Valencia

Nach dem schönen Aufenthalt in der Natur war Valencia, die drittgrößte Stadt Spaniens, unser Ziel. Wir fuhren auf der Nationalstraße gen Süden und trauten unseren Augen nicht: Apfelsinenplantagen säumten die Straße – so weit das Auge reicht . Hin und wieder sahen wir fast verblühte Mandelbäume und Olivenhaine.
Als wir die vielen Hochhäuser an der Küste erblickten, wollten wir die Stadt Valencia fast links liegen lassen. Auf dem Weg zum Stellplatz in El Saler, in der Nähe einer Lagune gelegen, sahen wir jedoch die modernen Gebäude der Stadt. Das mussten wir uns ansehen!

Bequem fuhren wir mit dem Bus in die Stadt. Als wir ankamen, waren wir überrascht über die schönen Häuser, die teils reich verziert waren. Leider hatten wir den Stadtplan vergessen und so mussten wir uns an den Hinweisschildern orientieren. Ein aufmerksamer Herr empfahl uns zum Mercat de Colon zu gehen, der im Jugendstilviertel liegt – eine wunderschöne Halle, die Läden, Cafés und Restaurants beherbergt.
Ganz in der Nähe liegt der im Jugendstil erbaute Estación del Norte, ja Bahnhöfe können richtig schön aussehen. 🙂 Zielstrebig gingen wir zum Mercat Central, der mit einem riesigen Angebot aufwartete. Noch nie habe ich so viele Fischstände auf einem Markt gesehen. Unglaublich! Hier gab es alles, was das Herz begehrt und dazu noch eine kunstvolle Halle, die allein schon einen Besuch wert ist. Wir kauften nur ein wenig Serranoschinken, denn wir wollten uns ja noch einiges in der Stadt ansehen.

Nach einer Stärkung in einem der vielen Lokale, die ein 3-Gänge Menü für Touristen anboten, gingen wir zur Plaza de la Virgen. Dort bestaunten wir die Catedral Metropolitana und fotografierten sie von allen Seiten. Über die Plaza de la Reina, mit Orangenbäumen bepflanzt, verließen wir den Altstadtkern in Richtung „Grüngürtel“. Dieser Bereich, der die Altstadt wie eine Schleife umschließt, ist ein herrlicher Park, der auch Angebote für Kinder und Jugendliche bereit hält. Einst floss hier der Río Turia in seinem breiten Flussbett um die Stadt.
In diesem Gürtel liegt auch die CAC die Ciutat de les Arts i les Ciències, eine futuristische Stadt der Künste und Wissenschaften. Der valencianische Architekt Santiago Calatrava schuf diesen Komplex. Die außergewöhnlichen Gebäude gefielen uns gut und erinnerten uns ein wenig an Sydney. Wir schauten uns alles von außen an – ein Besuch der vielen Angebote wäre sicher lohnenswert gewesen, aber auch zeitintensiv. Die Welt der Wissenschaft, ein botanischer Garten, ein Ozeanarium, ein Planetarium und ein Theater befinden sich hier in der CAC.

Uns hat die Stadt Valencia richtig gut gefallen und beim nächsten Mal bleiben wir sicherlich länger als einen Tag. 

Delta de L´Ebre

Im Naturschutzgebiet Delta de L`Ebre fühlten wir uns sofort wohl: Weit und breit waren nur wenige Häuser zu sehen. Die mehr oder weniger einspurige Straße machte das Fahren jedoch nicht leicht. Oft hielten die entgegenkommenden Fahrzeuge an, denn keiner wollte in das tiefer liegende Feld abrutschen. Das war Präzisionsarbeit – gut, dass es noch hell war!
Bei Amposta überquerten wir den Ebro (längster Fluss Spaniens) und kamen dann auch schnell auf dem gut besuchten Stellplatz an. Der Fluss hat über die Jahrtausende Schlamm und Sedimente ins Meer gespült und so eine platte, feuchte Ebene geschaffen – ideal für den Reisanbau! Die Felder werden im Frühjahr überschwemmt, sind im Sommer grün und werden im Herbst abgeerntet. Zurzeit waren die Felder hier noch nicht bestellt.  
Heute ist ein großer Teil des Deltas Naturschutzgebiet, ein Eldorado für Wasservögel. Viele Vögel, so z.B. Flamingos machen hier auf ihrem Flug von und zu ihren Winterquartieren Rast.

Bei unserem ersten Gang am nächsten Vormittag beobachteten wir eine Gruppe von Flamingos, die im Wasser stand und auf Nahrungssuche war. Ab und zu flogen einige weg oder kehrten zurück. Das war immer ein besonderer Moment für Werner, der blitzschnell seine Kamera gen Himmel richtete, um das Bild einzufangen. Mit ihren langen Hälsen und Beinen sind die Flamingos gut in der Luft zu erkennen. Nie sahen wir einen Flamingo allein im Wasser stehen – ganz im Gegensatz zu den Fischreihern, die wir bei unserer zweiten Wanderung beobachteten. Kormorane, Möwen und viele andere Wasservögel suchten auf den feuchten Feldern nach Nahrung. Auch im Schilf „tobte das Leben“, Vögel und Frösche gaben sich ein Stelldichein. Wir genossen die Stille und die Einsamkeit, denn wir trafen nur wenige Radfahrer.

Am späten Vormittag besuchten wir das Dorf Poble Nou del Delta, ein hübscher, kleiner Ort mit einer Kirche und vielen (geschlossenen!) Restaurants. In einer Gaststätte tranken wir einen leckeren Café con lêche, während die Einheimischen sich ein Bier gönnten.
Bevor wir am nächsten Morgen weiterfuhren, schauten wir noch einmal nach den Flamingos. Während sie anfangs noch zu ruhen schienen, boten sie uns plötzlich ein kleines Schauspiel. War es eine Rangelei oder ein Balzverhalten? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall war es schön anzusehen, wie sie ihre Flügel schlugen und sich ihre langen Hälse bogen.
Der Aufenthalt im Delta de L´Ebre hat uns richtig gut gefallen.

Katalonien

Von Collioure aus fuhren wir zuerst die kurvenreiche Strecke am Meer und machten in Llançà (Spanien) eine Pause. Bei unserem herrlichen Spaziergang am Meer entdeckten wir einen ungewöhnlichen Wellenbrecher im Meer. Der Künstler Carles Bros hat dieses Bollwerk aus Beton künstlerisch gestaltet. Hunderte von angedeuteten Sardinen fanden auf dem Wellenbrecher ihren Platz. Gewidmet hat er dieses Kunstwerk den Fischern und den Fischen im Meer. Der Ort befand sich derzeit noch im Winterschlaf, die meisten Geschäfte, Cafés und Restaurants waren geschlossen. Überall sahen wir heruntergelassene Rollläden in den Ferienhäusern. Daher konnten wir auch bequem in einer Seitenstraße parken und keiner störte sich daran.

Weiter ging es durch die Berge in Richtung Autobahn, denn wir wollten uns die Stadt Girona anschauen, die im Hinterland der Costa Brava liegt. Der Stellplatz für Wohnmobile liegt dort so zentral, dass wir zu Fuß in die Altstadt gehen konnten und das bei 17°C! Bis zum Sonnenuntergang schlenderten wir durch die engen Gassen der Altstadt und spazierten auf der mittelalterlichen Stadtmauer (Muralla), die einen Großteil der Altstadt umschließt. Es sind auch noch Stadtmauern aus älteren Epochen zu sehen – spannend! Der Blick auf die mittelalterlichen Bauwerke der Stadt und die antiken Ruinen änderte sich immer wieder – zur Freude des Fotografen. ;-))

Am nächsten Tag gingen wir noch einmal in die Stadt. Zuerst mussten wir den Rio Onyar überqueren, in dem sich die bunten Häuserfassaden spiegelten. Ein schönes Bild! Der Gang durch das jüdische Viertel El Call war interessant, aber auch bedrückend, wenn man an den wieder aufkeimenden Antisemitismus denkt. Hier waren die Gassen noch enger, teilweise schienen sich gegenüberliegende Fassaden zu berühren. Als der Antisemitismus im 11. Jahrhundert (!) aufkam, trennte man das Viertel durch Mauern vom Rest der Stadt ab, es wurde zum Ghetto.

An diesem Vormittag war Leben in der Stadt. Viele Schulklassen besichtigten die Kathedrale Santa Maria, so dass der Geräuschpegel nicht unerheblich war…Die imposante Kirche hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert. Es wurden Teile abgerissen und einzelne Teile stehen gelassen, z.B. ein Turm der romanischen Kirche (Karl der Große). Renaissance, Barock und Gotik und Romanik – bunt gemischt. Beeindruckend fand ich den Innenraum: Es ist das größte stützenlose gotische Gewölbe Europas: 51m lang, 23 m breit, 34 m hoch. Auch im romanischen Kreuzgang hielten wir uns lange auf.

Zur Stärkung aßen wir unsere erste Paella während dieser Reise mit Tintenfisch samt Tinte, natürlich draußen in der Sonne. Zum Nachtisch kauften wir uns leckeren Kuchen beim Bäcker. 🙂 Beim Rückweg überquerten wir den Rio Onyar über die Brücke Pont de les Peixateries Velles. Ihre rote Metallkonstruktion bot uns neue Fotomotive. 🙂

Da wir Barcelona schon einmal besichtigt hatten und wir Neues entdecken wollten, ließen wir die Stadt links liegen und fuhren bis Roda de Berà/Creixell kurz vor Tarragona. Dort gibt es einen schönen einfachen Stellplatz unter Pinien mit einem freundlichen Betreiber, der englisch spricht. Obwohl ich seit einem halben Jahr spanisch lerne (online), verstehe ich nur Bruchstücke und spreche nur wenige einfache Sätze. Aber mit einem !Hola! zaubere ich immer ein Lächeln in das Gesicht meines Gegenübers. :-)) Die Fahrt hierher war teilweise sehr! anstrengend, besonders für Werner, der Barcelona zur Rushhour umfahren musste, Wochenendverkehr am Freitagnachmittag! Ein Abendspaziergang am Strand entschädigte uns.

Am nächsten Tag wanderten wir an der felsigen Küste bis zum nächsten Ort – einfach herrlich! Da wir noch ein paar Lebensmittel benötigten, ging es danach gleich weiter zum nächsten Supermarkt. Wir gingen nicht an der viel befahrenen Hauptstraße entlang und gönnten uns noch einen 3 km langen schönen Spaziergang in der Natur. 😉
Der Stellplatz bot uns nicht nur Duschen, WC und Waschmaschine, sondern auch Internet, das wir gerne nutzten. Endlich konnten wir unseren ersten Beitrag veröffentlichen.

In Tarragona wanderten wir nach einer Stärkung im Wohnmobil zur Ruine am Meer. In den Steinblöcken waren deutlich die Versteinerungen von gepanzerten Meerestieren zu sehen. Das fand ich spannend. Es waren viele Leute unterwegs – Sonntagsspaziergang oder Touristen? Im Hafen konnten wir einen historischen Segler bestaunen und fotografieren.

Zum krönenden Abschluss sahen wir uns nach einem Aufstieg das Amfiteatre Romà an. Immer wieder begegnen wir hier in Spanien den alten Römern. Was wird wohl in vielen Jahren von unserem Zeitalter übrig sein? Die anschließende Fahrt durch Salou war ein Muss, denn hier verbrachte ich vor ca. 50 Jahren unseren einzigen Familienurlaub. Die meiste Zeit tauchte ich im Meer und das ohne Taucherbrille und Flossen!
Die Gegend hat sich in den Jahren natürlich sehr verändert – von der damaligen Idylle keine Spur! Die Küste ist so stark bebaut, ein Parkplatz war nicht zu finden und so fuhren wir weiter zum Ebro Delta.

Auf dem Weg nach Marokko

Unsere diesjährige Reise führt uns durch Frankreich und Spanien nach Marokko. Dort nehmen wir an einer 30-tägigen geführten Tour teil, worauf wir uns schon sehr freuen.
Zuerst fuhren wir jedoch nach Koblenz, wo wir uns zwei wunderbare Vorstellungen im Theater ansahen und die Zeit mit der Familie genossen. Danach ging es nach Pfinztal, wo wir auch einen Familienbesuch machten und ein paar schöne Stunden verbrachten. 

Hochwasser am Rhein in Koblenz

Die nun folgende Reise begann mit Startschwierigkeiten und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Das Auto sprang nicht an, eine neue Starterbatterie wurde fällig. Auch danach lief es noch nicht rund, denn die Aufbaubatterie wurde während der Fahrt nicht mehr aufgeladen. Erst als der Fehler gefunden und eine durchgebrannte Sicherung gekauft und ersetzt worden war, konnten wir uns entspannen und die Reise genießen.

Einen genauen Plan, wo wir wann übernachten, hatten wir nicht – das ist ja das Spannende und manchmal auch Aufregende an unseren Reisen. In Frankreich war unser erstes Ziel Belfort. Dort machten wir einen Rundgang durch die Stadt und schauten uns Reste einer Zitadelle an, die auf einem 70m hohen Felsen liegt. Dabei sahen wir auch das Wahrzeichen der Stadt den „Löwen von Belfort“. Die 22m lange und 11m breite Sandsteinfigur wirkte auf uns eher unscheinbar. Interessant ist jedoch, dass Auguste Bartholdi diese Figur schuf, denn er entwarf auch die Freiheitsstatue.

Der Löwe von Belfort

Am folgenden Tag sollte es stürmisch werden – ein Sturmtief kündigte sich an. Daher fuhren wir nur bis Bourg St. Andéol und machten einen Rundgang durch den kleinen Ort. Er war wie ausgestorben. Lag es an der Wettervorhersage? Am nächsten Morgen (Montag) war wieder Leben in der Stadt, Kinder wurden in die KiTa gebracht, Schulkinder waren unterwegs. Dieser Ort gefiel uns nicht so gut. Und schon ging unsere Fahrt weiter, denn die Gegend an der Rhône und an der Ardêche kennen wir recht gut, so dass wir zügig gen Süden fuhren. Es war übrigens der erste wärmere Tag (18 °), aber es sollte nicht so angenehm warm bleiben.

Pérouges

Am nächsten Tag übernachteten wir in Pérouges (in der Nähe von Lyon) und wurden morgens durch einen Hahnenschrei geweckt – wunderbar! Das mittelalterliche Dorf wurde liebevoll restauriert und wird von ca. 80 Menschen bewohnt, die dort arbeiten und leben. Die Galettes schmecken hier vorzüglich. Wer durch diese Gassen geht, sollte unbedingt festes Schuhwerk anhaben. 😉

Unser Ziel war Narbonne, die Fahrt lief gut, bis sich das Navigationsgerät abmeldete – die Batterie war leer. Also benötigten wir einen Stellplatz mit Strom, den wir auch in Narbonne-Plage fanden. Ebenso konnten wir am nächsten Tag die vorher erwähnte Sicherung kaufen und waren erleichtert, dass nun alles wieder in Ordnung war. In Gruissan-Plage wehte ein frischer Wind – die Winterjacke durften wir nicht so schnell im Schrank verstauen, auch eine Mütze war noch sehr nützlich. Herrlich, wieder am Meer zu sein! Wir schlenderten zum Segelhafen, der noch im „Winterschlaf“ lag. Unglaublich, wie viele Boote hier auf ihre Besitzer warteten! Rundherum lag eine Ferienanlage neben der anderen. So richtig schön fanden wir es nicht.

Narbonne

In Narbonne schauten wir uns die imposante Kathedrale an. Besonders interessant fand ich die vielen Figuren (Tiere und Menschen), die aus dem Mauerwerk herausschauten. Die gewaltige Höhe der Kirche wirkte beeindruckend.

Unsere letzte Station in Frankreich war das alte Fischerdorf Collioure, kurz vor der spanischen Grenze. Auch an diesem Ort sind wir schon mehrfach gewesen – und er ist immer wieder schön. In der Hafenbucht saßen einige Malerinnen, die unter Anleitung den Blick auf die weit ins Meer vorgeschobene Wehrkirche in Aquarell einfingen. Diese Gruppe zog natürlich unsere Aufmerksamkeit auf sich. Auch der Markt unter den Platanen (noch ohne Blätter) war mit seinem reichhaltigen Angebot eine Freude. Der Ort Collioure bietet einen günstigen Stellplatz mit Blick auf den Ort an. Der 3 km lange Fußmarsch in die Stadt kam unserem Bewegungsdrang entgegen und wir erfreuten uns am Anblick von Zitronenbäumen und Kakteen. Da es uns dort so gut gefiel, blieben wir gleich zwei Nächte.

Collioure
Markt in Collioure
Hafenbucht in Collioure

Aoraki/ Mount Cook National Park

Der Aoraki/ Mount Cook NP liegt in den Neuseeländischen Alpen. Mit einer Höhe von 3754 m ist Mount Cook der höchste von 19 Bergen in diesem Gebiet, die alle über 3000 m hoch sind. Die Gletscher machen 40% des Parks aus, wobei der Tasman Glacier der größte von ihnen ist.
In den Gletscherseen Lake Ohau, Lake Pukaki und Lake Tekapo sammelt sich das Schmelzwasser der Gletscher. Die mitgeführten Mineralien geben ihnen die leuchtend blaue Farbe. 😊 Da wir bei unserer ersten Tour keinen Abstecher zum Aoraki gemacht hatten, freuten wir uns sehr, dass wir dieses Ziel bei unserer zweiten Tour anfuhren. 🚍

Wenn ich in mein handschriftliches Tagebuch schaue, lese ich immer wieder: „Diese Fahrt ist traumhaft schön.“ So auch die Fahrt vom Lake Tekapo zum Aoraki /Mt. Cook – Berge, Tussocklandschaften und PINIEN. Die Pinien sprießen hier überall aus dem Boden und es ist deutlich sichtbar, dass sie nicht hierhin gehören. Am liebsten hätte ich ein paar Sprösslinge entfernt… 😇

Peter´s Lookout lud uns zu einer längeren Pause ein – einsam waren wir an diesem Ort nicht. An dieser Stelle hatten wir einen wunderschönen Blick auf den höchsten Berg Neuseelands. Der schneebedeckte Gipfel von weißen Wolken umgeben und ein türkisfarbener See im Vordergrund – unglaublich schön! 😊

Der Mount Cook NP ist sehr beliebt und so waren wir froh, dass wir eine Lücke auf dem schon gut belegten DOC-Platz fanden. Wir freuten uns schon lange auf mehrere Wanderungen in diesem Gebiet. Nach den vielen Sonnentagen war jedoch eine Schlechtwetterperiode angesagt. 🌧🌬Am ersten Abend  (20.2.) konnten wir einen kleinen Gang unternehmen und auch die Nacht war bei 12° C sternenklar. 🌟

Unsere Wanderungen

Der nächste Tag bescherte uns jedoch heftigen Regen und Wind – eine längere Wanderung war nicht möglich. Also spielten wir, schrieben den Enkeln, besuchten das Info Centre mit seiner informativen Ausstellung und tranken eine köstlichen ☕️ Cappuccino. 

Erst am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum „Kea Point“. Es war ein einfacher Weg, vorbei an Moränengeröll, aber die Windstöße warfen mich fast um. 💨 Am Aussichtspunkt wurden wir durch eine tolle Sicht auf Berge und Wolken und den Müller Stream (Gletscherstrom) belohnt. Aoraki/Mount Cook versteckte sich hinter den Wolken. ☁️☁️☁️ Als eine größere Gruppe von Asiaten hinzukam, wurde der Aussichtspunkt schnell belegt und wir wurden Zuschauer einer ausgiebigen Fotosession.

 

Nach dieser kleinen Wanderung begann es wieder zu regnen und es gab erneut heftige Windstöße. In der Nacht stürmte es so sehr, dass das Wohnmobil wackelte. 😳

Am nächsten Tag konnten wir endlich den Hooker Valley Track gehen, ein einfacher bis moderater Weg zum Hooker Lake, der sich aus dem Hooker Glacier bildet. Wir mussten über drei „swing bridges“ gehen und das bei immer wiederkehrenden heftigen Windstößen! 💨💨💨

Viele Touristen aus Kanada, Australien, Deutschland, Frankreich, Israel, Asien und……waren hier unterwegs. 🚶‍♂️🚶‍♀️🚶‍♂️🚶‍♀️🚶‍♂️🚶‍♀️

Am Ziel angelangt blieben wir so lange, bis die Wolken den Berg endlich freigaben. 🏔 Es war eine herrliche Wanderung, wolkig, teils sonnig und sehr windig. Teilweise war es so kalt, dass wir eine Mütze aufsetzen mussten. Erst auf dem Rückweg wurde es etwas wärmer. 🌤

Am nächsten Tag war bei 5° C keine Wolke am Himmel zu sehen. Wir gingen noch einmal bis zur ersten „swing bridge“ und genossen unsere Umgebung. ☀️

Tasman Glacier

Der Tasman Glacier liegt an den Hängen des Mount Cook und so war es für uns nur eine kurze Fahrt zum Parkplatz, von dem aus verschiedene Wanderungen möglich waren.

Bei unserer 1. Wanderung  zum Viewpoint Glacier Lake landeten wir mitten in einer sportlichen Gruppe: „Alps 2 Ocean“. Die Teilnehmer dieser Gruppe wanderten ca. 330 km in 7 Tagen und übernachteten in Zelten. Unsere Wege kreuzten sich später noch einmal. 😊

Wir mussten viele Treppen steigen um den erhabenen, aber auch schockierenden Blick auf den Gletschersee zu erhalten. 😅 Erst 2 Wochen vorher hatte der Tasman Glacier gekalbt – wir konnten die großen frischen Eisbrocken im See gut erkennen. Auch die von Geröll bedeckte Gletscherzunge und die Abbruchkante waren deutlich zu sehen. Die Landschaft hier ist karg – viele Steine und Felsbrocken und wenige Pflanzen. Direkt neben dem See sieht das Geröll „fein gemahlen“ aus. Wir kamen mit einem jungen Paar aus Malaysia ins Gespräch und tauschten unsere Erfahrungen aus. 😎

Unsere 2. Wanderung führte uns zu den „Blue Lakes“, die inzwischen grün sind. Hier waren nur wenige Menschen unterwegs, u.a. eine Italienerin aus Milano.
Die 3.Wanderung führte uns direkt zur Bootsanlegestelle am See. Von dieser Stelle aus sah alles noch viel beeindruckender aus. Man muss sich dabei vorstellen, dass sich der größte Teil der Eisberge unter Wasser befindet. Hier kamen wir mit zwei Männern aus San Francisco ins Gespräch und unterhielten uns auf dem Rückweg angeregt mit ihnen. Es war ein herrlicher Tag – auch wenn es mittlerweile eiskalt geworden war. ⛄️

Arthur´s Pass National Park

Unser nächstes Ziel war der Arthur´s Pass NP. Mit seinen 924 m ist der Arthur´s Pass der höchste Pass in den Southern Alps. Schon vor den Europäern nutzten die Mãori den Pass als Ost-West-Verbindung. Wir fuhren von Westen nach Osten durch den engen Otira Gorge. Hier war wieder Werners volle Konzentration gefragt, besonders als wir über den Otira Viaduct fuhren, der mit einer Steigung von 12%-16% auch LKW-Fahrer in ihre Schranken verwies. 

Bei einem ausgiebigen Halt genossen wir die Aussicht auf dieses im Jahre 1999 fertiggestellte Bauwerk. 📷

Am Parkplatz „Temple Basin“ hieß es: Wanderschuhe angezogen und auf zum Outlook und danach durch das Tal in Richtung See! 🥾Gräser, Blumen, Pflanzen – alles wunderschön! Als der Untergrund zu nass wurde, mussten wir leider umkehren.

Im kleinen Ort Arthur´s Pass beobachtete Werner, wie zwei Keas einem Urlauber das Sandwich vom Teller stiebitzten. 😳 Damit war klar, dass wir uns bei dem herrlichen Wetter nicht draußen hinsetzten. Im Lokal hingen schöne Pastelle, ein guter Ausgleich! Wir wanderten noch zum Wasserfall und machten uns wieder auf den Weg.

Immer wieder legten wir Fotostopps ein – manchmal lud die Stelle auch zu einem weiteren Spaziergang ein, so wie ein breites Flussbett am Abend. 🙂

Bei der Suche nach einem freien Übernachtungsplatz hatten wir großes Glück. Wir landeten im Cave Stream Scenic Reserve, einer breiten Ebene, umgeben von Hügeln und Bergen, traumhaft! 😊 Ein kleiner Gang führte uns zum Cave Stream, der an dieser Stelle einen Hügel durchbricht. Die ca. 600m lange Höhle war begehbar, aber das Wasser war eiskalt und reichte bis zur Hüfte. Wir beobachteten ein junges französisches Paar und am nächsten Tag eine ganze Schulgruppe, die mutig durch die Höhle gingen – immer gegen den Strom. Das letzte Stück musste man kriechend zurücklegen. 😳

Die Südinsel im Sommer

Wairau Valley

Ein toller Stellplatz zum Relaxen auf einer Farm im Wairau Valley mit einem Blick auf Berge und Weinfelder. Bei 32° spendeten uns Eukalyptusbäume Schatten und Farmer Russell übergab uns ein köstliches Geschenk: Ein Stück Wild, das uns wunderbar geschmeckt hat. Während man bei uns in Deutschland von Weinbergen spricht, muss man hier von Weinplantagen reden. Unglaublich, wie groß diese sind!

Lake Rotoiti

Ein Picknick in St. Arnaud am Lake Rotoiti und eine Wanderung durch den Wald, herrlich! Wenn nur nicht so viele Hummeln an meiner blauen Hose interessiert wären! Auch die Sandflies laden nicht zum Übernachten am See ein.

Reefton

Eine kleine alte Stadt mit interessanten Läden. Wir schauten bei den „Bearded Miners“ vorbei, die ein Feuer in ihrer Hütte entfacht hatten und sich über eine „Donation“ freuten. Mit ihren Erzählungen und den alten Fotografien versetzten sie uns in die Zeit der Goldgräber. Peters Großeltern kamen doch tatsächlich aus Kiel hierher, um nach dem kostbaren Edelmetall zu suchen. Der Jüngste aus dieser Runde ist auch heute noch aktiv dabei.
Eine Wanderung am Fluss entlang rundete den Besuch in diesem Ort ab.

Lake Brunner/ Moana

Am Lake Brunner und genossen wir bei einem Picknick den Blick auf den See und die Berge. An diesem Sommerwochenende tobte hier das Leben – Biker, Motorboote, Familien mit Kindern – ein buntes Bild! Bei unserem Spaziergang am See ratterte ein Zug mit einem Holztransport vorbei.

Wanderweg Te Aotearoa

Der Wanderweg Te Aotearoa führt von der Nordspitze Cape Reinga bis zum südlichen Ende Neuseelands. Unser Übernachtungsplatz in Otira (Aickens Rest) lag just an diesem Weg und wir hatten die Gelegenheit, ein Stück  auf diesem Weg zu wandern. Es war eine spannende Wanderung über eine Weide zu einem Flussbett. Nur zum Schluss wurde ich hektisch, als wir an den übermütigen Kälbern vorbei einen Bach überqueren mussten. Nasse Füße und ein matschiger Schuh, der nach Landluft roch, waren das Ergebnis.

Cape Palliser

Capes üben einen besonderen Reiz aus: Das Land – oft ein Felsen – ragt in das Meer hinein. Es sind einfach besondere Orte. ☺️

Dass wir an diesem Ort, naja fast an diesem Ort auch noch einen tollen Übernachtungsplatz am Meer vorfinden, ist einfach Glück – und alles für eine „Donation“. 😎 Als wir am Abend in dem kleinen Fischerort Ngawi ankamen, war ich recht müde. An diesem Tag waren wir eine lange Strecke gefahren, zumindest für neuseeländische Verhältnisse. 😉

Am 7.2.19 wanderten wir ca. 6,5 km an der Straße entlang zum Cape Palliser. Denn das Land ist in privater Hand und eingezäunt, auch der Strand. 😳
Eine schöne Abwechslung war es den Pelzrobben auf dem Weg zum Cape zuzuschauen. Denn in dieser Gegend befindet sich die größte Robbenkolonie der Nordinsel NZs. Besonders die jungen Tiere schwammen munter in natürlichen Becken umher und übten sich im Schwimmen, Klettern und Springen. 🌊 Von einem älteren Tier fühlten wir uns regelrecht beobachtet. Daher nannten wir sie „Wach-Robbe“. 🧐

Am Ziel angekommen gab es eine kleine Stärkung und schon ging es viele Treppenstufen (ca. 200) steil hinauf zum Leuchtturm, wo wir die Aussicht genossen. Da es keinen Rundweg gab, gingen wir den gleichen Weg flott zurück. 🚶‍♀️🚶‍♂️

Am nächsten Tag konnten wir beobachten, wie nach und nach die Fischer mit ihren Booten an Land kamen. 🚤 Ein Fischer verkaufte gerade eine Kiste mit Crayfish. Er gab mir einen Crayfisch in die Hand und schon war das Foto im Kasten.  📷 Geplant war das Ganze nicht…

Es war total spannend den Fischern bei ihrer Rückkehr vom Meer zuzuschauen. So waren wir eine ganze Weile damit beschäftigt, zu beobachten, wie die Schiffe auf die Trailer fuhren und mit Raupen an Land gezogen wurden. Alles ging Hand in Hand. 😊

Am Nachmittag machten wir eine wunderbare Wanderung im Aorangi Forest Park. Der Weg führte durch den Wald zu einem Lookout, der uns einen Blick von oben auf die sogenannten „Pinnacles“ erlaubte. Weiter ging es auf einem Weg, der uns mitten zwischen  hohe Felsformationen führte. 🏞
Diese bestehen aus einem Sandsteingemisch und verändern sich durch den Einfluss von Wind und Regen laufend. Das Geröll auf dem Weg sprach Bände und ich war froh, als wir aus dem engeren Bereich wieder herauskamen. 😳Wer weiß, wann die Spitzen nicht mehr stabil sind und herunterfallen – wir nicht! 

Zurück gingen wir an einem kleinen Fluss entlang, den wir immer wieder überqueren mussten, aufregend! Die Vögel sangen uns ein Abendkonzert 🎶 und wir konnten die Fantails beim Baden beobachten. Muscheln in einigen Felsbrocken zeugten davon, dass vor langer Zeit alles vom Meer bedeckt war. 🐚🐚

Diese Wanderung war eine von unseren ganz besonders schönen Wanderungen. 🤗

Vom Cape Kidnappers zum Cape Palliser

Die Küstenregion südlich von Napier hatten wir noch nicht gesehen. Also fuhren wir am 1.2.19 nach unserem spannenden Ausflug zum Cape Kidnappers über Hastings an die Küste. Eine gute Woche genossen wir die kleinen Orte und Strände am Pazifischen Ozean. Da es keine durchgängige Küstenstraße hier gibt, fuhren wir teilweise durch die dünn besiedelte Landschaft. 😊

New Zealand Pigeon / Kereru

Wir machten einen herrlichen Strandspaziergang in Waimarama, übernachteten ganz einsam in Elsthorpe und gingen dort im „alten Wald“ spazieren. Farne, alte Bäume und endemische Vögel erfreuten uns.🌿🌴🌳  In Kairakau Beach fanden wir unverhofft einen wunderschönen Übernachtungsplatz unter Bäumen mit Blick auf das Meer. Hier fuhren wir die Markise heraus, holten Tisch und Stühle aus dem Womo und machten mal wieder Urlaub. ☀️⛱ Ein langer Strandspaziergang und ein Bad in den Wellen gehörten natürlich dazu. Werner liebt die Wellen, wohingegen ich lieber schwimme 🏊‍♀️, was hier kaum möglich war. 🌊

Unsere nächsten Stationen waren Mangakuri Beach und Pourere, wo wir am folgenden Tag lange Wanderungen am Strand unternahmen. 🚶‍♂️🚶‍♀️Jeder Strand sieht anders aus – einfach spannend! Wir trafen nur wenige Menschen hier und genossen die Weite. Auch der Regen wartete, bis wir wieder am Auto eintrafen…🌧

Die Fahrt übers Land zwischen beiden Orten war wunderschön – einige Höfe, abseits von allem. 😊 Landschaftlich ist hier alles sehr natürlich, nur die Schotterstraßen sind schlecht zu befahren. Hier fahren wohl nur die Farmer. 🚜

Unser Abstecher ins Land nach Waipukurau hatte viele Gründe: z.B. Einkauf und Dumpstation. 🍎🥝🍞Der Hauptgrund war jedoch ein Anruf am 3.2.19 in Stodo früh am Morgen und in Koblenz am Abend. 📱📞 Dafür benötigen wir WLAN und einen Übernachtungsplatz in der Nähe…

Die Videoanrufe haben uns natürlich wieder viel Freude bereitet. Schön, dass es diese Möglichkeit heutzutage gibt! BNZ sei Dank! 🏦
Die Stadt war nicht so interessant, aber wir fanden zufällig eine „Scenic Road“, spazierten durch ein großes Flussbett und einen kleinen Wald🌳🌴. Bei 31° waren wir um jeden Schattenplatz froh. ☀️☀️☀️

Die Fahrt durch das Land von Waipukurau zum Te Paerahi Beach ist wieder sehr schön. Hier herrscht ein anderes Klima. Es ist trockener, sonniger, es gibt keine Farne, aber sanfte Hügel, Bäume und Schafe. 😊

Der natürliche Freedomplatz an den Dünen am Meer unter Pinien erinnerte uns an unsere Urlaube in Südfrankreich. 😎 Wieder ein herrlicher Tag am Meer mit einem kleinen Plausch mit unseren „Nachbarn“ aus Palmerston!

Für die nächsten 118 km von Te Paerahi Beach über Akitiko bis Pongaroa benötigten wir mehrere Stunden. 🕰 Das lag wohl an den vielen Kurven, Stopps und dem heftigen Wind in dieser Gegend. 💨

Der Halt am Akitio River bescherte uns viel Wind und noch mehr Sandflies, so dass der Spaziergang im Flussbett recht kurz ausfiel. 😳 Die Fahrt von dort aus bis Pangaroa ging durch ein „Dusty Gulli“ – links und rechts Hügel und dazwischen ein extremer Wind. Da waren wir froh, als wir heil am Übernachtungsplatz bei den Schafen ankamen. 🐑🐑🐑 Ein neugieriges Schaf entwich immer wieder, aber Werner schaffte es mit viel Geduld das Schaf wieder zu seiner Herde zu locken.😉

Ein Schild in dem Ort erinnerte uns an den Waitangi Day am 6.2. und so landeten wir am nächsten Tag in Masterton. Im Queen-Elizabeth-Park spielte die Band Waifest und die Menschen, hauptsächlich Maoris, feierten ihren Tag.  🎸🎷

An diesem Tag wurde im Jahr 1840 der Vertrag von Waitangi von Maori-Führern und dem englischen Vertreter der Krone, Hobson unterzeichnet. Da die Verträge in den beiden Sprachen nicht dasselbe bedeuteten, kam es danach zu großen Problemen zwischen den Maori und den europäischen Einwanderern. Seit 1974 ist dieser Tag ein Nationalfeiertag in Neuseeland. 🇳🇿

Die Musik der Band gefiel uns und wir blieben bis zum Ende der Veranstaltung (15 Uhr).  🎶 Der junge Bürgermeister sprach seine Dankesworte in beiden Sprachen. Den maorischen Spruch haben wir leider nicht verstanden. 🎤

Die Musik noch im Ohr fuhren wir weiter bis zum Cape Palliser. 🤗