junge Leute standen schon mit ihren Campern hier und genossen die Abendsonne. Wie viele andere Städte in Neuseeland hat auch Napier ein schweres Erdbeben erlebt. Am 3. Februar 1931 hat ein Beben mit der Stärke 7,9 auf der Richterskala das Geschäftszentrum verwüstet, wodurch viele Menschen den Tod fanden. Außerdem wurde durch das Beben der nördlich gelegene Meeresgrund um zwei Meter über den Meeresspiegel angehoben, so dass Napier keine Halbinsel mehr war. Beim Wiederaufbau wurde das Stadtbild durch Parks und großzügige Boulevards modernisiert. ☺️

So spazierten wir auf der 3 km langen Uferpromenade in den Ort, schauten uns viele Art-déco-Bauten an und landeten auf dem Farmers Market. Hier mussten wir schwach werden, denn an einem Stand gab es verschiedene Brote aus Sauerteig und auch die Mandelcroissants schmeckten köstlich.🥐 In einem kleinen Park sahen wir wunderschöne Blumenbeete, die wir unbedingt fotografieren und verschicken mussten. 🌺🌸🌼

Bei strahlendem Sonnenschein und kaltem Wind genossen wir auf dem Rückweg noch einmal die von Norfolk-Pinien gesäumte Marine Parade. Die ganze Promenade ist sehr schön und abwechslungsreich gestaltet; für jeden ist etwas dabei. Spielplätze für Kinder, Sonnensegel, Wasserspiele, Picknickplätze und Grillmöglichkeiten. Alles war belegt an diesem sonnigen Samstag. 😎

Für uns ging die Fahrt mittags weiter zum Lake Taupo, denn im Landesinneren warteten noch viele interessante Orte auf uns. 🧐Die Landschaft ist von der Forstwirtschaft geprägt, teilweise sahen wir orange blühenden Ginster. Die Fahrt war nicht ganz so anstrengend wie am Tag zuvor, aber mehr als durchschnittlich 60 km/h war auch hier nicht drin. 🚐 Der Lake Taupo erstrahlte in einem wunderschönen Blau 🔵 und es gibt Wanderwege, die am See entlang führen. Der Ort war an diesem langen Wochenende voller Menschen.🚶‍♀️🚶‍♂️🏃‍♂️🏃‍♀️ Bunt bemalte Busse/Camper zogen uns an und wir landeten bei einem Gipsy-Treffen. Wir ließen uns jedoch weder die Karten lesen noch kauften wir ein Batikshirt. 😉

Auf dem 7km entfernt liegenden NZMCA-Platz holten wir zum ersten Mal unsere Stühle heraus und ruhten einfach mal aus.😎

Von Opotiki nach Gisborne über das East Cape

Das Eastland ist ein Ziel, das nicht alle Neuseelandreisende in ihre Planung mit aufnehmen. Die Strecke über das East Cape ist wesentlich länger als der direkte Weg von Opotiki nach Gisborne, 143 km versus 327 km, da muss man schon überlegen, ob die Reisezeit für dieses Ziel reicht. Da wir drei Monate in Neuseeland verweilen und Werner den Wunsch hegte, das East Cape zu sehen – am liebsten mit Sonnenaufgang 🌅 – machten wir uns am Dienstag, den 16.10.18 auf den Weg nach Opotoki, füllten dort unseren Kühlschrank bei New World auf und erfreuten uns an einem kleinen Video unseres Enkels Jonte. 👦Die Supermärkte locken nicht nur durch Lebensmittel, sondern auch durch freies WLAN. Da vergisst der ein oder andere schon einmal, dass er eigentlich einkaufen wollte, während er nun ununterbrochen auf sein Handy schaut. 😉

Der Navi zeigte eine Fahrzeit von 4h 44 min bis zum East Cape an, das letzte Stück (20 km) ist eine Schotterstraße.
Der Pacific Coast Highway führt direkt an der Küste entlang und zeigte uns eine Postkartenbucht nach der anderen. Oft hielten wir an und genossen den Blick auf das blaue, weiß schäumende Meer. 🌊 Die Orte Hawai, Omaio und Te Kaha luden zu einem Spaziergang ein. 👟👟Hier hätten wir wunderbar am Strand übernachten können…

Die Halbinsel ist eines der verbliebenen Stammländer der Maoris und wir sahen an diesem Tag ein markantes Meeting House  – Marae – nach dem anderen. Je weiter wir nach Norden kamen, umso intensiver leuchtete uns das Rot des Maraes entgegen. 🔴 In Te Kaha konnten wir sogar Bananenstauden bewundern. 🍌Die Fahrt war nicht nur wunderschön, sie war auch ein kleines Abenteuer, denn nicht selten wurde die Fahrbahn nur einspurig befahrbar, so dass ein Fahrzeug warten musste. ⚠️Das letzte Stück führte uns durch ein Waldgebiet, wo wir auch abgeholzte Hügel sichteten. Dort bretterten uns einige ein mit Baumstämmen beladene LKWs entgegen. 😳Das waren so Momente, in denen ich immer froh war, dass Werner den 4 Tonner so sicher zwischen Abbruchkante und LKW hindurchsteuerte. Und es machte ihm auch noch Spaß hier in Neuseeland „am Graben“ zu fahren. 😌

In Te Araroa angekommen erblickten wir einen NZMCA – Campground mit geschlossener Schranke. Da wir den Code für das Schloss noch nicht herausgefunden hatten, stieg ich über den Zaun und fragte kurzerhand bei einem Paar aus Nelson nach. „Das kostet!“, meinte Stewart im Scherz und gab uns einen Tipp, wie wir uns den Code merken können. 😇 Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass die beiden schon weit herumgekommen waren und nun ihre Heimat Neuseeland bereisten. ☺️Es war unsere erste Übernachtung auf einem Clubplatz und es sollte nicht die letzte sein. Für 6$ konnten wir hier stehen und hatten viel Platz zur Verfügung. 👍
Am Abend beschlossen wir, auf den Sonnenaufgang zu verzichten und am nächsten Zeit zu einer humanen Zeit aufzustehen….⏰ Wenn am East Cape die Sonne aufgeht, beginnt der Tag auf der Erde. Hier wurde auch der Jahreswechsel ins Jahr 2000 schon gefeiert, während in Deutschland noch die Vorbereitungen auf den Abend stattfanden.😉

Um 10 Uhr machten wir uns auf den Weg um die 18 km Gravelroad bei 20 km/h zum East Cape zu fahren. Überall grasten Kühe 🐄🐄 nah an der Straße hinunter bis zum Ozean, auch zwei Robben konnten wir beobachten. Klar, dass wir an dieser schönen Strecke immer wieder anhalten mussten. 😎Manchmal hielten wir auch nur die Luft an, wenn ein Teil der sehr engen praktisch einspurigen Straße abgebrochen war. Gut, dass uns hier kein Auto entgegenkam!😌

Am Parkplatz angekommen standen nur wenige Autos an diesem einsamen Ort. Nun hieß es die 800 Stufen zu erklimmen, ein wenig anstrengend war es schon und Werner hatte noch einige Tage etwas davon… Der Ausblick entschädigte uns für die Mühe. Außerdem trafen wir wieder Shirley und Stewart aus Nelson und unterhielten uns lange mit ihnen. Für ein Picknick an diesem besonderen Ort hatte ich Kaffee und Muffins eingepackt, womit wir uns hier oben so richtig verwöhnten. 🍪☕️

Nach dem Abstieg ging es wieder auf die Schotterpiste, die uns einige Staubwolken bescherte. Das Schild 30km/h nahmen wohl nicht alle so genau, besonders LKW Fahrer. 🚛Zurück in Te Araroa spazierten wir zum größten und ältesten Weihnachtsbaum Neuseelands, dem Puhutukawa Baum „Te Waha o Rerekohu“, der versteckt auf einem Schulhof steht und bewunderten ihn von allen Seiten. 🌳

Die nun folgende Strecke in Richtung Gisborne führt durch dichte Wälder und landwirtschaftliche Gebiete. Kleinere Nebenstraßen führen zum Pazifik. In Tikitiki schauten wir uns die anglikanische St. Mary´s Church an, deren Ausstattung im Maori-Stil besonders sehenswert ist. ⛪️ Besonders beeindruckend fand ich die Kanzel, die von geschnitzten Maorifiguren getragen wird.

In der Anaura Bay hielten wir an einem DOC-Campground an, machten einen ausgiebigen Strandspaziergang und übernachteten fast allein auf der grünen Wiese. 😊

Am nächsten Tag spazierten wir in der Tolaga Bay auf dem unendlich scheinenden Pier, den man 660 m weit in die See gebaut hat. Türkisfarbenes Wasser an der Steilküste, ein Traum! Am Strand lagen Unmengen von angeschwemmten Holzstämmen, zum Teil hoch angehäuft. Aber es gab noch mehr zu sehen: Junge Leute sprangen vom Pier ins kalte Nass und hatten ihren Spaß dabei. 😎
Ein kleines Café im Ort lud uns zu einer Pause ein und wir gönnten uns einen Cappuccino mit einer Fischpastete, eine köstliche Abwechslung in unserem Speiseplan. 😉

Kurz vor Gisborne kamen wir am Makorori Beach vorbei, einem Surfrevier für Anfänger und Fortgeschrittene 🏄‍♂️ und hielten in Okitu, um einen kleinen Wanderweg zu gehen. Oben auf dem Hügel angekommen hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Bucht. Die Wellen waren ein Traum für jeden Surfer. 🏄🏽‍♀️

Das Eastland – ein Stammland der Maoris – hat uns sehr gut gefallen.😊😊😊

Bay of Plenty – Whakaari

Am Morgen sprach uns eine junge Frau aus Frankfurt an. Sie nutzt – wie viele andere junge Paare – die Elternzeit für eine zweimonatige Rundreise in Neuseeland. Der jungen Familie gefällt es am anderen Ende der Welt. 😊
Weit kamen wir an diesem regnerischen Tag nicht, denn unser Blog beschäftigte uns – Artikel mit Fotos hochladen und den nächsten Artikel schreiben. 🌧 Da kam uns der einsame Freedom Platz in Katikati gerade recht. Ein Angler machte seinen Parkplatz mit Blick auf das Watt für uns frei, total nett! Als ich ihn am Tag darauf fragte, warum er dies tat, meinte er: „Kiwis sind freundliche Wesen.“😇 Ein Spaziergang durch das Watt erinnerte mich an die Nordsee und die schönen Klassenfahrten nach Amrum und Sylt. Überall waren die Sandhaufen der Wattwürmer und Schneckenspuren zu sehen. 🐚Am nächsten Morgen war Flut; die Angler versuchten schon ihr Glück🐟, aber vergeblich! Jedes Mal fischten sie Algen aus dem Wasser🌱 – sie nahmen es mit Humor und winkten uns zu. 🤗

Der Platz liegt übrigens in einem Avocado – Anbaugebiet. 🥑 Hohe Hecken schützen die Bäume vor Wind. „Muraltown“ steht in meinem Tagebuch und wie Mauern oder Wände sehen die Hecken auch aus.
Wir verließen diesen ruhigen Ort und steuerten Tauranga an, denn wir wollten den Mount Manganui umwandern.👟👟 Am Ziel angekommen fanden wir einen touristischen, aber sehr schönen Platz vor. Es war viel los an diesem Wochenende und es wehte ein starker, kalter Wind. 🌬Die Bootsfahrten waren gestrichen. Die Wanderung um den Berg mit dem Blick auf das türkisblaue Wasser gefiel uns richtig gut. 🌊☀️

Nun fuhren wir in Richtung Te Puke, einem kleinen Ort, der sich „Kiwifruit Capital of  the World“ nennt. Um dieses Städtchen erstreckt sich das größte Kiwi-Anbaugebiet Neuseelands. 🥝Die grüne, riesige Skulptur am Eingang der Plantage Kiwi 360 fanden wir leider nicht. 😕So mussten wir uns mit der Ablichtung eines kleineren Exemplars begnügen.

Als Ausgleich fanden wir wieder einen ruhigen Wiesenplatz in Pukehina direkt an der Küste. Hier konnten wir sogar draußen in der Sonne frühstücken, während im Wohnmobil eine Temperatur von 13° angezeigt wurde. Quadfahrer und Angler mit Familien waren schon früh am Strand unterwegs. 😎

Uns zog es nun weiter in Richtung Whakatane. Blaues Meer, Strand und Dünen zur Linken und Sandsteinhügel zur Rechten und eine moderate Fahrstrecke, so macht die Fahrt richtig Spaß. 👍Im Infocenter in Whakatane wurden wir von einer freundlichen Finnin beraten, sahen uns einen Film über die Vulkaninsel White Island an und buchten kurz entschlossen für den folgenden Tag eine geführte Tour zur Insel.  Aufregend, ein aktiver Vulkan! 🌋 Unser Freedom Campingplatz in Ohope lag auf einer Landzunge am Strand, ein Hügel zum Wandern gleich nebenan. 😉 Der Wanderweg „Nga Tapuwae o Toi Track“ führte an einem Strand mit Klippen vorbei, sehr schön! Kaum waren wir wieder am Wohnmobil angekommen, fing es an zu regnen, Glück gehabt! Unsere Nachbarn aus Wiesbaden hatten die Tour mit dem Hubschrauber zur Insel gebucht, ein teurer Spaß! 🚁

Am Montag, den 15.10.18 erlebten wir einen besonders eindrucksvollen Tag. 😊😊😊 Ausnahmsweise standen wir schon um 7 Uhr auf, frühstückten und packten unsere Rucksäcke für den Tag. Wir kamen früh am Treffpunkt an und unterschrieben die Information, dass der Veranstalter für rein gar nichts haftet. Prima! 😳

Bei strahlendem Sonnenschein warteten wir mit einer immer größer werdenden Gruppe vor dem Schiff „Phoenix“ auf den Beginn der Tour. Viele Gesichter kamen uns bekannt vor, da sie auf demselben Platz übernachtet hatten wie wir. 🚙🚎🚐

Um ca. 9 Uhr durften wir auf das Schiff gehen und nicht viel später ging die Fahrt los. Alle waren gespannt auf die Begegnung mit dem Vulkan. 😊 Der Bootsführer hatte gerade so richtig Fahrt aufgenommen, als das Schiff immer langsamer wurde und fast still stand. Wale in Sicht? Mitnichten! 🛥

Die junge Crew wird hektisch, Werkzeug wird geholt und alle sollen nach vorne gehen.🛠 Es scheint Wasser ins Schiff zu kommen…Ist die Pumpe defekt? 😳 Ein kleineres gelbes Schnellboot 🚤 umkreist uns – es wird telefoniert… Das kleinere Schiff fährt zurück zum Hafen und bringt einen Techniker an Bord, der nun alles richten soll. Er schraubt und schraubt, aber es hilft nichts. 🤷‍♂️Die Hälfte der Passagiere (u.a. wir) steigt in das gelbe Schnellboot um, fährt zurück zum Hafen und geht an Bord des Schiffes „Predator“. Ja, da muss man schon die Ruhe bewahren, das kleine Abenteuer vor dem großen Abenteuer! Die Crew war erleichtert und die Fahrt konnte nun richtig losgehen. 👏

Als das Schiff plötzlich wieder langsamer wurde, gab es keine Panne, nein, es waren Wale in Sicht. Bryde`s Whales, drei an der Zahl, konnten wir für einen kurzen Moment sehen, schnell fotografieren und schon war alles vorbei. 🐳🐋 Da diese Wale standorttreu sind, werden sie bei den Fahrten regelmäßig gesichtet. 😊 Die Insel liegt 50km vom Festland entfernt uns so dauerte die Fahrt ca. zwei Stunden. Es war recht kühl an Deck, aber das änderte sich, je mehr wir uns der Insel näherten. 🌋 Bevor wir mit dem Schlauchboot an Land fuhren, bekamen wir eine Rettungsweste, einen Helm, eine Atemschutzmaske und genaue Anweisungen, wie wir uns auf der Vulkaninsel „Whakaari“ zu verhalten haben. 👷‍♀️👷‍♂️ Das Boot musste mehrmals fahren und so betraten wir als letzte Gruppe gespannt den aktiven Vulkan. Überall rauchte, brodelte und zischte es  – ein starker Geruch kam uns entgegen. 😬

White Island ist Neuseelands einzige aktive Vulkaninsel. Rund 70 Prozent des Vulkans liegen unter dem Meeresspiegel, die höchste Erhebung ragt 321m empor. James Cook gab der 150 000 Jahre alten Insel den Namen „White Island“, die Maori nannten sie „Whakaari“, denn sie nutzten die Insel als Vogelfanggebiet. Knapp unter dem Boden ist die Insel 600-800° heiß. Da bleibt man doch gern auf den angewiesenen Pfaden und geht brav hintereinander. 😇 Dass in dieser lebensbedrohlich wirkenden Umgebung Tölpel in großer Anzahl nisten, ist schon erstaunlich. 🐦Bis 1933 wurde auf der Insel zeitweise  Schwefel abgebaut. Im Jahr 1914 wurde die erste Fabrik völlig zerstört, alle Menschen wurden verschüttet, nur „Peter the Cat“ überlebte.  Über diese Katze gibt es verständlicherweise viele Geschichten. 🐈
Die Insel wurde 1953 unter Naturschutz gestellt, ist aber bis heute noch in Privatbesitz.

Nun zurück zu unserer Führung. Amy führte uns von einer spannenden Stelle zur nächsten und informierte uns ausführlich. Sie gab ein großes Stück Schwefel herum und wir probierten das Wasser von zwei verschiedenen Bächen. Die erste Kostprobe schmeckte schon ein wenig sauer, die zweite schmeckte wie saurer Essig. 😯 Wenn ich Amy richtig verstanden habe, soll der Säurewert von Cola derselbe sein. In der kargen Umgebung war das leuchtende Gelb des Schwefels neben den weißen Rauchsäulen die dominante Farbe der Insel.  Als wir uns dem grünen Kratersee näherten wurde der Schwefelgeruch immer intensiver. Die zweite Begleiterin, Jess, verteilte Bonbons um den Hustenreiz, der sich bei vielen einstellte, zu lindern. 🍬 🍬Das war eine gute Maßnahme, auch die Atemschutzmasken kamen spätestens jetzt zum Einsatz. 😇Am Kraterrand war Vorsicht angesagt, denn der Säuregehalt dieses Gewässers ätzt alles weg.

„Wir sind völlig gebannt, überall raucht es, stinkt es. Atemschutz an,  Atemschutz aus.  Sonne pur, kalter Wind, warmer Boden.“ So steht es in meinem Tagebuch. 😊

Zum Schluss sahen wir noch die vor sich hin rostenden alten Reste der Fabrik und schon ging es wieder mit dem Schlauchboot auf unser Schiff. Diese zwei Stunden auf der Insel wirkten noch lange in uns nach. 🤔Auf dem Schiff erhielten wir ein leckeres Lunchpaket und fuhren bei kaltem Wind und stärkerem Wellengang zurück zum Festland. 🥪🍎🍫

Bei dem anschließenden Spaziergang kamen wir an einem kunstvoll gestalteten Meetinghouse und einem alten Kanu der Maori vorbei. Das Kanu steht auf einem Trailer und wird nur an bestimmten Tagen zu Wasser gelassen. Eine Legende sagt, dass Wairaka, eine Maori, mit diesem Kanu (waka) Menschen rettete. Dabei rief sie „Kia Whakatane au i ahau“.  (Lass mich wie ein Mann handeln!) So bekam Whakatane seinen Namen. 😇
Fish & Kumara Chips ließen wir uns am frühen Abend mit Blick auf das Wasser schmecken und fuhren danach erneut auf die Landzunge Ohope zum Übernachten.

Coromandel Road Trip

Nach einem vorzüglichen Stück Möhrenkuchen und einem Cappuccino setzten wir unsere Fahrt in Richtung Auckland fort. Wir übernachteten noch einmal am Snells Beach, der in den hiesigen Ferien auch am frühen Abend noch gut besucht war. 😎
„Auf uns warten 3h Fahrt“ steht in meinem Tagebuch, denn bis Thames (179 km) wollten wir fahren. Es kam ein bisschen anders.
Es war unsere erste längere Fahrt in diesem Urlaub und wir fuhren bis Kopu zu Beginn der Coromandel Halbinsel. Diese ist ein beliebtes Urlaubsgebiet der Bewohner Aucklands und da gerade Ferien waren, sahen wir viele Familien mit Kindern in dieser Gegend. In Kopu kauften wir einen Klappspaten, den wir für den Hot Water Beach benötigten. 🙃

Die Stadt Thames schauten wir uns nicht an, denn wir wollten nach der langen Fahrt einen ausgiebigen Spaziergang machen. Im Nachhinein wäre sie aber einen Besuch wert gewesen. In der Zeit der Goldfunde zwischen 1867 und 1920 war Thames ein bedeutendes Zentrum mit mehr als 70 Goldbergwerken. Bis 1954 wurden Bergleute in diesem Ort ausgebildet.⚒
Uns zog es weiter und so fuhren wir die Küstenstraße entlang in Richtung Norden. Oft hielten wir an, denn eine felsige Bucht war schöner als die andere, das Meer türkisblau. 😊Manchmal fuhren wir auch in eine Haltebucht, um die eiligen PKW-Fahrer vorbeizulassen, die sich meist bedankten, bis auf einmal. Da hatte es jemand wohl besonders eilig und zeigte uns im Vorbeifahren den Stinkefinger.🤨

Gleichzeitig hielten zwei deutsche Motorradfahrer neben uns an. Sie hatten das deutsche Kennzeichen gesehen und sprachen uns an. Auch sie hatten ihre Maschinen von Deutschland nach Neuseeland verschifft und sorgten sich um ihre Transportkisten, die geschreddert werden sollten. So sahen auch wir das erste deutsche Kennzeichen bei den Kiwis. 😊 Welch ein Zufall, dass Horst, in Lübeck, Bad Schwartau und Travemünde schon Häuser gebaut hat! Wir unterhielten uns über dieses und jenes und stellten fest, dass wir dieselben Ziele in nächster Zeit ansteuern werden.
🏍🏍🇩🇪
In Coromandel angekommen fanden wir einen schönen Stellplatz am Bach, machten einen Rundgang durch den kleinen Ort und gönnten uns ein leckeres Abendessen bei UMU. 🍲

Am nächsten Tag mussten wir eine neue Gasfüllung kaufen und steuerten den Touristenanziehungspunkt „Driving Creek Railway“ an. 🚂
Wir erwischten den letzten Parkplatz und die letzten Plätze in der Bahn. Glück gehabt! 😇Und so fuhren wir in der schmalen, offenen Bahn durch Tunnel, über hohe Brücken und Spiralen in den Urwald, enorme Steigungen inklusive. 😳Die Weichen wurden per Hand von der Zugführerin umgestellt, eine spannende Fahrt durch den Wald! Herauslehnen war nicht erlaubt, auch nicht, um die Eindrücke fotografisch festzuhalten. 😞Fantastisch war der Blick von oben auf die großen Farne! Wer hatte sich diese Idee ausgedacht? Der Kunsthandwerker Barry Brickel, der erste in Neuseeland geborene hauptberufliche Töpfer, baute die Bahn um seine höher gelegene Töpferei versorgen zu können. Außerdem pflanzte er unzählige Kauri-Fichten und andere einheimische Bäume, um den ursprünglichen Wald wiederherzustellen. 👏Die Zugführerin kommentierte die Fahrt mit Begeisterung. Auch diese Fahrt hätte unseren Enkeln Freude bereitet.😍

Den Tag rundeten wir mit einer Wanderung – Bewegung muss sein – und einer Stärkung mit Fish & Chips ab. 😁
Natürlich fuhren wir wieder ein Stück weiter, durchquerten die Halbinsel und landeten an der Ostküste am Strand von Waikato. Sportfischer hatten hier viel Platz, um ihre Trailer zu parken und ihre Boote zu Wasser zu lassen. Es war kein Verbotsschild für Camper zu sehen. Also wagten wir es, dort zu übernachten – kein anderes Auto weit und breit! Ein herrlicher Sonnenuntergang beendete diesen Tag.
Am nächsten Tag herrschte schon früh am Morgen ein reges Treiben auf dem Platz. Ein Boot nach dem anderen fuhr auf das Meer hinaus. 🚤🛥

„Hot Water Beach“ war das Stichwort für diesen Tag, denn dieses Phänomen wollte ich mir nicht entgehen lassen. Vulkanisches Gestein (bis zu 170°) erhitzt das darüber liegende Wasserreservoir, welches durch Frakturen in der Erde nach oben steigt. Bei Ebbe kann man dann nach Lust und Laune am Strand buddeln 😅und sich in den selbst geschaffenen Pool legen – wenn…, ja wenn das heraufsteigende Wasser nicht zu heiß ist. Da haben sich so manche Touristen verbrannt, auch meine Haut war teilweise gerötet. Trotzdem war ich so richtig im „Hot Water“- Fieber, einfach toll! Der Bereich war begrenzt und es wurde immer voller; also verabschiedeten wir uns von diesem spannenden Strand.🤗

In der Mercury Bay fanden wir am Cooks Beach einen schönen Freedom Campingplatz und erkundeten die Umgebung.👣👀

Wanderung oder Bootstour war am folgenden Tag die Frage. Wir entschieden uns dafür von Hahei zur Cathedral Cove zu wandern. 👟👟Da wir auf einem Park&Ride Platz standen, waren wir einige Stunden unterwegs.⏱ „Cathedral Cove“ ist der Name für einen Strand mit imposanten Formationen, die die Brandung aus dem Kalkstein gewaschen hat. Nur bei Ebbe kann man durch die große Grotte gehen, eben die Cathedral Cove. An mehreren Aussichtspunkten genossen wir den Blick auf das Meer. 🌊 Der Weg ging bergauf, bergab…. Zum Schluss führten viele steile Treppen bergab… Aber es hat sich gelohnt – Werner fotografierte und hoffte auf ein wenig Sonne, leider vergebens! ☁️☁️Wir tranken Kaffee aus unseren schönen neuen Thermobechern von Jane und stärkten uns mit Keksen. 😍

Viele Leute waren unterwegs, auch mit Kleinkindern (Elternzeit) und wir sahen das ein oder andere bekannte Gesicht. Die Rücktour hatte es in sich, aber wir hatten ja Zeit. 😉
Noch am selben Tag fuhren wir bis Waihi, kauften im Supermarkt ein 🍏🥝🍅🥑🥒🍞🥚🥩…und übernachteten auf einem wirklich tollen Platz am Waihi Beach. Hier stellt die Gemeinde sogar kostenfreie Kochstellen zur Verfügung. 😊

Vom Ripiro Beach zum Arapaoa River

In Baylys Beach übernachteten wir auf einem CAP-Platz. Gegen ein geringes Entgelt können NZMCA-Mitglieder auf diesen Plätzen übernachten. Unsere herrliche grüne Wiese gehört einem Avocado-Farmer, der auch Bed &Breakfast anbietet. 🥑 Wir standen mitten im Avocadohain und erfuhren, was den Farmer gerade beschäftigte. Er machte sich Sorgen um die Bestäubung seiner Bäume, obwohl seine Bienen überall fleißig umherschwirrten. Gleich mehrere Bienenkörbe sahen wir auf seinem Grundstück. 🐝
Wir erhielten zusätzlich noch Tipps und Unterlagen für unsere nächsten Unternehmungen, einfach super! 😊

Am nächsten Tag fuhren wir zum Strand, der zum 107 km langen Ripiro Beach gehört. Vor dieser Küste liegen zahlreiche Schiffswracks, 113 Schiffe sollen zwischen 1839 und 1994 hier gesunken sein. Der Strand ist noch beeindruckender als der 90 Miles Beach im hohen Norden. Gewaltige mit Büschen bewachsene Dünen sind zu sehen, Autos, Motorräder und Quads fuhren ihre Runden und das Meer wühlte den Sand auf. 🚙🏍
Plötzlich wurde Werner von einer Welle überrascht und war fast bis zu den Knien nass. 🌊Schnell die Schuhe 👟ausgezogen und an die Düne gestellt und weiter ging´s. 👣Auf dem Rückweg über den Dünenweg hatten wir einen herrlichen Ausblick. 

Die Herausforderung des Tages lag jedoch noch vor uns. 😳 Unbedarft fuhren wir zum „Toka Toka Peak“ (a plug of an ancient volcano), den uns der Avocado Farmer wärmstens empfohlen hatte. Ein kurzer steiler Weg und nach zwanzig Minuten ist man auf dem Gipfel – so sagte er es. Wie viel Zeit wir benötigten, das weiß ich nicht mehr. Dass der Anstieg sehr anstrengend war und Muskeln aktivierte, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie besitzen, das ist mir lange in Erinnerung geblieben, denn noch tagelang machte sich mein Muskelkater bemerkbar. 😬 Der Weg ging NUR bergauf, man musste in vorhandene Fußstapfen treten. Das „Gipfelplateau“ hatte einen Durchmesser von ca. 4m.  Da ich nicht  schwindelfrei bin,  setzte ich mich schnell hin.😉 Der Blick in die Ferne und auf den Wairoa River war unsere Belohnung.

Wenn nur nicht der Abstieg gewesen wäre…… 😩

Bis zu unserem nächsten Ziel, dem Kauri Museum in Matakohe, war es nicht mehr weit und so konnten wir an diesem Nachmittag schon einen Blick hineinwerfen. Ein „Local“ sagte uns, dass wir am Arapaoa River am Ende der Straße übernachten können und so genossen wir wieder den schönen Platz in der Natur. 🍃

Im Kauri Museum erhielten wir einen großen Einblick in die Vergangenheit. Die Arbeit und das Leben der Pioniere werden anschaulich dargestellt. Interessant ist auch die große Fotosammlung der „Bushmen“ bei der Arbeit im Wald. 🖼 Möbel, Klaviere, Orgeln, Segelboote aus Kauriholz sind zu sehen, sowie eine große Bernsteinsammlung. 🙂

Besonders beeindruckend fand ich die Räume, die die Arbeit der „Bushmen“ zeigten, die riesigen Kauriholz-Exponate und das Sägewerk. Das Letztere zeigt in vielen Stationen, wie Baumstämme zu Nutzholz verarbeitet werden; überall waren Sägen in Bewegung. Da hätten unsere sechs Enkel großen Spaß gehabt. 😊🙃😊🙃😊🙃
Auf Knopfdruck konnte man Informationen über die Arbeit der Menschen hören, sehr interessant!
Nachdem die Wälder abgeholzt waren, kam die Zeit der Farmer. Auch dies wird anschaulich dargestellt.
Der Besuch des Kauri Museums hat uns gut gefallen.😊

Von Kaitaia zum Waipoua Kauri Forest

Nach diesen schönen Tagen in der Natur musste unser Kühlschrank aufgefüllt, der Müll entsorgt und eine Entsorgungsstation angefahren werden. ♻️Außerdem wollten wir einen Artikel für den Blog schreiben. Kaitaia schien der richtige Ort für unsere Vorhaben zu sein. Auf dem Weg dorthin kreuzte eine große Schafherde unseren Weg. Darauf hatte Werner schon immer gewartet. Wir holten unsere Kameras und fotografierten und filmten die Herde mit ihren Hütehunden. 🐑🐑🐑🐑🐕🐕

In Kaitaia konnten wir unsere ganzen Vorhaben erledigen. Spannend war der Besuch der Transfer-Station. ♻️Da wir noch keine Mehrwegflaschen gefunden haben, sammeln sich viele Plastik- und Glasflaschen im Laufe der Zeit an. 😳In der Transfer-Station gab es Behälter für Plastik, Papier, weißes Glas, grünes Glas und braunes Glas. Man musste es selbst sortieren und in den richtigen Behälter legen. Eigentlich eine gute Sache!😇

Im Gemeindezentrum, „Te Ahu Center“ ging es lebhaft zu. Einheimische und Touristen nutzten das Visitor-Center, die Bibliothek mit dem Café, das Kino und das kleine Museum.  Allein die Eingangstür und die Halle waren schon einen Besuch wert. 👍
Wir arbeiteten in der Bücherei an unserem Blog und veröffentlichten ihn gleich, da die Bücherei Wifi zur Verfügung stellte.💻

Unser nächstes Ziel war der Waipoua Kauri Forest an der Westküste. Nach einer Fahrt durch Wälder und Hügelland, die wieder höchste Konzentration erforderte, gönnten wir uns einen Spaziergang am Ninety Mile Beach in Ahipara. Einfach herrlich, diese Weite! Gleich darauf folgt die „Shipwreck Bay“ – der Name sagt schon alles. 😉In dem kleinen Ort Ahipara hielten wir bei einer Schule an, die ihren Zaun mit Fischen geschmückt hatte, und lasen folgenden Spruch:

 „We are all different, but at this school, we all swim together“

Jeder Schüler und Mitarbeiter hatte einen Fisch gestaltet, eine wunderbare Idee. 🐡🐠🐟Oft fallen uns die Schulen durch ihre farbige Gestaltung auf – das ist nachahmenswert. ☺️

Die Landschaft zeigte sich am Nachmittag in den schönsten Farben – ein Zusammenspiel von Licht und Schatten. Eine Feude für den Fotografen! 📷 Eine kleine Fähre sollte uns über die Bucht „Hokianga Harbour“ fahren, eine schöne Abwechslung!⛴ Die Fähre fährt im Winterhalbjahr nur einmal pro Stunde, so dass wir in der Wartezeit den Blick auf die Bucht genossen. Drei PKWs begleiteten uns auf der kurzen Überfahrt nach Rawene, einem hübschen kleinen Ort, der drittältesten europäischen Siedlung des Landes. Nach einem kurzen Rundgang wurde es für uns Zeit, einen Schlafplatz zu suchen, den wir in Opononi fanden. 🌗
Hier mussten wir zum ersten Mal auf einen privaten Campingplatz fahren, wo wir eng nebeneinander standen und um 10 Uhr am nächsten Morgen den Platz verlassen mussten. 🙁Der Campingwart hatte gerade seine Lobsterfangkörbe ins Wasser gelassen und erzählte uns, dass er die Nationalität seiner Besucher notieren uns weiterleiten muss. 🇩🇪

Im Sommer schwimmen Delfine und kleine Wale in der Bucht umher, die als Kulisse für die Serie „Flipper“ diente, aber wir sichteten keine. 🐬🐋 Wer hat diese Serie nicht gesehen, eine von den wenigen Kindersendungen, die es damals für uns gab?! 😉Ein Mann und eine Frau sammelten Tang als Mulch für den Garten; die vollen Säcke waren ganz schön schwer. Bei einer kleinen Rast auf einem Baumstamm genossen wir den Blick auf die große Düne auf der anderen Uferseite. 
Es war nur eine kurze kurvenreiche Fahrt durch den subtropischen Regenwald bis zu unserem nächsten Ziel, dem Waipoua Kauri Forest. 🌲🌳🌴Hier stehen neben den Kauri-Baumriesen auch Rimu, Towai,Tawa und andere endemische Pflanzen. Vor Ankunft der Europäer bedeckten Wälder dieses Typs noch die größten Teile des Nordlands und die Coromandel-Halbinsel. Kaum zu glauben, dass heute nur noch weniger als 1% des Waldes erhalten sind. 😳Die Kauri-Fichte ist eine der größten Baumarten der Erde. Sie wachsen gerade und bestehen aus einem Holz, das der Qualität des Teakholzes entspricht. Mit der britischen Besiedlung des Landes ging ein extensiver Kahlschlag einher. Verwendung fand das Holz im Schiffsbau und auch bei der Errichtung der neu entstehenden Holzhaus-Städte Neuseelands. ⛵️🏠

Heute steht die Kauri-Fichte unter strengem Naturschutz. Bevor man einen Wald mit diesen Bäumen betritt, muss man die Schuhe säubern und desinfizieren, denn Schädlinge bedrohen den geringen Bestand. 👞👟
Wir wanderten zuerst zum Kauri-Gigant „Tane Mahuta“, einem Baum von 56m Höhe, ca. 13m Umfang und einem Alter von 1200-2000 Jahren. Ein gewaltiger Anblick! 😊Eine Rangerin gab uns Auskunft, sie kannte den Baum in- und auswendig. Es war gar nicht so leicht, den Baum fotografisch festzuhalten. Werner ging noch einmal zurück zum Auto, holte ein anderes Objektiv und los ging es. Die Rangerin war begeistert von der Kamera und bot an uns beide zu fotografieren. Leider ist es ihr nicht gut gelungen. Fotografieren ist halt eine Wissenschaft für sich. Petra und Uschi können mir das bestimmt bestätigen. 😉

Zum Waipoua Kauri Forest Park Visitor Center fuhren wir vergebens, denn es hatte geschlossen. 🙁Also machten wir uns auf den Weg zum Trounson Kauri Park, eine 8km lange Gravelroad inklusive. Da klappert alles im Wohnmobil, was nicht niet- und nagelfest ist. 😳Der 1,7 km lange Walk durch den Wald war wunderschön und wir sahen noch viele Kauri-Fichten, die immer wieder ein Foto wert waren.
Zufrieden fuhren wir weiter und landeten in Baylys Beach in der Nähe von Dargaville. 😊😊😊

Die Nordspitze

Unser nächstes Zwischenziel war ein Freedom Campingplatz am Tokerau Beach an der Doubtless Bay auf der Karikari Peninsula. Wir staunten nicht schlecht, als wir nach der Fahrt auf der Schotterstraße am traumhaften Dünenplatz ankamen. Es standen schon einige Camper gut verteilt in den Dünen. Wir gesellten uns hinzu, gingen am Strand spazieren und ließen den Tag Revue passieren. 😊

Auch in Neuseeland werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt und zwar am 30. September. Nun wurden wir nicht mehr um 8am wach sondern um 9am. Interessanterweise stehen wir fast immer zur selben Zeit auf (ohne ⏰). Ein herrliches Gefühl im Bett zu liegen und auf das Meer zu schauen! 😇Dieses Glück war uns oft beschert, ohne dass wir auch nur 1 Cent 💰dafür bezahlen mussten. Nach unserem täglichen gesunden Frühstück – Müsli mit Obst und Joghurt – machen wir meist einen Spaziergang am Strand und genießen die Luft, das Meer, die Berge und überhaupt….

Am 1. Oktober sollte es ganz in den Norden zum Cape Reinga gehen. Vorher tankten wir vorsichtshalber noch voll, da wir nicht wussten, ob es in den kleinen Orten eine Tankstelle gibt. ⛽️Die Fahrt brauchte so seine Zeit, erst war die Strecke „harmlos“, später wieder sehr kurvig. Die Landschaft im Gebiet „Far North“ ist abwechslungsreich – mal hügelig, mal flach. Wälder und Wiesen sind zu sehen und überall grasen unzählig viele Schafe🐑🐑🐑🐑🐑🐑, teilweise auch Rinder 🐄🐄und manchmal erblicken wir einige Truthähne🦃. Bei unserer kleinen Rast blickten wir auf herrliche Dünnen und das Meer. Welch eine Farbenvielfalt: Gräser, Sand, Wald und Wiese!

Am Cape Reinga angekommen wanderten wir zum Leuchtturm. 👟👟Am Wegesrand gab es viele Infotafeln zu lesen. 👀So erfuhren wir z.B., dass das Kap in der Mythologie der Maoris eine heilige Stätte ist, von der aus die Verstorbenen ihren Weg in die Urheimat Hawaiki finden. Im Berg sollen sich zwei Quellen befinden, eine zur Reinigung des Verstorbenen und von der anderen muss der Verstorbene trinken. Geschieht dies nicht, muss er im Reich der Lebenden als Geist umherirren.
Am Leuchtturm angekommen genießen wir den Blick auf das turbulente Meer. 🌊🌊Hier treffen das Tasmanischen Meer und der Südpazifik aufeinander, was man von oben sehr gut beobachten kann. Auch dafür gibt es eine schöne Interpretation der Maoris. Sie nennen den Punkt „The meeting point“. Die weibliche See und die männliche See treffen hier zusammen, die Strudel repräsentieren das Zusammenkommen und die Entstehung von Leben. 😊

An diesem Tag fuhren wir auf einen Department of Conservation (DOC) Platz, „Tapotupotu Campsite“. Er liegt traumhaft an einer kleinen Bucht und war gut besucht (ca. 20 Camper 😉). Wie so oft hatten wir Glück und konnten bei Ebbe den Strand erkunden. Ohne Tidenkalender müssen wir immer gut schauen, wann das Wasser wieder zurückkommt. Es ist oft sehr flach und das Meer kann ganz schnell wieder den Strand überfluten. 😳Bei einem kleinen Plausch mit einem jungen Mann aus Thübingen erfahren wir, dass die DOC-Plätze auf der Südinsel noch schöner sind. Das sind ja gute Aussichten. 😁Das deutsche Nummernschild wirft bei vielen Leuten hier Fragen auf. 🤔

Am nächsten Tag fuhren wir nach Te Paki, von wo aus ein 3km langer Schotterweg zu den Riesendünen führt. Das Wetter war wechselnd, wie schon am vorherigen Tag.🌦 Also nutzten wir den Sonnenschein und machten uns auf den Weg über die Dünen zum Meer. Der Anstieg war beschwerlich, aber wir hatten ja Zeit… Oben angelangt kam aber mitnichten das Meer zum Vorschein, sondern die nächste hohe Düne und so weiter und so fort. 😅An unserem Wendepunkt hörten wir schon das gewaltige Rauschen des Meeres, aber wir kehrten um. Wolken zogen auf und es gab keine „Wegmarkierung“. Muschelablagerungen oben auf der Düne brachten uns zum Nachdenken. 🤔Hier muss der Wind wohl ordentlich wehen, damit die Muscheln den Weg bis zur Spitze finden. 💨Für Kinder und Erwachsene gibt es hier noch ein besonderes Vergnügen. Sie fahren mit einem Sandboard die Dünen herunter; wir verzichteten darauf und schauten lieber zu.😇

Unten angekommen wateten wir wieder durch den Bach Te Paki, sahen Busse und Allradwagen aus dem Flussbett herausfahren und spürten die ersten Regentropfen. 🌧

Die weitere Fahrt war verregnet, also gab es keine Fotostopps. 😉 Eine TRANSFER-STATION mussten wir dringend anfahren, da es nur wenige Mülltonnen und Behälter für Glas, Papier und Plastik gibt. Dort müssen wir unseren Restmüll und alles, was recycelt wird, hinbringen. In Te Kao und Houhora standen wir vor verschlossenen Türen, denn sie hatten nur an bestimmten Tagen und dann auch nur bis mittags geöffnet. Pech gehabt! 😳Aber der Ninety Mile Beach war immer offen und so fuhren wir hinter Rajo 10 km auf einer Schotterstraße nach Hukatere, welch eine Freude! 😊

Einen richtigen Parkplatz fanden wir nicht und im Sand stecken bleiben wollten wir auch nicht. Zu guter Letzt fanden wir eine kleine Bucht, in der schon ein PKW stand. Der 90 Mile Beach, der eigentlich nur 88km lang ist, zeigte sich uns mit seinem riesigen Strand, hohen Dünen und einem tosendem Meer. Barfuß 👣wanderten wir am Wasser entlang, wurden mehrfach von hohen Wellen 🌊überrascht und bis zu den Oberschenkeln nass. Gut, dass die „Tasman Sea“ angenehm warm war! Nicht nur Wanderer nutzen diesen Strand, sondern Geländewagen und Busse düsen über die Piste. 🚌🚙Wer hier mit dem Auto entlang fährt, sollte vorher den Gezeitenkalender studieren. Denn nicht selten sollen hier Autos im Sand stecken geblieben sein. Wir sahen hingegen nur wenige Menschen und Autos an diesem Tag. 🤗

Die Wiege Neuseelands

Bei sommerlichen 21° setzten wir unsere Fahrt zu der viel beschriebenen Bay of Islands fort, eine kurze abenteuerliche Fahrt. So steht es in meinem persönlichen Tagebuch. Wenn ich jedoch an einige spätere Strecken denke, ließ sich alles noch steigern.😳 Werner muss sich voll auf den Straßenverlauf konzentrieren; Fotografieren während der Fahrt – wie in Amerika – das ging gar nicht.

Wir machten Halt im Ort Opua mit einem netten kleinen Hafen. Von dort aus kann man mit der Fähre nach Russell übersetzen. ⛴ Weiter ging es nach Paihia, wo wir zum ersten Mal Parkgebühren zahlten. $$ Hier kann man verschiedene Schiffstouren buchen, mit dem Helikopter die Inselwelt von oben betrachten und vieles mehr. Wir wollten uns lieber selbst bewegen, wanderten am Strand entlang, genossen den Blick auf die Inseln und warteten auf die Sonne, die hinter den Wolken verschwunden war. 🌥Ja, das Wetter ändert sich in Neuseeland schnell und wenn die Sonne verdeckt wird, ist es gleich vieeel kälter. Also muss immer eine Jacke mit, auch wenn es noch so warm ist. 😇

Uns hielt es nicht länger in der Bucht, denn wir waren neugierig auf die Waitangi Treaty Grounds, die ganz in der Nähe liegen. Für den Besuch des Museums war es schon zu spät, also fuhren wir zu einem Übernachtungsplatz in der Nähe (20 min Fahrt). Es war ein CAP-Platz. Auf diesen Plätzen kann man gegen eine Gebühr übernachten. Der Motelbesitzer begrüßte uns freundlich und winkte ab, als wir uns nach den Kosten erkundigten. 👍 Wir genossen die Ruhe und den Blick ins Grüne.

Am nächsten Tag bekamen wir auf den Waitangi Treaty Grounds (506ha) einen großen Einblick in die Geschichte Neuseelands🇳🇿 . Schon vor dem Eingang wurden wir freundlich von Maoris begrüßt. Der Eintritt ist nicht günstig, aber meiner Meinung nach gerechtfertigt.
Auf dem weitläufigen Gelände finden verschiedene Aktivitäten statt: Die Präsentation eines Tanzes (haka), eine Führung über das Gelände und ein Besuch des Museums. Neugierig auf die „Zeremonie“, so wie die Aufführung auch genannt wurde, wanderten wir zum „The Carved Meeting House“(Te Whare Runanga) 🚶‍♀️🚶‍♂️. Der Weg führte durch den Busch und endete auf einem Wiesengelände, von welchem man einen wunderbaren Blick auf die Bay of Islands hatte. 😊

Um 11 Uhr sollte die Vorstellung beginnen, so langsam sammelten sich einige Leute dort. Wir wurden zu einem Platz geführt, an dem wir warten sollten und es wurden einige Worte an die Gruppe gerichtet. Manchmal lachten die Leute um uns herum, aber wir verstanden nicht alles, was die junge Maori sagte. Nun wurde ein Freiwilliger gesucht. Klar, dass sich keiner meldete – die Situation kam mir irgendwie bekannt vor. 😉 Da wir genau in der Mitte standen, schnappte sie sich Werner und los ging es. Wir wussten beide nicht, was nun kommen sollte. Später konnten wir uns alles zusammenreimen: Wir, die Zuschauergruppe, waren ein Stamm und trafen auf einen anderen Stamm. Ja und wer war der „Chief“? – Werner! 😀 Plötzlich kamen die Darsteller des anderen Stammes aus dem Haus und zeigten mit furchterregenden Gesten ihre Stärke. Gut, dass Werner bei dem ganzen Spiel von einer Maori begleitet wurde! Er nahm ein Farnblatt entgegen und wir durften ihm ins Meeting House folgen. 🌿Alle mussten die Schuhe ausziehen und sollten sich leise verhalten. 🙊Für Werner war der Ernst noch nicht vorbei, alle anderen durften sich hinsetzen, die Häuptlingsfrau (ich) vorne in der Mitte. 😉

Ein weiteres Mal zeigten die männlichen Darsteller ihre Kräfte, ihr „Chief“ hielt eine Rede und nun sollte Werner eine Rede halten, ganz schön aufregend! Er fasste sich kurz und sagte: „Wir kommen in Frieden.“ 🏳️ Nun wurde er mit einem „hongi“ (pressing of noses) willkommen geheißen und durfte sich zu mir setzen. Jetzt folgte eine beeindruckende Darbietung mit vollem Körpereinsatz, Gesang und Jonglage mit mehreren „poi“ und „sticks“. 😊Wer schrickt nicht zusammen, wenn unerwartet eine Speerspitze kurz vor dem Gesicht stoppt? ⁉️
Die Darsteller (drei Männer und drei Frauen) schienen selbst viel Freude an der Performance zu haben und wir waren beeindruckt.  😊😊😊

In einem Meeting House treffen sich auch heute noch die Repräsentanten eines Stammes zu allen wichtigen Angelegenheiten. Das Besondere an Whare Runanga (s.o.) ist, dass es ein Versammlungshaus für alle Stämme ist. Der Innenraum ist ein wahres Kunstwerk, in dem die Geschichte und Kultur der Maori-Stämme dargestellt werden.
Die nun folgende Führung begann schon ganz locker mit dem Hinweis, dass wir den Namen des Maoris sowieso nicht behalten können und wir ihn John, Bill etc. nennen dürfen. 😉
Mit John spazierten wir über das Gelände und er informierte uns ausführlich über einige Besonderheiten. Ausgerüstet mit Headset konnten wir ihn jederzeit gut verstehen. So hat das Alphabet der Maori weniger Buchstaben, was man an den Städtenamen erkennen kann: Ruakaka, Kawakawa, Tokatoka.
Beeindruckend war seine Schilderung über den Vertrag von Waitangi. Nachdem Anfang des 19. Jahrhunderts die ersten europäischen Siedler in der Bay of Island ankamen und die Zahl der in Russell ankommenden Schiffe immer weiter stieg, nahmen die Engländer ihr Ziel in Angriff, Neuseeland zur britischen Kolonie zu erklären. Der Vertrag wurde in beiden Sprachen verfasst, aber verschieden ausgelegt. Der Begriff des „Landverkaufs“ war weder in der Sprache noch im Bewusstsein der Maoris verankert. Dies war jedoch ein zentraler Punkt im Vertrag. Nach und nach haben die Häuptlinge den Vertrag unterschrieben, aber es kam später noch zu vielen Unruhen im Land. 😳
Dies alles ist eindrücklich in einem Film im Waitangi Museum zu sehen.

John erzählte uns noch viel über das Treaty House, in dem der Vertrag am 6.2.1840 geschlossen wurde. Es war das Wohnhaus von James Busby, der den Vertrag vorbereitete. Das Meeting House der Maori wurde erst genau 100 Jahre später eröffnet…
Interessant war noch das 35 m lange „ceremonial war canoe“, Ngatokimatawhaorua, das mindestens 76 Paddler benötigt, um es sicher auf dem Wasser zu fahren. Jedes Jahr wird es am 6. Februar zum Tag der „Waitangi Day celebrations“ zu Wasser gelassen. 🛶

Nach der Führung stärkten wir uns erst einmal im Whare Waka Café, bevor wir uns ausgiebig im Waitangi Museum informierten. 🌮☕️
Der Besuch der Waitangi Treaty Grounds hat uns nachhaltig beeindruckt und noch lange beschäftigt. Erfüllt fuhren wir am späten Nachmittag noch 80 km weiter zur Karikari Peninsula. 😊😊😊

 

Von Auckland bis Kawakawa

Nun sind wir schon zwei Wochen mit dem Wohnmobil unterwegs und haben so viel gesehen und erlebt, dass ich gar nicht weiß, wie ich diesen Bericht verfassen soll. Das schon einmal vorweg: Das Zertifikat „Self-Contained“ hat sich schon – im wahrsten Sinne des Wortes – bezahlt gemacht. 😊 Nur einmal mussten wir einen privaten Campingplatz ansteuern. In unserem „Travel Directory 6“, dem Clubkatalog für Mitglieder des NZMCA finden wir freie Übernachtungsplätze, Entsorgungsstationen und auch viele andere Plätze mit geringen Gebühren, aber auch Campingplätze mit dem vollen Angebot, so wie Strom, wifi, Duschen, Waschmaschine etc..

Nach unserer ersten Übernachtung in Auckland auf einem Parkplatz vor einem schon geschlossenen Campground ging die wunderbare Fahrt ins Grüne endlich los. Unser erstes Ziel, der Shakespeare Regional Park auf der Halbinsel Whangaparaoa an der Ostküste war ein schöner Einstieg. Als der Regen eine Pause machte, wanderten wir los und mussten am Eingang erst einmal die Schuhe säubern und desinfizieren. 👟 Eine neue Erfahrung, die wir immer wieder machten, bevor wir in den Wald gingen. Diese Maßnahme dient dem Schutz der Kauri-Fichte, worüber ich später noch berichte. Im Wald kam ein bisschen das Gefühl von Urwald auf, riesige Farne, fremde Bäume, andere Gerüche und Vogelstimmen, alles war neu für uns.🌿🐧 Nach dem Wald führte der Weg über eine Wiese mit Schafen 🐑🐑zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt, von dem aus wir die traumhafte Bucht mit ihren Inseln überblicken konnten. Das sollte nun immer so weiter gehen, ein Ausblick war schöner als der andere. 😊

Am Abend machten wir unsere erste Erfahrung mit dem sogenannten „Freedom Camping“. Gemeinden und Städte erlauben an ganz bestimmten ausgeschilderten Plätzen eine Übernachtung für zwei bis sechs Camper oder andere Autos mit dem oben erwähnten Zertifikat. 👍Ja, wir haben auch PKWs mit diesem gesehen, unglaublich! Wo haben sie wohl ihren Wassertank, Abwassertank und ihr WC? Meist stiegen junge Leute aus diesen Wagen….😉

Der erste Platz lag am Snells Beach, also direkt am Strand – Bäume, Spazierweg, Spielplätze – ein Traum! 🌊 Am nächsten Tag ging es weiter gen Norden, eine kurvenreiche Strecke – auch das sollte so bleiben. „Gerade Strecken gibt es hier nicht“, meinte eine Dame im Visitorcenter in Coromandel. Die Landschaft in Neuseeland ist hügelig, alles ist grün, Ziegen, unzählige Schafe und Kühe grasen auf den Wiesen. 🐐🐑🐄 In den Wäldern sehen wir  große Farne und verschiedene Palmenarten🌴, denn wir befinden uns im subtropischen Klima – auch wenn die Temperaturen (14-20°) eher gemäßigt sind. 😉 Wir können uns gar nicht sattsehen an dieser schönen Landschaft. Nur wenige Haltebuchten gaben uns die Möglichkeit, alles fotografisch festzuhalten. Bei einem „Lookout“ stolzierten einige Hähne und Hühner umher, die sich direkt einen warmen Platz unter dem Auto sicherten. 🐓🐓🐓

Als wir an einer wunderschönen Dünenlandschaft vorbeikamen, fanden wir durch Zufall wieder eine Übernachtungsmöglichkeit in Ruakaka, parkten und machten bei Ebbe einen langen Spaziergang am Strand. Einfach nur schön! 😊
Die sehr kurvenreiche Fahrt zu unserem nächsten Ziel führte uns an mit Mangroven bewachsenen Sumpfgebieten vorbei. Das Infocenter in Whangarei war geschlossen, aber das Café war geöffnet. Wir gönnten uns einen leckeren Capuccino und teilten uns einen frisch gebackenen Muffin, köstlich! ☕️🍪Nebenbei konnten wir auch unsere Mails abfragen und ein paar Nachrichten schreiben, denn fast jedes Café bietet wifi an. Das teuer erstandene Datenvolumen von 4GB war schnell verbraucht, so dass wir im Moment (10.10.) weder „unwichtige“ noch wichtige Dinge im Netz erledigen können. 🙁

Die Wanderung zu den Whangarei Falls begann wieder mit der Säuberung und Desinfektion der Schuhe. Der Weg führte am Fluss entlang durch den Wald und an Wiesen vorbei, sehr erholsam. Vögel waren zu hören, aber nicht zu sehen. Den Wasserfall ließen wir auf uns wirken, Werner fotografierte ihn von allen Seiten. 📷 Später hat er dann die Qual der Wahl, welches Foto am besten gelungen ist. 😉

Den Ort Kawakawa wollten wir auf jeden Fall besuchen, denn hier hat Friedensreich Hundertwasser seine Spuren hinterlassen. Unser Navi will uns die Strecke aber nicht anzeigen, sondern über große Umwege dorthin führen. 😳 Wir versuchten es immer wieder, aber es half nichts, wir mussten uns wie früher mit Autoatlas und Schildern den Weg suchen….😇

Tempo 100 vor der Kurve

Diese Fahrt glich einer Achterbahnfahrt, Kurven, Steigungen und auch die Straße an sich wies ein Gefälle auf. Nur in extremen Kurven wird eine geringere Geschwindigkeit empfohlen. Ansonsten gilt hier Tempo 100, genauso wie auf der Autobahn. Da hat man schnell eine ganze Autoschlange hinter sich, wenn man sich nicht an dieses Tempo hält. 🚗🏎🚐🏍🚙 Ab und zu gibt es die Möglichkeit schnellere Autos vorbeizulassen. Viele bedanken sich dann, nur einmal wurde uns dabei der Stinkefinger gezeigt. 👎Da war wohl jemand ganz schön ungeduldig.

Zurück zu Friedensreich Hundertwasser. 🎨 Er ließ sich 1975 in Kawakawa nieder, wurde später eingebürgert und besaß in der Nähe eine Farm, auf der er nach seinem Tod beigesetzt wurde. Mit dem Baudenkmal, dem Hundertwasser Building in der Wynyard St., das ein wahres Schmuckstück ist, zeigt uns Hundertwasser, wie man Gebäude für Menschen bauen kann. In diese öffentliche Toilettenanlage geht man gerne hinein, verweilt lange an diesem Ort und möchte gar nicht wieder hinausgehen. 😇Ein kleiner Hundertwasserpark liegt dahinter und ich entdecke Camper von weitem. Gibt es sogar eine Schlafgelegenheit dort? – Yes! Vier Camper dürfen dort übernachten und wir erwischen den vierten Platz. Das gefällt uns. 😎