Alle Beiträge von Andrea und Werner Knopp

New York IV

Ein Treffen mit Freunden aus der Heimat in New York, das ist schon etwas Besonderes! Wie der Zufall es wollte, waren Merula und Peter zur selben Zeit bei ihrer Tochter und Familie in New York. Wir trafen uns am Freitag am Whitney Museum, das wir gemeinsam besuchen wollten. Dieser Plan änderte sich im Laufe des Nachmittags, denn es gab genug zu erzählen. 😉 Freudig begrüßten wir die vier New Yorker und freuten uns auch M.-B. und ihren kleinen Sohn zu sehen. Zuerst stärkten wir uns in einem kleinen Restaurant, denn es war schon Nachmittag und das Frühstück eine Ewigkeit her. –
Außerdem hatten wir schon einen langen Marsch hinter uns, da ich mir eine falsche Straße gemerkt hatte. 🙁 Also mussten wir die Strecke vom World Trade Center bis zur Gansevoort St. gehen und zwar zügigen Schrittes, denn wir wollten ja pünktlich sein. 😉 –
Nach dem gemütlichen Essen wurden wir zur High Line geführt, die wir sonst sicher nicht kennen gelernt hätten. Die Hochbahn wurde 1929 gebaut um die Straßen vom LKW Verkehr zu entlasten. Nach der Stilllegung lag sie jahrzehntelang brach und wurde dann zu einem Park (3 km) umgestaltet. Ein schöner Blick auf den Hudson River und die vielen interessanten Hochhäuser und Hotels in dieser Gegend! Bänke laden zum Verweilen ein und wir spielten sogar Fußball mit M., der mit seinen 15 Monaten noch nichts von Hochschüssen weiß. 😉
Ja, da hatten die Stadtplaner und Architekten einmal eine geniale Idee! Schon beim Hinweg war uns der Meat Packung District aufgefallen, den wir von hier oben gut überblicken konnten. Die ehemaligen Schlachthöfe wurden zu einem Szeneviertel am Hudson. Die High Line war gut besucht am Freitag Nachmittag, aber eine kleine Ecke zum Wechseln der Windel findet sich immer. 😉 Da Merula und Peter schon mehrmals in NYC waren und M.-B. hier lebt und arbeitet, erfuhren wir viel und bekamen eine Menge Tipps für die nächsten Tage. 🙂

Nach dem Spaziergang überlegten wir kurz, ob wir unser Treffen in Brooklyn gemeinsam in der „Stammkneipe“ ausklingen lassen. Wir entschieden uns dafür und das war gut so!!! Die Metro war nach Büroschluss voll, aber wir fanden auch mit dem Kinderwagen ein kleines Plätzchen in der Bahn. 😉 M. machte die Tour wunderbar mit und wir sangen „Zwei kleine Fische, die schwammen im Meer…“. M. ist ein fröhlicher Junge und offen für kleine Späße und Lieder. 🙂
In Brooklyn ließen wir es uns in der Stammkneipe gut gehen und genehmigten uns ein Sünner Kölsch; sogar Reibekuchen konnten wir bestellen. 😉 Später gesellte sich auch H. hinzu, der direkt von seinem Sohn in Beschlag genommen wurde. Nun hieß es Abschied nehmen, noch ein letztes Foto und den Heimweg zum Campground antreten. Wie so oft hatten wir Glück: M.-B. und Peter begleiteten uns, während Merula und H. mit dem kleinen M. nach Hause gingen. Gemeinsam fuhren wir mit der Metro zur Brooklyn Bridge und schlenderten über die Brücke, die den East River überquert. Von M.-B. erfuhren wir noch viel über das Leben in den USA/ NYC, was wir auf unserer Tour nicht alles mitbekommen….
Jetzt hieß es noch einmal Abschied nehmen und wir fuhren in verschiedene Richtungen „nach Hause“.
Noch lange Zeit klang dieses Treffen in uns nach. Vielen Dank für die schönen Stunden!
🙂 🙂 🙂

 

 

 

New York III

Eigentlich wollten wir in New York täglich von unseren Erlebnissen berichten, aber die Abende im Wohnmobil sind kurz und wir recht müde. 😉
Also berichte ich heute von unserem dritten Tag, der Tour zur Freiheitsstatue. „Early birds“ sind wir nicht, daher kommen wir nicht vor 11 am los, eher später… Wir wollten mit der Fähre von New Jersey City zum Liberty State Park fahren, denn dort fährt die Fähre nach Ellis Island und Liberty Island ab. Als wir uns im Office des Campgrounds nach der Anlegestelle erkundigten, bot uns ein Busfahrer an, uns kostenlos mitzunehmen, da er mit vier Campinggästen in die gleiche Richtung fuhr. Wohin die Bustour insgesamt gehen sollte , wussten wir nicht, aber wir nahmen das Angebot an und unterhielten uns mit den zwei Paaren, die auch „on tour“ waren.

Die Karten waren schnell gekauft, aber es dauerte eine ganze Weile, bis das Schiff losfuhr. Geduldig muss man schon sein, wenn man bekannte Sehenswürdigkeiten besichtigt. Auch darf man größere Menschenmengen nicht scheuen. 😉 Vorher mussten wir noch durch eine Sicherheitskontrolle wie beim Flughafen, durften jedoch unsere Wasserflaschen behalten. Wir genossen wieder den Blick auf die New Yorker Skyline und stiegen auf Ellis Island aus, um uns das „Immigration Museum“ anzuschauen. Die Geschichte Amerikas wird hier anschaulich dargestellt, leider reichte die Zeit nicht, um alle Räume anzusehen. („Early birds“ sind da im Vorteil!!!) Denn wir wollten genügend Zeit für die „Statue of Liberty“ haben. Nun fuhren wir mit dem nächsten Schiff in Richtung Liberty Island. Werner stand wie immer in der Pool Position am Heck und fotografierte. Je näher wir an unser Ziel kamen, umso aufgeregter wurden die Leute an Bord. Ein tolles Gefühl, die Freiheitsstatue vom Wasser aus zu sehen! 🙂 🙂 🙂

Auf der Insel angekommen, mussten wir den Rucksack einschließen und die nächste Sicherheitskontrolle durchlaufen. Endlich war es so weit! Wir konnten in das Innere des Sockels gehen und schauten uns zuerst die Ausstellung an, in der Teile der Statue in Originalgröße zu sehen waren. Ganz schön groß ist so ein Fuß! Beeindruckend ist die Konstruktion aus Stahl und Kupferblech. Ein Meisterwerk der Bildhauerei und Ingenieurkunst ! 🙂 Nun stiegen wir die Treppen hoch bis zur Aussichtsplattform auf dem Sockel, denn die Wendeltreppe zur Krone durften wir nicht hoch klettern. 400 Menschen dürfen pro Tag bis zur Krone – bis Januar alles ausgebucht! Wenn man von der Plattform nach oben schaut, wird einem ganz schnell schwindelig, aber einer kleiner Blick muss sein! Der Rundblick auf New York gefiel uns und wir sahen uns die Stadt ausgiebig von allen Seiten an. 🙂
Wieder unten angekommen umrundeten wir das Denkmal noch auf verschiedenen Ebenen und genossen den Anblick, bis die Ranger kamen und allen erklärten: „Only 5 minutes, take your last photo!“ Auch ich machte noch ein Foto, das ich Benno schickte, denn er ist ganz begeistert von der Freiheitsstatue. Sein großer Wunsch ist, dass sein Opa die Statue für ihn malt. 😉

Mit dem Schiff ging es zurück zum Liberty State Park und mit der Fähre zurück zum Campground am Hafen. Im State Park entdeckten wir ein Denkmal, das an 9/11 erinnert,  mit den Namen der Verstorbenen versehen:
„Empty Sky: New Jersey September 11th Memorial“
Das Denkmal forderte uns richtig dazu auf, einmal zwischen den Wänden hindurch zu gehen und viele Namen zu lesen…….

New York II

Manhattan bei Tageslicht und eine Tour durch Chinatown, das hatten wir uns für den zweiten Tag vorgenommen. Gut, dass wir so bequem mit der U-Bahn von New Jersey nach New York fahren können! Die U-Bahn, PATH (Port Authority Trans-Hudson) unterquert den Hudson River und gehört nicht zur New York City Subway. Schon nach zwei Stationen kommen wir an der „World Trade Center Site“ an und halten an der Gedenkstätte noch einmal inne, lesen die Namen vieler Menschen, die dort ums Leben kamen. –

Das „One World Trade Center“ (früher: Freedom Tower), ein beeindruckendes Gebäude, ist nun das höchste Gebäude der Stadt. Interessant sind die Spiegelungen in den Hochhäusern. New York strotzt nur so vor interessanten Gebäuden, Skulpturen, Plastiken und und… Nachdem wir am Vortag den „Red Cube“ entdeckt hatten, gingen wir wieder auf die Suche nach der Skulptur the „Charging Bull“. Naiv zu glauben, dass wir den Stier allein fotografieren können! 😉 Eine Schar von Touristen umringte ihn und jeder wollte sich mit ihm fotografieren lassen. Mir war es ein wenig peinlich, aber ich ließ mich auch von Werner fotografieren.
Nach unserem Picknick in einem kleinen Park in der Nähe spazierten wir zur südlichen Spitze Manhattans ans Wasser und landeten im Battery Park. Gerade fuhr das letzte Schiff nach Ellis Island und zur Freiheitsstatue ab, ein Vorhaben für den nächsten Tag! Im Park entdeckten wir das Mahnmal „The Sphere“, eine Weltkugel, die am World Trade Center stand und am 11. September 01 nur leicht beschädigt wurde. Das sollte nicht die letzte Erinnerungsstätte sein, die uns in diesen Tagen begegnete. Einige Schritte weiter wurde es bunt: Wir erblickten eine Reihe von Weltkugeln, die uns dazu aufforderten, sich mit den aktuellen Themen der Gesellschaft auseinander zu setzen. Jeder Planet war zu einem anderen Thema gestaltet, z.B. Strom sparen, Kinder: „Unplugged Fun“, Regenwald, Müllvermeidung…. Die lebendige Auseinandersetzung mit diesen Themen findet auch in Amerika statt.
An die Seeleute, die nicht gerettet wurden, werden die Besucher New Yorks in beeindruckender Weise am Pier A erinnert. Schnell vergisst man die Zeit, wenn man das Werk betrachtet.

Nun wurde es aber Zeit nach Chinatown zu wandern! 🙂 Denn wir wollten diesen Teil Manhattans erleben und gleichzeitig den Tee für Jane bei „TenRens Tea“ kaufen. Diesen guten Tee aus Taiwan kann man nur in wenigen Städten kaufen. Warum nicht in New York? 😉 Auf dem Weg dorthin bekamen wir einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Stadtbewohner. Wir sahen einen belebten Spielplatz, Basketballspieler und einen liebevoll angelegten Garten mit kleinen Parzellen – und das alles zwischen Wolkenkratzern!

In Chinatown fanden wir eine ganz andere Welt vor! Im Teeladen angekommen wurden wir so gut beraten, dass wir uns auch gleich  etwas mitnahmen und in der Teestube nebenan  einen Jasmintee tranken, köstlich! 🙂 🙂 🙂 Nachdem der Tee gekauft war, ging ich beschwingt durch die Straßen und ließ die bunten Läden auf mich wirken. Es wurde langsam dunkel und die Geschäfte leuchteten in allen Farben. Werner schleppte den ganzen Tag sein Stativ mit, das nun zum Einsatz kam. 😉 In einem kleinen Lokal stärkten wir uns mit einer Suppe, bevor wir uns wieder zur Brooklyn Bridge aufmachten. Denn die Nachtaufnahmen vom Vortag sollten nun mit dem Stativ wiederholt werden!!! Dieser Weg hat sich gelohnt, denn wir konnten gleich zwei beleuchtete Brücken ins Visier nehmen, die Manhattan Bridge und die Brooklyn Bridge. Das imposante Segelschiff „Peking“ war leider nicht beleuchtet.

Auf dem Weg zur Brücke fiel uns ein geschäftiges Treiben auf dem Gehweg auf. Müllsäcke und Pappen wurden an den Straßenrand gelegt, je nach Größe des Geschäftes mehr oder weniger. Schon bald kamen uns Mülltransporter entgegen, die alles einsammelten.

Dieser Tag war wieder voll von neuen Eindrücken, nicht alles lässt sich in Worte fassen.

Ankunft in New York

Nun hieß es Abschied nehmen und das schöne ländliche Vermont hinter uns lassen. Wir fuhren in zwei Etappen, zuerst bei herrlichem Sonnenschein in Richtung New York (State). Auf der einen Seite leuchteten die Green Mountains in den schönsten Rottönen, auf der anderen Seite die Adirondack Mountains. Die Berge verabschiedeten sich von uns in den schönsten Farben. 🙂 Am „Champlain Canal“ fuhren wir entlang und machten eine Pause in Hudson Falls. Ab Albany folgten wir dem Hudson River, den Werner in Stillwater fotografisch festhielt. Auch die Wildgänse machten dort eine Rast. Ein Ahornbaum fiel uns ins Auge, der zur Erinnerung an eine Einwohnerin Stillwaters gepflanzt wurde. Sie war ein Opfer des Anschlags 9/11 in New York City.

Am nächsten Tag waren nach unserem obligatorischen Supermarkteinkauf nur noch 100 km zu fahren. Die Fahrt lief gut, aber je näher wir dem Ziel kamen, umso konzentrierter musste Werner fahren. Ich schmetterte derweil mit Udo Jürgens „Ich war noch niemals in New York“… Wir waren beide voller Vorfreude. 🙂 🙂 🙂

Der Campground direkt an der Marina ist ein schöner, strategisch gut gelegener Stadtplatz. Wir sehen die Freiheitsstatue in der Ferne und haben die Skyline von NYC im Blick. Am Nachmittag fuhren wir schon mit der Fähre nach Downtown Manhattan, eine rasante Fahrt (12 min). Die Kamera war mit 1/125 s kaum noch  zu halten!! Ein beeindruckender Anblick der Skyline vom Wasser aus! Drüben angekommen ließen wir die Stadt in der Abendstimmung auf uns wirken. Geschäftsleute eilten an uns vorbei, lange Schlangen bildeten sich vor der Fähre – Feierabend. Die Stadt war voller Leben: Banker, junge Leute, Touristen. Wir –  auf der Wallstreet! Zum Abschluss gingen wir zur Brooklyn Bridge,  wir hatten einen schönen Blick auf die Brücke, auf Brooklyn und auf Manhattan, den auch andere Paare im Abendlicht genossen. 🙂

Es war aber nicht der Abschluss, denn es kam doch anders! Wir wollten mit der Subway zurück fahren, fanden aber nicht die richtige Station. Wieder einmal fragten wir einen Polizisten, der uns den Weg erklärte. Die Station war am World Trade Center, so dass wir schon am ersten Tag die Gedenkstätte aufsuchten. Das Denkmal besteht aus zwei in die Erde eingelassene Brunnen, zwei riesige Becken, in denen das Wasser in die Tiefe fließt, wie ein schwarzes Loch. Das geht unter die Haut. Der Gedenkbrunnen heißt „Reflecting Absence“.
Werner jagte mir an dieser Stelle eine Schrecksekunde ein. Eilig zog er am Beckenrand seine zweite Kamera aus der Tasche, als seine Speicherkarte heraus und ins Wasser flog. Er wollte doch glatt über den Rand klettern, um die Karte herauszufischen!!! Mein lautes Veto hat wohl genützt, aber mein Schirm kam zu spät, die Karte glitt in die Tiefe. Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn…

Da wir keinen Plan von New Jersey hatten, mussten wir uns noch einige Male durchfragen, bis wir am Liberty Harbor angekommen waren. Für die nächsten Tage wissen wir nun Bescheid. 😉

 

Indian Summer

Der Indian Summer kommt in diesem Jahr mit Verspätung, denn im September war es ungewöhnlich warm und der Sommer war zu trocken. Schon seit Wochen habe ich mir die „Foliage Reports“ im Internet angesehen – überall war es noch grün. Je nördlicher der Ort liegt, umso eher beginnt der Herbst und somit die Färbung der Blätter. Vom Quechee Valley fuhren wir in den „Green Mountain Natural Forest“ in Richtung Killington und landeten in einem unserer geliebten State Parks. Eine tolle Einrichtung, diese Parks, die teilweise schon über 80 Jahre alt sind und immer erweitert wurden. 🙂

Im „Gifford Woods State Park“ lebten wir wieder in einer Idylle mit Lagerfeuer ohne Strom, aber mit Bären!!! Die Rangerin wies uns extra darauf hin, keine Lebensmittel und keinen Müll draußen stehen zu lassen, da Bären im Park leben……Wir haben keinen gesehen. 😉 Der Appalachian Trail führt über den Campground, direkt an unserem Platz vorbei, so dass wir vom Wohnmobil aus eine Wanderung in die Berge machen konnten. Es machte richtig Spaß den Trail zu gehen, auch bergauf ;-), und wir wurden mit dem „Deer Leap Overlook“ belohnt. Oben auf einem Felsen angekommen genossen wir die Sonne und nach und nach kamen mehrere Wanderer mit Hunden an, ein kleiner Hundetreff auf dem Berg. 😉 Nach dieser Wanderung gingen wir früh ins Bett. Wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten „hike“. 🙂

Willst du Leute treffen, dann male „En Plein Air“. Der Kent Pond ist ein idyllischer Platz, ein kleiner See in einem Gebirge. Hier halten die Fotografen an, um den „Indian Summer“ fotografisch festzuhalten. Ja, ein ganzer Fotokurs aus Ostfriesland schwärmte aus, um die Stimmung mit verschiedenen Objektiven, Blenden, Zeiten und Stativ einzufangen. Es war ein unterhaltsamer Tag, für Werner teilweise nicht einfach, sich auf das Malen zu konzentrieren. Ein Einheimischer aus Woodstock zeigte auf seinen Landkarten, wo der „Indian Summer“ noch viel schöner zu sehen ist, denn in diesem Jahr ist alles anders, da der Sommer so heiß und trocken war. Paare aus Rendsburg, Bern, Hannover und Illionois sprachen uns an, andere betrachteten Werners Bild und fotografierten es…. 🙂
Das Wetter war wechselhaft, so dass wir ständig andere Lichtverhältnisse hatten und die bunten Wälder sich immer wieder neu zeigten. 🙂

Dem Tipp des Woodstocker Fotografen, der auch Ölbilder malt, wollten wir gerne am nächsten Tag folgen, aber vorher noch einen Blick auf den See werfen. Schon am Morgen wurden wir mit strahlendem Sonnenschein verwöhnt, was den ganzen Tag so bleiben sollte. 🙂 Wieder gab uns ein Vermonter am See den Tipp, den Trail am See zu gehen, da dort so schöne Ausblicke zu sehen sind. Also gingen wir schon am Vormittag wieder ein Stück auf dem Appalachian Trail – diesmal ohne nennenswerte Steigung 😉 –  und genossen die vielen schönen Aussichten auf den See und die Berge aus einem anderen Blickwinkel. Wir bewunderten und fotografierten interessante Spiegelungen auf dem See.

Danach wurde es Zeit, die Route 100 gen Norden zu fahren, um den Indian Summer in Downingville und Lincoln zu sehen und fotografisch festzuhalten. Auf der Fahrt dorthin waren Anblicke, die der Amerikaner „breathtaking“ nennt, aber Werner durfte oft nicht anhalten…. In Rochester, einem typischen kleinen Ort, machten wir eine Pause und gönnten uns in einem urigen „Store“ eine kleine Stärkung. Außerdem fanden wir dort eine Post für unsere Hochzeitskarte, die wir dringend abschicken mussten. 😉

Weiter fuhren wir und waren gespannt, welcher Blick uns im Norden der Green Mountains erwartet. Oft hielten wir an, genossen den Blick auf die bunten Berge oder machten ein Foto (Werner). Am Ziel angelangt wurde das Stativ herausgeholt und mit verschiedenen Objektiven alles festgehalten. 😉 Manchmal störten die Strommasten, manchmal die langen Schatten….
Und immer wieder staune ich, wenn Werner auf die Bremse geht und einen Blick sieht, den ich so gar nicht gesehen habe. Wir fuhren auch noch zur zweiten Stelle, bevor es dunkel wurde und waren voll im „Indian Summer Fieber“. Gut, dass wir im Dunkeln noch einen Campground mit Strom fanden, an dem Werner seine Bilder direkt auf den Computer ziehen und ansehen konnte. Einen Fernseher benötigen wir in den USA nicht. 🙂

Der nächste Tag (9.10.) war regnerisch und daher gut geeignet, den Blog zu aktualisieren, diesmal ganz zeitnah. Nun haben wir noch drei Tage hier in den Bergen vor uns, der Indian Summer wird sich uns noch intensiver zeigen und eine Wanderung wollen wir noch unternehmen, bevor wir uns in die Großstadt begeben werden.

 

Back to Vermont – The Green Mountain State

Schon in der Nacht setzte der angekündigte Regen ein und prasselte auf unser Wohnmobil. Mit dem Regen fielen Blätter auf die Markise, die weggefegt werden mussten, denn eins war klar: Bei diesem Wetter hielt uns nichts mehr auf Cape Ann, der Waldboden weichte durch den Regen langsam auf. Da ist schon so mancher stecken geblieben. 😉 Gut, dass wir die Capes von den Niagarafällen behalten hatten, sie dienten Werner nun zum Schutz vor dem strömenden Regen. (Jedenfalls teilweise……)Nachdem wir innen und außen alles klar gemacht hatten, reservierten wir noch den Campground in New Jersey für unseren Besuch in New York Mitte Oktober. 🙂 🙂 🙂

Nun hieß es dem Regen zu entkommen und dem Indian Summer in Vermont entgegen zu fahren. Wir fuhren an Boston vorbei, verließen Massachusetts und setzen unsere Reise in New Hamsphire fort. Nachdem wir Manchester rechts liegen gelassen hatten, lud uns der Sunapee Lake zu einer Pause ein. In Claremont, das ganz in der Nähe liegt, kehrten wir am nächsten Tag in einem netten kleinen Lokal ein. Zeitungen, eine gestimmte Gitarre, Wifi Stromanschluss, dazu verschiedene Sorten Fair Trade Kaffee und natürlich ein Sandwich mit Bio – Zutaten. Alles ganz nach unserem Geschmack, aber leider nur bis 3.30 pm geöffnet!

Die nächsten Tage verbrachten wir wieder in Vermont und lernten diese Gegend immer besser kennen, sei es durch Gespräche mit Leuten, die dort leben, durch den Besuch der Sugarbush Farm, die Wanderung zum Deer Leap Overlook, das „En Plein Air Painting“ am Kent Pond oder durch Ellen Stimsons Buch „Mud Season“.

Nun eins nach dem anderen: Vermont ist bekannt für seinen guten Cheddar und für den Maple Syrup. Beides durften wir in allen Variationen in der Sugarbush Farm probieren, vier Maple Syrup – Sorten, vom frühen leichten bis zum späten kräftigen Syrup. Von den mindestens 20 Käsesorten probierten wir einige und fanden zwei, die uns besonders gut schmeckten. Auch Marmelade, Senf, Relish stand zum Probieren bereit, so dass wir nicht die „Katze im Sack“ kauften, sondern lauter Köstlichkeiten erstanden. Spannend war es den „evaporator“, der aus einer großen Pfanne und einer Feuerstelle besteht, zu sehen. Dort wir der Ahornsaft zu Sirup gekocht, wofür eine große Menge Holz benötigt wird. Bei einem kleinen Rundgang durch den Wald konnten wir sehen, wie die Farmer heute vorgehen, um den Ahornsaft zu erhalten. Sie schleppen keine Eimer mehr, sondern leiten den Baumsaft durch ein Plastikröhrensystem, das von Baum zu Baum führt weiter.
Vor dem Haus beeindruckte uns eine Markierung der Schneehöhen der letzten Jahre. Kaum vorstellbar, wie hart die Winter in dieser Gegend sind!

Die Vermonter haben fünf Jahreszeiten (die Rheinländer ja auch ;-)): Frühling, Sommer, Herbst, Winter und „Mud Season“, wenn der Schnee schmilzt und alles im Matsch versinkt…. Früher hatten die Kinder in dieser Zeit auch schon einmal schulfrei! Das Buch mit diesem Titel schildert das Leben der Vermonter hautnah und so konnte ich vieles entdecken, was ich im Buch gelesen hatte und umgekehrt.

Die kleine Stadt Woodstock sollten wir unbedingt besuchen… ein Einheimischer erzählte uns, wer hier so alles einen Wohnsitz hat: Jonny Depp, Tom Cruise und Robert Redford. Auch Charles Bronzon habe hier gelebt und sei hier begraben. New Yorker und Bostoner suchen in Vermont Erholung, denn es gibt viel Natur und nur kleine Städtchen und Dörfer mit ihren urigen „Stores“.

Als wir zum Quechee Gorge fuhren und gerade parkten, setzte sich  ein alter VW Käfer Jeep rasant vor uns. Ein uriger Typ mit Zopf stieg aus, ließ den Motor laufen und fragte Werner stolz, ob er das Auto erkenne. ( 43 Jahre alt!!! – das Auto 😉 ). Wir plauderten noch eine ganze Weile und bekamen viele Tipps für diese Gegend. Unser Wohnmobil gefiel ihm sehr gut und prompt zeigte er uns ein Foto von seinem riesigen Camper, den er jedoch verkaufen wollte……. 🙂

Cape Ann – Gloucester

Es war mal wieder an der Zeit ein paar ruhige Tage einzulegen. Der Campground in Gloucester war dafür bestens geeignet. Da die Hochsaison vorbei war, hatten wir viel Platz auf dem bewaldeten Campingplatz und waren so ganz unter uns. Lesen, Frontscheibe putzen, spazieren gehen und malen. Es war herrlich! So, wie die Sonne am Himmel „wanderte“, wanderte ich auch mit meinem Stuhl, um immer wieder in der Sonne, die durch die Bäume strahlte, zu sitzen. 🙂  Werner baute seine Staffelei auf und malte. Nur die Streifenhörnchen flitzten umher, unglaublich, wie schnell sie sind! Vier Tage blieben wir auf demselben Platz, die längste Zeit bisher! Wir haben uns vorgenommen, öfter mehrere Tage zu bleiben, können uns aber nie sofort entscheiden und verlängern immer. 😉 Manchmal müssen wir innerhalb des Campgrounds umziehen oder der Platz ist ausgebucht, was zum Wochenende manchmal der Fall ist. (Jetzt im Quechee Pine Valley ist dies der Fall. 🙁 )

Der Campingplatzbetreiber riet uns am letzten Sonnentag vor dem vorhergesagten Regen, noch einige schöne Ecken des Capes aufzusuchen. Ganz in der Nähe gingen wir am „Wingaersheek Beach“ spazieren, einem Strand mit feinem strahlend weißen Sand und Felssteinen, die bei Ebbe freigelegt werden.

In der Stadt hielten wir am „Gloucester Fishermens and Fishermens Wives Memorial“ inne. Viele Männer kamen nicht vom Meer zurück…Diese kleine Stadt hat ihre Ursprünglichkeit erhalten. Es roch intensiv, aber angenehm 😉 nach Meer und Fisch. Werner sah einem Lobsterfischer gespannt zu, wie er seine Käfige mit Ködern füllte. Nach einem leckeren Essen im „Causeway Restaurant“ (Clamchowder und Haddock) kamen wir in der „Rocky Neck Art Colony“ mit Judith aus Minnesota ins Gespräch. Sie fertigt Seiden- und Batikbilder an und gab uns den Tipp, den Indian Summer in Vermont zu erleben. Im Vergleich zu Minnesota ist der Winter am Cape Ann harmlos, meinte sie. 🙂

Zum Abschluss fuhren wir nach Rockport, wo wir zwei Hamburgerinnen trafen, die leider schon am nächsten abreisen mussten. Uns gefiel die Abendstimmung in diesem kleinen Städtchen mit dem „Roten Haus“ im Hafen.
Wieder „zu Hause“ am Campground mussten wir sehen, dass wir unseren Platz fanden, denn der Campingplatz war in unserem Bereich nicht beleuchtet und stockdunkel!
Intensiv haben wir an diesem Ort die Salzwiesen bei Ebbe und Flut erlebt und staunten, dass sie bei Hochwasser fast ganz überflutet waren. 🙂
Von der totalen Mondfinsternis erfuhren wir zufällig von einem Amerikaner, der auch den Vollmond am 27.9.15 bewunderte. Ja, in unserer Auszeit lesen wir keine Zeitung, schauen keine Tagesschau und hören nur während der Fahrt manchmal Radio….Wir haben mindestens 90 Minuten zum Himmel geschaut. Ich konnte gar nicht aufhören, das Schauspiel zu bewundern. 😉

 

Salem – Boston – Winter Island

Nachdem wir uns von Petra verabschiedet hatten, fuhren wir an den nächstbesten Strand und landeten am „Revere Beach“. Ein langer, breiter Strand mit grobkörnigem Sand und vielen vielen großen Muscheln und einigen Schneckenhäusern! 🙂 Wir machten einen langen Spaziergang, sammelten Muscheln und winkten allen Flugzeugen zu, die am laufenden Band am Himmel zu sehen waren. 🙂 Erst als Petras Maschine in der Luft war, fuhren wir weiter in Richtung Lynn. Dort entdeckten wir einen Damm, der auf die Halbinsel Nahant führte, das sah vielversprechend aus! Felsen – Meer – ein schöner Blick auf Boston – aber kein Parkplatz weit und breit. Only for Residents! Wir genossen die tolle Aussicht vom Auto aus und ergatterten kurz vor der Rückfahrt aufs Festland einen Parkplatz. Dort erlebten wir den Sonnenuntergang mit Blick auf Boston, bis es dunkel war und die Häuser in der Ferne erleuchtet waren. Die Anwohner nutzten den Wind ausgiebig zum Wellenreiten. 🙂

Ein Campground in Salem war unser nächstes Ziel, denn von dort aus sollte eine Fähre nach Boston fahren – so war es auf unserer Karte eingezeichnet…..
Leider gab es keinen Hinweis auf einen Campingplatz in der Stadt, so dass wir zum Vistor Center fuhren und dort wieder alle wichtigen Informationen erhielten.
Salem in Schlagwörtern: Hexenjagd – China-Handel – Millionäre
Ein ausgiebiger Rundgang durch die Stadt sollte uns genügen, da wir uns am nächsten Tag Boston anschauen wollten. 😉

Der Campground „Winter Island Maritime Park“ ist ein idealer Ausgangspunkt für einen Bostonbesuch – 20 Minuten Fußweg bis zur Fähre und ca. 1 Stunde Fahrzeit mit dem Schiff! Die erste Fähre um 7 am und die Rückfahrt um 5.30 pm ist für 1/3 des normalen Preises zu haben. Da lohnt sich das frühe Aufstehen doch!

Das Morgenrot auf dem Hinweg – der Sonnenaufgang am Fähranleger – ein wolkenfreier Himmel –ein Kreuzfahrtschiff die „Balmoral“ lag ruhig im Hafen! Der Tag begann wie im Bilderbuch. 🙂  Und es sollte so bleiben, wenn man einmal von der Rückfahrt absieht…. Die Fahrt mit der Fähre – ein Katamaran – war ein Erlebnis. Der Blick auf die Küste mit ihren vorlagerten Inseln, die viele Vögel als Rastplätze nutzen, die Marina und die immer deutlicher zu sehende Skyline von Boston – traumhaft! Die Fähre hatte sogar Wifi und wir konnten unseren Kindern einen Gruß aus der Ferne senden. 😉

Im Visitor Center wurden wir von einer Rangerin beraten, die in Koblenz deutsch gelernt hatte und zwar zuerst das „Kovelenzer Platt“. 🙂  Wir hatten uns vorgenommen, den Freedom Trail zu gehen, den wir vom „Old State House“ bis zum „U.S.S. Constitution Museum“ gingen. Den Weg konnten wir nicht verfehlen, denn auf dem Bürgersteig führte ein gepflasterter Strich die Besucher zu 16 historischen Stätten. Wir erfuhren viel über die geschichtsträchtige Stadt, ihren Weg zur Unabhängigkeit, das Leben der Afro-Amerikaner vom 17. Jahrhundert an und die Einwanderung vieler Iren und Italiener. Rose Kennedy wurde in Boston geboren, in dem Viertel, das jetzt ganz in italienischer Hand ist. Wir staunten nicht schlecht, als wir ein italienisches Restaurant nach dem anderen im Stadtteil „North End“ vorfanden.

Zum Schluss ließen wir es uns nicht nehmen die 294 Stufen des „Bunker Hill Monuments“ im Stadtteil Charlestown hoch zu steigen. Kleinere Verschnaufpausen gönnte ich mir bei dem engen Aufstieg. 😉 Auch die Aussichtsplattform war nur für wenige Personen gedacht…..Der 73 m hohe Obelisk erinnert an den ersten Kampf des Unabhängigkeitskriegs. Eine kleine Fähre brachte uns von Charlestown zurück zur Long Wharf in Boston, wo unsere Fähre nach Salem abfuhr. Natürlich stärkten wir uns hier und da mit leckeren Köstlichkeiten, denn an diesem Tag hatten wir kein Picknick dabei. 😉 Auf der Rückfahrt kämpfte sich der Katamaran durch starken Seegang und mir wurde ganz anders zumute. Erleichtert verließen wir um 6.30 pm das Schiff, wanderten zum Campground und kamen nach Sonnenuntergang an. An diesem Tag ging ich früh schlafen, während Werner noch seine Fotos in Ruhe ansah. Dieser Tag wirkte noch lange in uns nach. 🙂

 

Cape Cod National Seashore

„Auf zu neuen Ufern“ im wahrsten Sinne des Wortes hieß es am 20.9.15. Wir wollten noch mehr Eindrücke von dieser großen Halbinsel mitnehmen. Im Province Lands Visitor Center gab uns eine Parkrangerin Tipps für Unternehmungen im Cape Cod National Seashore.  Wir fuhren zum“Highland Light“, auch „Cape Cod Light“ genannt. An diesem Ort wurde im Jahr 1797 der erste Leuchtturm Cape Cods errichtet und im 19. Jh. zweimal neu gebaut. Interessant ist, dass der 1857 errichtete Bau im Jahr 1996 um 140 m nach Osten verschoben wurde, da an der Steilküste die Gefahr bestand, dass er ins Meer stürzte. Jetzt steht der Leuchtturm auf dem Highland Golfplatz und der ehemalige Standort ist noch nicht im Meer versunken. 😉

Nun fuhren wir auf den Rat einer Amerikanerin zum „Coast Guard Beach“ (Truro) und erlebten herrliche hohe Dünen, einen weiten Strand, kalten Wind und hohe Wellen. Dänemark lässt grüßen! Und wieder eine nachdrückliche Warnung vor dem weißen Hai….. Nach einem Picknick im warmen Wohnmobil fuhren wir unseren neuen Campground am „Cape Cod Rail Trail“ an. Abends verwöhnte Werner uns mit einem super leckeren Essen vom Grill. Es war der 21.9. und wir waren nun genau zwei Monate „on tour“. 🙂

Am nächsten Tag wollten wir mittags am „Coast Guard Beach“ (Eastham) sein, um die Seehunde auf den Sandbänken zu sehen. Vorher sahen wir uns jedoch noch den „Marconi Beach“  mit Steilküste und hohen Dünen an und ließen uns vom kalten Wind durchpusten. Gespannt fuhren wir nun zum oben genannten Strand und staunten nicht schlecht: Mehrere Seehunde tummelten sich in Ufernähe im Meer und schauten die Menschen immer wieder an. Wir gingen ein gutes Stück am Ufer entlang und entdeckten immer größere Gruppen von Tieren. Noch nie sahen wir Seehunde in freier Natur so nah am Ufer! Am Strand flogen Sanderlinge und suchten Futter, nur der weiße Hai zeigte sich nicht. Gut, dass er so menschenscheu ist. 😉 Am Strand war es sehr kalt, so dass wir unser Picknick windgeschützt am „Doane Rock“ mit einem Platz an der Sonne einnahmen.

Nun wurde es Zeit, einen Campground aufzusuchen und wir fuhren ein Stück auf der Nebenstraße 6A, wo wir ein schönes Haus nach dem anderen sahen, alles war sehr gepflegt…Der Campground in Dennisport hörte sich vielversprechend an, direkt am Meer, wifi…Mit Natur hatte dieser Platz nicht mehr viel zu tun, das meiste war zugepflastert…Ein kurzer Gang zum Strand und wir bereiteten wieder ein leckeres Abendessen zu. Es war unser letzter gemeinsamer Abend und Petra packte ihre Koffer. Plötzlich entdeckten wir eine Bewegung und sahen ein Stinktier an uns vorbeiziehen. Unglaublich, was hier so alles in der Nacht umherstreift!

Am 22.9.15  fuhren wir um 12 Uhr über die „Sagamore Bridge“ und sagten Cape Cod ade. Gerne wären wir länger geblieben, denn wir hatten noch lange nicht alles gesehen…
Die Fahrt zum „Boston Logan International Airport“ lief einwandfrei, keine Brücke mit Gebühren… 😉 Da wir am „Gate E“ weder parken noch halten durften und auch noch ein Polizeiwagen vor uns stand, verlief der Abschied im Halteverbot kurz und schmerzlos. Wir hatten eine schöne gemeinsame Zeit auf Cape Cod. 🙂 🙂 🙂

Cape Cod – gulls, whales, white sharks and seals

Den nächsten Tag ließen wir ruhig angehen; Berichte schreiben, Fotos bearbeiten und Markise säubern waren angesagt. (Harz aus dem Acadia National Park) 🙁
Am Nachmittag wollten wir zu den Leuchttürmen wandern, ein schönes Ziel, nicht weit entfernt – dachten wir! Schon bald sahen wir einen Maler „en Plein Air“, eine schöne Ecke hatte er sich ausgesucht! Ein Kayak wurde ins Wasser gelassen und glitt schnell über das Meer. Wir wanderten weiter bis zum „Breakwater“, einem 1,2 Meilen langen Damm und lasen das erste Mal von Seehunden und weißen Haien. Das konnte ja noch spannend werden! Auf dem Damm suchten wir uns eine schöne Stelle aus und beobachteten das Meer, die Möwen und den Himmel. Nach einer Weile entdeckten wir ein Hochzeitspaar und siehe da – sie kamen auf den Damm zu, ein schönes Motiv für das Paar, Damm und Leuchtturm im Hintergrund und das perfekte Licht am späten Nachmittag!  Wir wurden gebeten aus dem Blickfeld auf die andere Seite zu gehen.
Bis zum Sonnenuntergang genossen wir unseren Blick, die Möwen flogen über uns hinweg und fanden am Damm beim abfließenden Wasser (Ebbe) ihre Nahrung, z.B. Krebse. Eine wahre Freude für die Tierfotografin Petra. 😉 In der Ferne sahen wir über dem Leuchtturm „Wood End Light“ eine große Schar von Möwen kreisen. Nach dem Sonnenuntergang am wolkenlosen Himmel wanderten wir durch die Stadt zurück und ließen die beleuchteten Häuser in der Abendstimmung auf uns wirken. 🙂
Beim Leuchtturm sind wir übrigens nicht angekommen, das war dann doch zu weit für den Nachmittag. 😉 Wir sahen keine Seehunde und der weiße Hai ließ auch auf sich warten….

Nachdem wir wieder bestens zu dritt im Wohnmobil geschlafen hatten, stand eine Radtour auf dem Programm. Schnell das Picknick eingepackt, ein Fahrrad ausgeliehen und ab ging`s auf den „Provincelands Bike Trail“! Leuchtend blaues Meer und grobkörniger Sand am „Herring Cove Beach“ stimmten uns auf unsere Tour ein. 🙂 Dieser Tag sollte ein unvergesslicher Tag für uns werden! Auf der herrlichen Fahrt durch die Dünen wurde uns klar, warum Cape Cod auch das amerikanische Sylt genannt wird. Aber in Amerika ist alles größer und weitläufiger… Es ging bergauf und bergab – der Einsatz des Motors war hin und wieder angesagt. Da Petra jedoch kein E-Bike ausleihen konnte, schob ich ganz „schwesterlich“ auch das Rad den Hügel hinauf. 😉 Die Radtour an sich war schon ein Vergnügen, aber der Höhepunkt des Tages kam am „Race Point Beach“.

Hungrig packten wir unser Picknick am Strand aus, als plötzlich alle Leute neugierig auf das Meer schauten: Wale stießen große Wasserfontänen aus und tauchten aus dem Wasser auf. Es schienen zu sein und wir schauten gebannt auf das Meer. Schnell holte Werner sein Teleobjektiv heraus und war für die nächsten drei Stunden beschäftigt. Gut, dass Petra einen Wanderstock dabei hatte, den man auch als “ Ein-Stock-Stativ“ nutzen kann. Petra hatte ihr Teleobjektiv leider zur Radtour nicht mitgenommen….
Anhand der Fotos konnten wir später die Walart bestimmen, es waren Buckelwale, die sich so nah an der Küste tummelten. Sie waren aktiv und kamen immer wieder aus dem Wasser hervor. Zu gerne wären wir ihnen ein wenig näher gewesen! Lange beobachteten wir das Meer und freuten uns jedes Mal, wenn wir Wale zu Gesicht bekamen, mal die Schwanzflosse, mal die Flipper, mal die Buckel und einmal den ganzen Oberkörper! Ein tolles Erlebnis!  🙂 Zum Abschluss erblickten wir zwei Seehunde, die direkt am Ufer entlang schwammen und das bunte Treiben am Strand beobachteten. Jetzt fehlte nur noch der weiße Hai, der jedoch Gott sei Dank nicht ans Ufer schwamm. 😉 Es fiel uns schwer hier wieder loszufahren, aber wat mutt dat mutt, und wir fuhren in der Abenddämmerung durch die Dünen in die Stadt.

Wir fuhren am Friedhof vorbei, wo Fledermäuse über unsere Köpfe hinweg flogen und landeten auf der Commercial Street. Es war Samstagabend und die Stadt voller Touristen! Auf dem Weg zum Brauhaus kam uns ein Polizeiwagen entgegen, der die Parade „Harbor to the Bay Bike Ride“ anführte. (Charity bike ride for AIDS, Boston to Provincetown). Motorräder, Radfahrer und Tribikes kamen uns entgegen, eine bunte Schar von Menschen!
Obwohl es in der Stadt so voll war, fanden wir einen Platz im Lokal (draußen!) und ließen uns ein Auberginenspecial bzw. einen Quinoaburger schmecken. Alles oberlecker! 🙂