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Grand Canyon National Park

Die fünf Tage, die wir im Grand Canyon verbrachten, waren überwältigend – in jeder Hinsicht: 1,8 Milliarden Jahre Erdgeschichte, grandiose Blicke in den Canyon, Wetterwechsel, eine Touristenschwemme und ein gut funktionierendes Shuttlebus – Angebot, um nur einige Eindrücke zu nennen. 🌎

Die Campingplätze waren belegt, so dass wir einen der wenigen freien Parkplätze ergattern mussten – mit Erfolg! 😀 Spätestens in diesem Moment wurde uns klar, dass an allen interessanten Stellen viel los sein wird. Es war nicht „crowded“, informierte uns ein Einheimischer. Erst in den Sommerferien wird es richtig voll… Aber auch jetzt war es schon schwierig, einen Platz für das Stativ zu finden, besonders am Hopi Point in der Abendstimmung. 🌙Wir nutzten den Bus 🚍und fuhren viele Aussichtspunkte an oder gingen am Rim entlang und genossen jeden Moment, den wir in den Grand Canyon blicken konnten. ☺️ Am ersten Tag schien meist die Sonne, die die unterschiedlichen Gesteinsschichten zum Leuchten brachte, besonders im Abendlicht. Ein Condor saß auf einem Felsen im Canyon und wirkte richtig klein aus der Entfernung.

Beeindruckend war der „Trail of Time“, den wir am nächsten Tag am Rim gingen❗️Bei dieser Zeitreise erfuhren wir viel von der Entstehung der verschiedenen Gesteinsschichten und des Canyons. Die Zeit, in der der Canyon entstand (durch den Colorado River), war ein Augenzwinkern im Vergleich zur Entstehung des Gesteins. 😉 An manchen Stellen konnten wir tief unten die älteste und härteste Gesteinsschicht sehen, die der Fluss nun schon erreicht hat. Es machte Spaß, die Schichten zu bestimmen. Ob wir immer richtig lagen, weiß ich nicht… 🙃 Manchmal konnten wir ein kleines Stück des Colorado Rivers sehen – Schautafeln und Blickrohre halfen uns dabei. Spannend fand ich, dass die Erosion sehr ähnlich verläuft und wir lauter verschiedene „Tempel“ im Canyon sahen.

Werner wagte sich näher an den Rand des Canyons heran als ich – manchmal musste ich wegschauen…😳 Gut, dass es genügend Ausblicke mit Geländer gab! Viele Familien mit Kindern waren an diesem Wochenende unterwegs – ein Wunder, dass nichts passierte!🏃🏻

Nun muss ich einmal auf das Wetter zu sprechen kommen, auch wenn die Fotos eine klare Sprache sprechen (T-Shirt oder Mütze?). Während das Thermometer am ersten Tag 23°C anzeigte,☀️ sank es am nächsten Tag auf 7°C und bescherte uns in der Nacht Schnee, der im Laufe des Morgens schmolz. ❄️ Mit Freude hielten wir uns an diesem Tag im Visitor Center auf, schauten uns den Info-Film an und schlenderten durch die Ausstellung. Als für eine kurze Zeit die Sonne zwischen den Wolken hervor kam, gingen wir schnell zum Rim und erblickten den Canyon in ganz anderen Farben. 😀
In diesen Tagen kamen wir mit vielen Leuten ins Gespräch, so auch mit zwei Paaren aus Barcelona, die mit einem Unimog unterwegs waren. Spanisch 🇪🇸kann ich nicht sprechen, also versuchte ich es mit englisch🇬🇧 – Fehlanzeige! Schließlich unterhielten wir uns bestens auf französisch 🇫🇷– wunderbar!

Die Trails in den Canyon hinunter sahen abenteuerlich und beschwerlich aus. 😒Die Beschreibung „steep trail“ bestätigte meine Vermutung – diese Trails kamen für mich nicht in Frage‼️ Ein Ranger war da ganz anderer Meinung: Um den Canyon richtig zu erleben, sollten wir auf jeden Fall ein Stück hinunter wandern, riet er uns❗️ So kam es, dass wir am vierten Tag zum Bright Angel Trailhead fuhren und ca. 1,8 Meilen bergab wanderten. Regen, Pfützen, matschige Wege – nur nicht ausrutschen! 😇 Es war ein tolles Gefühl durch die Zeit zu gehen und die obersten Gesteinsschichten über sich zu lassen! Die roten Pfützen sahen gut aus und waren nicht zu übersehen. 😉 Regen und Sonne wechselten sich ab, aber wir hatten keinen Sonnenschutz dabei, nur Mützen und Regencape. Unglaublich, wie schnell sich das Wetter in diesen Höhenlagen ändert! Nach einer ausgiebigen Pause traten wir den etwas anstrengenderen Rückweg an, der gut zu bewältigen war. Beim nächsten Mal gehen wir eine Etappe weiter nach unten…😃

Da die Campgrounds im NP alle belegt waren, fuhren wir jeden Abend zum Übernachten in den nahe gelegenen National Forest. 🌲🌲🌲 Dort war freies Campen erlaubt und wurde auch von den Amerikanern gut angenommen. Am ersten Abend sahen wir einen stattlichen Hirsch am Waldesrand stehen. Es ist immer wieder spannend, ob wir eine Bucht finden, die wir mit unserem Wohnmobil anfahren können. 🚙 Auch, wenn es zum Wochenende hin voller wurde, fanden wir jeden Abend einen schönen Platz. 😊 Ein Baumstamm diente uns sowohl als Tisch als auch als Beinablage, wunderbar! Am letzten Morgen jedoch – wir hatten ausnahmsweise eine klare Sicht – wurden wir schon früh geweckt. Ein Hubschrauber nach dem anderen flog über uns hinweg in den Canyon.  🚁🚁🚁Bei diesem Lärm suchte ein Vogel immer wieder Schutz auf dem nahe gelegenen Baum. 🐦

Ein letztes Mal fuhren wir an diesem Morgen in den Nationalpark und fuhren von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt bis zum „Desert View Watchtower“. Die Wandmalereien innen, von Natives hergestellt, waren total interessant. Leider wurde der Turm kurz nach unserer Ankunft geschlossen. 😬 Am Nachmittag kam ein heftiger Wind auf, so dass wir sehr auf unsere Kopfbedeckung aufpassen mussten. 👒 (Im Grand Canyon gelang es uns noch…) Ein letztes Mal genossen wir den Blick in den Canyon; die „Tempel“ zeigten sich abends im Westen als geheimnisvolles Schattenbild. Nun mussten wir uns von dem grandiosen Canyon verabschieden – es fiel uns schwer. 🤗🤗🤗

Wir haben inzwischen noch einige Nationalparks des Colorado Plateaus gesehen. Ich muss gestehen, dass der Grand Canyon mich besonders nachhaltig beeindruckt hat.      😀😀😀

Valley of Fire – Hoover Dam

Gut gelaunt fuhren wir nun am Sonntag in Richtung Valley of Fire und standen erst einmal im Stau, was wir in diesem Reisejahr höchst selten erlebten. Danach legten wir eine Pause in einem Gebiet ein, in dem die Geländewagenfahrer ihre wahre Freude hatten. Als Werner die Jungs fotografierte legten sie glatt noch einen Zahn zu. 😉 Ganz schön staubig war diese Gegend!!!

Auf der welligen Fahrt ins Tal (169) sahen wir beeindruckende Sandsteinformationen, ein Paradies für den Fotografen! Der Campground liegt inmitten dieser herrlich roten Felsen, ein wunderschöner Platz! 😊
Am nächsten Tag unterhielten wir uns lange mit Babsi und Robert aus Augsburg. Roberts Vater stammt aus Rumänien, was uns eine Menge Gesprächsstoff lieferte. 🇷🇴
An diesem heißen Tag (Wasser und Hut waren ein MUSS!!!) schauten wir uns viele sehenswerte Felsformationen an und gingen mehrere Trails, bis wir am Abend die Fledermäuse beobachten konnten und Werners Batterie leer war… 😳
„Beehives, Arches, Seven Sisters und White Domes“  schauten wir uns anund stellten fest, dass die Felsnamen passend gewählt wurden. Wir bestaunten Petroglyphen, die leider von Touristen „erweitert“ wurden (unglaublich!) und sahen einige versteinerte Baumstämme. Der Höhepunkt war jedoch der Trail zur „Fire Wave“, wo der Sandstein in vielen Farben in einer Welle zu finden ist, einfach malerisch! 😀 Zu dumm, dass ein Fotograf nicht von der Stelle rückte und den Platz zum Fotografieren für sich allein beanspruchte! 😬

Wir übernachteten auf BLM-Land in der Nähe des State Parks und konnten auch am nächsten Tag noch diese schöne Umgebung genießen. Das Wohnmobil spendete uns am Vormittag den notwendigen Schatten und wir erreichten in der Wildnis sogar unser Geburtstagskind Jonte in der Heimat. Es reichte gerade für ein Geburtstagsständchen und schon war die Verbindung unterbrochen… 📱🎤

Viele Wege führten zu unserem nächsten Ziel: Grand Canyon NP. Zunächst fuhren wir die traumhafte Strecke (167) am Lake Mead (Stausee) entlang, hielten oft an und legten eine Rast an der warmen Quelle „Desert Springs“ mit großen Palmen und schattigen Plätzen ein, eine Wohltat! 🌴🌴🌴
Um 17 Uhr zeigt unserer Außenthermometer 37°C an…..

Am Hoover Dam angekommen, wurde das Wohnmobil von außen und innen inspiziert. 🔎 🔍 Wir mussten jedoch nur einige Klappen und Türen öffnen und schon erhielten wir die Erlaubnis auf den Parkplatz zu fahren. Der Blick vom Canyonrand hinunter zum Colorado River ist schwindelerregend! Ich wagte ihn nur kurz… 😳
Es ist beeindruckend, was in der Zeit von 1931-1936 hier erbaut wurde. In der Spitzenbauzeit waren mehr als 5000 Menschen Tag und Nacht tätig. Die 7 Millionen Tonnen Beton, die hier verbaut wurden, hätten ausgereicht, um eine zweispurige Straße von Los Angeles bis Miami anzulegen, unvorstellbar! Vier Milliarden Kilowattstunden im Jahr liefert das E-Werk (Las Vegas!!!) und immer wieder wird darauf hingewiesen, dass der Stausee als Wasservorrat dient. Mal sehen, wie lange noch – der Wasserpegel sinkt rapide.🤔

Nach unserer Übernachtung in Kingman fuhren wir auf der Interstate 40 bis Seligman, dem Geburtsort der Route 66. Einige Fassaden erinnern an frühere Zeiten, Oldtimer stehen vor den Souvenirläden – es weht ein Hauch von Geschichte. Wir begaben uns wieder auf die legendäre Straße und kamen relativ spät an unserem RV-Platz in Williams an. Ein perfekter Platz zum Schreiben, den wir leider nur für eine Nacht nutzten, denn die Wettervorhersage mahnte zur Eile. Ein Wetterwechsel stand bevor… Wer möchte schon den Grand Canyon drei Tage lang bei Gewitter und Kälte erleben? – Wir nicht!! 😉

 

Auf der Route 66 nach Las Vegas

Am 25.4.16 hatten wir nur ein Ziel: Eine Zahnarztbehandlung stand an.  🛠Auch wenn Werner (noch) keine Schmerzen hatte, benötigte er eine schützende Füllung, was sich schon vor dem Besuch des Yosemite NP angekündigt hatte. Auf der 65 fuhren wir in Richtung Bakersfield, kamen an Obstplantagen und Ölbohrungen vorbei und auch der starke Wind ließ nicht lange auf sich warten.🌬🍊

In Bakersfield fragten wir bei Walmart (!) nach einem Dentisten und versuchten in drei Praxen einen Termin zu erhalten. Beim dritten Versuch wurden wir angenommen – eine Zahnärztin schaute sich die „Baustelle“ und die Röntgenaufnahme an und gab uns für den nächsten Tag einen Termin. Puh! Auch der Preis für die Behandlung war in Ordnung – in einer anderen Praxis sollte allein das Beratungsgespräch schon 30$ mehr kosten. Anders als in Deutschland sahen wir in allen drei Praxen Zahnarzthelfer und Zahnarzthelferinnen. Während Werners Behandlung 😷 nutzte ich am nächsten Tag die Zeit zum Waschen. 💧 Unsere einfachen Übernachtungsplätze bieten diesen Luxus nicht. Werner ging auch zum Frisör, wozu ich noch keine Lust hatte. 😬

Auf dem Weg nach Las Vegas (58) stießen wir im Ort Barstow, der der ärmste Ort in den USA sein soll, auf die „Route 66“. Freudig fuhren wir auf dieser legendären Straße, 😃bis diese so wellig wurde, dass wir kaum voran kamen und uns die Lust daran verging. 🙄 Es wurden acht lange Kilometer bis zur Autobahn (40). Später fuhren wir wieder ein Stück Route 66 zum Amboy Crater Area Campground. Einfach toll, welche Möglichkeiten wir in den USA haben frei in der Natur zu übernachten! 😃 In der Nacht hörten wir viele Züge und den Wind, der typisch für diese Gegend ist. Hier ließen wir uns Zeit, planten unsere Reise, schrieben Mails und schauten den Zügen nach:
4 Loks – 162 Waggons ­– 2 Loks zählten wir. Unglaublich!
🚂🚂 🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚃🚂 (50%)
Den Trail zum Amboy Crater sparten wir uns in der grellen Mittagssonne, ☀️☀️☀️schauten ihn von weitem an und beobachteten einige Lizzards.

Auf der Route 66 gab es kaum Parkbuchten und lohnende Fotomotive, aber viele Biker. 🏍🏍 🏍 Plötzlich sahen wir eine Tankstelle mit Raststätte, die Parkgebühren verlangte und mit horrenden Dieselpreisen aufwartete. Alles war stylisch hergerichtet und wir waren hin- und hergerissen, fuhren letztendlich jedoch weiter. 🚐 Diese Momente verursachen immer ein wenig (!) Stress. 😳 Auf der 95 fuhren wir noch bis zur Eldorado Wilderness, Nelson und fanden eine große Parkbucht mit Patronenhülsen auf dem Boden vor. Ein Brautpaar kam zum Fotoshooting, in der Nähe hörten wir Schüsse – that`s Amerika! 💑 📷

Am nächsten Tag fuhren wir einen Campground mit Strom und Wifi an, um unseren Blog zu aktualisieren. 💻 Hier lernten wir Helmut und Angelika aus Neumünster kennen und plauderten ein wenig miteinander. Ihre Reise war nun fast zu Ende. Wir machten uns auch auf den Weg. Da wir die privaten Plätze um 11 oder 12 Uhr verlassen müssen, wird es manchmal eng um die Mittagszeit… 😉

Pünktlich zum Wochenende kamen wir am 29.4.16 in Las Vegas an. Der RV-Platz am Hotel Circus Circus liegt zentral, so dass wir zu Fuß zum Strip gehen konnten. Gesagt, getan, wir stürzten uns ins Vergnügen!😄 Gezockt haben wir nicht, das müssen wir nachholen – an Casinos kommen wir ja immer wieder vorbei.

Es war richtig viel los am Freitagnachmittag und –abend. Familien mit Kindern, junge und ältere Leute – viele Nationalitäten! Die Kleidung war sehr unterschiedlich: Wir sahen hier fast alles vom Bikini mit Stöckelschuhen über sommerliche Freizeitkleidung bis hin zur festlichen Kleidung. 😎 Ein Casino nach dem anderen lädt die Leute zum Spielen ein. Je später der Abend umso voller die Spielhölle! Wir schauten uns mit Vergnügen „Klein-Venedig“ an, das hier so nachgebaut wurde, dass man sich der Illusion hingeben kann, man sei dort gewesen. 😇 Eine Fahrt mit der Gondel, zum Schluss ertönte Gesang – für viele Leute ein Vergnügen! Wir schauten uns das Ganze an und versuchten herauszufinden, wie die Boote angetrieben werden, kamen aber zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. 🤔
Preisgünstiges Essen soll die Spieler anlocken, so stand es geschrieben. Das erlebten wir anders. Wir zahlten 20 $ für einen super leckeren Burger und ließen ihn uns mit Blick auf den Strip schmecken. 🍔 🍻 Lange verweilten wir am Bellagio und sahen uns einmalige Wassershows in der Lagune vor dem Hotel an. Jede Viertelstunde wird hier ein Fontänen Schauspiel mit Lichteffekten passend zur Musik gezeigt. Die Show zur Musik aus dem „Phantom der Oper“ gefiel mir besonders gut. 😊 Zur vollen Stunde wurde eine Extra-Performance mit digitalen Bildern gegeben – auch spannend! Voll war es und Werner hatte Mühe zu fotografieren ohne angestoßen zu werden. Rücksicht ist manchmal ein Fremdwort! 🙁 Auf der gegenüber liegenden Seite erblickten wir den Eiffelturm – ein wenig kleiner als das Original. 😉

Einige Straßenkünstler sahen wir und Bettel-Künstler. Mit dem Schild: „I´m pregnant and need hospital fund.“ versuchte ein Mann die Leute zum Lachen zu bringen und ein paar Dollar zu verdienen. Manchmal hatte er Glück.
Hier in Las Vegas saßen wir tatsächlich nach Mitternacht noch draußen und tranken ein Glas Wein. 🍷

Am nächsten Tag erlebten wir wieder einen Höhepunkt unserer Reise: Wir schauten uns im Mirage „The Beatles LOVE by Cirque du Soleil“ an. Hier wurde uns eine einmalige Show geboten. Kostüme, Tänze, Akrobatik – einfach gelungen! Die Originalmusik war im Sound für die Show angepasst, ein Hörgenuss. Die zeitliche Abfolge stimmte, beginnend mit dem 2. Weltkrieg, der Zeit vor den Beatles, erlebten wir eine kleine Zeitreise durch die nahe Vergangenheit. Die Auswahl der Lieder war perfekt und die Umsetzung in Tanz und Akrobatik genial! 😀😀😀

Vor der Show sahen wir uns den künstlichen Vulkanausbruch vor dem Mirage an, ein Schauspiel, bei dem uns sogar warm wurde. Ganz schön verrückt! 🌋 Einen Blick warfen wir in das noble Caesar`s Palace und ließen den Raum auf uns wirken.
Wir haben nur einen Teil der aufwendig gebauten Hotels gesehen. Hätten wir einen Tag länger bleiben sollen? Ich weiß es nicht. 🤔
Noch eine kleine Anmerkung: Wenn man nach Las Vegas fährt, muss man das Umweltbewusstsein ausblenden. Das spielt in der Wüstenstadt keine große Rolle…

Sequoia and Kings Canyon National Park

Der Weg vom Yosemite NP zum Sequoia und Kings Canyon NP ist nicht weit, doch die kurvenreiche Fahrt zum Südausgang des YNP erfordert einige Zeit.
Nach der Übernachtung in Sanger machten wir uns auf, um die Giganten des Waldes anzuschauen. Die Fahrt in den NP ist landschaftlich sehr schön. Bei angenehmen 20°C fuhren wir los und erlebten beim Anstieg auf 6000 ft einen stetigen Temperaturrückgang auf 7°C. Wunderschöne Blicke auf die hohe Bergkette der Sierra Nevada (bis 14. 494 ft ) mit schneebedeckten Gipfeln – ein Postkartenmotiv! 🏔
Aber wir sahen auch viele kranke braune Bäume. Im YNP hatten wir einen Ranger daraufhin angesprochen, der uns niedergeschlagen berichtete, dass diese Bäume von einem Käfer befallen sind, der seine Eier dort ablegt. Die Larven nehmen den Bäumen die Kraft. Bei den großen Wäldern ist es äußerst schwierig dieser Plage Herr zu werden… 😟
Kurz darauf standen wir im Nebel und sahen fast nichts mehr. Am Visitor Center lichtete es sich wieder. 🌫

Die beiden Nationalparks sind eng miteinander verbunden. Wir hatten Glück, denn die im Winter geschlossene Straße (180) in den Canyon zum Cedar Cove war geöffnet. 😃  Die Fahrt ins sonnige Tal hinunter ist traumhaft schön. Der Fluss schlängelt sich mit vielen Stromschnellen durch das Gebirge. 🏞Das Gestein ist in vielen Farben zu sehen, manchmal mit Wellen und Streifen und auf der Straße liegen viele heruntergefallene Steine. Noch wurden wir von keinem getroffen! 😇 In diesem Bereich waren nur wenige Menschen unterwegs, denn für Hin- und Rückfahrt muss man dieselbe Straße benutzen.
Nach 36 Meilen hin und 20 Meilen zurück fuhren wir auf den kostenlosen Convict Flat Campground mit fünf Plätzen (Tisch, Feuerstelle, Holz und Toilette) und besetzten den letzten Platz! 😊
Hier erlebten wir einen besonderen Abend, denn wir kochten auf dem offenen Feuer Chili con Carne. 🔥 Ich hätte nicht gedacht, dass man so gut auf dem Feuer kochen kann. Hier war Teamwork angesagt, denn der Koch musste an seinem Platz bleiben, damit nichts anbrennt. 👫Nun haben wir einen schwarzen Aluminiumtopf, auch schön! Warm angezogen aßen wir im Dunkeln in der Kälte direkt aus dem Topf, ein tolles Erlebnis! Als wir am nächsten Tag den kleinen Platz genauer erkundeten, fanden wir an mehreren Stellen Losungen. Waren sie von einem Schwarzbären? „Active Bear Area!“ war auf einem Schild zu lesen… 😳 🐻

Die Begegnung mit den Giganten im Sequoia NP war ein völlig anderes Erlebnis. Als Lübeck gegründet wurde (Liubice), waren diese Bäume schon Jahrhunderte alte Methusalems. Ehrfürchtig schauten wir uns die Mammutbäume an und kamen uns ganz schön klein dagegen vor. 🤔 Sequoias werden bis zu 311 ft hoch, bis zu 3200! Jahre alt, und wiegen bis zu 2,7 Millionen Pfund. Ihre Rinde kann bis zu 31 inches dick und der Stamm 40 ft im Durchmesser betragen. Interessant ist, dass diese Bäume Feuer benötigen um sich zu reproduzieren. Das Feuer öffnet die Zapfen, macht den Boden fruchtbar (Asche) und lässt das Sonnenlicht zu den Sämlingen dringen. Sequoias sind Flachwurzler und sterben nicht durch hohes Alter, Feuer oder Insektenschäden, sondern fallen um. 😳 Sicher spielen Witterungsverhältnisse eine Rolle.

Wir schauten uns die mächtigen Bäume an verschiedenen Stellen an, die durch Trails erreichbar sind – lausig kalt war es! Einen ganzen Baum zu fotografieren war gar nicht so einfach, aber Werner hatte tolle Ideen, um die Bäume in Szene zu setzen ❣️ Die Rinde eines abgestorbenen Baumes diente Forschern früher als Unterschlupf und ist heute ein beliebtes Fotomotiv.  😉  Dass die Amerikaner diese ehrwürdigen Bäume nach ihren Feldherren benannt haben, spricht Bände… 🇺🇸 General Grant Tree gilt mit 1360 m3 Volumen als zweitgrößter Baum der Erde; General Sherman Tree ist mit 1470 m3 Volumen unumstrittener Weltrekordler. Es gibt höhere und ältere Bäume, die aber nicht dieses Volumen erreichen. Auf dem Weg hinunter zu den Giganten wären Handschuhe nützlich gewesen, trotzdem hielten wir uns recht lange bei den Großen auf… ❄️❄️❄️

Die Straße zum südlichen Eingang war für längere Fahrzeuge nicht geeignet (bis 22 ft) und soll auf einer Strecke von 16 Meilen 150 enge Kurven haben. Unser Wohnmobil ist 22 ft lang. 😉 Auf der scheinbar endlosen Fahrt fuhren wir noch an einigen Giants vorbei. Einmal führte die Straße genau zwischen zwei Bäumen hindurch, was wir natürlich fotografisch festhielten. 📷 Die Fahrt begann auf einer Höhe von 7335 ft und 4°C und endete in Three Rivers, 700 ft und 25° C!!! Mit einem ständigen Temperatur- und Klimawechsel müssen wir bei dieser Reise leben. 🙃 🙂🙃
Am Lake Kaweah entdeckten wir einen Campground, den wir nun anfuhren. Werner fotografierte den Abendhimmel und wir genossen den Blick auf den See. Donner, Blitz und Regen läuteten den Wetterumschwung ein. 🌩 ⛈Bei unserem Rundgang am nächsten Morgen auf diesem wunderschönen Platz stellten wir fest, dass einige Plätze überschwemmt waren.  Tische und Feuerstellen waren kaum zu erkennen. Viele Vögel, Squirrel und andere kleinere Tiere leben hier. 🐦 🐿 Rattlesnakes, vor denen so sehr gewarnt wurde, sahen wir nicht. 🐍 Ein Glück!

Unser nächstes Ziel war ein Dentist, aber das ist eine andere Geschichte! 😷

Yosemite Nationalpark

Der Mono Lake liegt nicht weit vom Yosemite NP entfernt. Wenn da nur nicht die hohen Berge wären…  🏔 Die Passstraßen 120, 108 und 4 gen Westen waren gesperrt. Also fuhren wir wieder die Route 395 in Richtung Norden, warfen noch einen Blick zurück zum Mono Lake und kamen abends in Gardnerville an. Weiter ging es am nächsten Tag auf der traumhaften Route 88 über die Sierra Nevada (8573 ft). Wir fuhren durch Skigebiete, ⛷genossen die klare, kalte Winterluft und nahmen in der Schneelandschaft ein Sonnenbad. Als auf die Lawinengefahr hingewiesen wurde, war mir schon etwas mulmig zumute… 😳

Auf der westlichen Seite der Berge grünte alles, die Temperaturen stiegen von 4° auf 21°, einfach spannend! 😀 Klar, dass wir für die Strecken im Gebirge viel Zeit benötigten! ⌛️Über Sonora fuhren wir zum Westlake Campground in Greeley Hill und bearbeiteten unseren Reisebericht. 🖥

Mit viel Glück hatten wir einige Tage zuvor einen Platz auf dem Campground im Yosemite Valley reserviert. 😊 Fünf Tage verbrachten wir bei sommerlichen Temperaturen in diesem vielbesuchten Park. Es waren Urlaubstage während unserer langen Reise, denn wir bewegten unser Wohnmobil nicht, sondern wanderten, fuhren mit dem Rad oder mit dem Bus. Jeden Abend saßen wir am Lagerfeuer, das man hier in der Zeit zwischen 5pm und 10pm entfachen durfte. Fast alle hielten sich daran, unglaublich! 😇

Am östlichen „Big Oak Flat Entrance“ fuhren wir in den Park und erfuhren, dass in dieser Woche der Eintritt für alle frei war. Dieses Angebot nutzten natürlich viele Menschen, entsprechend voll war es schon am Eingang und es wurde nicht weniger… 😳

Bei einer Wanderung zum Merced Grove schauten wir uns die „Giant Sequoias“ an, die nur in einer bestimmten Höhenlage wachsen. Also liefen wir 1,5 Meilen bergab und sahen die riesigen, alten Bäume zum ersten Mal. Gigantisch! Da wir uns einmal verliefen, benötigten wir etwas länger für die Tour. 😉

Auf dem Weg ins Tal und zu unserem Campground hielten wir immer wieder an und bestaunten die massiven Granitfelsen Half Dome und El Capitan und die vielen Wasserfälle. ⛰ Manchmal ging es so steil bergab, dass ich lieber im Auto sitzen blieb. 😉 Am nächsten Tag wanderten wir an großen Granitblöcken vorbei zum Mirror Lake und konnten uns gar nicht satt sehen an den schönen Spiegelungen. Plötzlich kippte vor unseren Augen ein Baum um und fiel ins Wasser. Hier waren Biber am Werk! Ein Reiter kam des Weges und erzählte, dass er am Morgen einen Bären 🐻auf dem Wanderweg gesehen hatte. „Take care!“, sagte er und führte sein Pferd weiter. 🐴
Im Yosemite Valley sind viele Leute mit dem Fahrrad unterwegs, entweder auf Radwegen oder auf der Straße (one way). 🚴 Auch wir fuhren den Rundweg (30 km), kamen an Wiesen vorbei, sahen Maultierhirsche, viele Vögel und schauten uns den Lower Yosemite Fall an. Dort tobte das Leben, denn viele Tagestouristen waren mit Reisebussen in den Park gekommen. Die unterschiedlichsten Nationalitäten waren vertreten. 🇯🇵🇫🇷 🇮🇳 🇨🇳 🇺🇸 🇩🇪
Der imposante Wasserfall (Schmelzwasser) stürzt am Felsen herunter und übertönt alles. Die Wassermenge wird zum Sommer hin immer weniger, bis der Wasserfall im Herbst völlig versiegt. Obwohl so viele Menschen hier waren, fanden wir ein ruhiges Plätzchen am Wasser für unser Picknick. 😊
Bei der Tour durch das Tal hatten wir immer wieder einen anderen Blick auf die Berge. An einer Quelle (Fernspring) füllten wir unsere leeren Flaschen auf und radelten bei dem nun bedeckten Himmel auf der anderen Seite des Merced Rivers zum Campground zurück. 🚴

Der Trail zum Vernall Fall am folgenden Tag war kürzer aber anstrengender als die Radtour, denn es ging zum Teil steil bergauf. Am Misttrail wurden alle ganz schön nass! 💧Abends hatten wir von unserem Platz aus einen wunderbaren Blick auf den Half Dome, der in der Abendsonne leuchtete. Bei Vollmond saßen wir am Lagerfeuer, einfach traumhaft! 🌕🔥

An zwei Tagen machten wir uns auf den Weg um die Berge kurz vor Sonnenuntergang zu fotografieren. Am Mirror Lake spiegelten sich die Felsen in der Abendstimmung wunderbar im Wasser. Auf dem Rückweg mit dem Fahrrad kamen uns auf der Brücke gleich mehrere Maultierhirsche entgegen. 😄 Als zweiten Standort wählte Werner die Sentinentel Bridge, wo gleich mehrere Fotografen ihre Stative aufbauten, und auf den richtigen Zeitpunkt für das besondere Foto des Half Domes warteten. 📷

Nun noch ein paar allgemeine Worte zum Park: Wenn jährlich mehr als vier Millionen Menschen den Yosemite NP besuchen, bleibt dies nicht ohne Folgen. Viele Tiere haben die Scheu vor den Menschen verloren, 😳 sogar ein Koyote wurde von uns gesichtet. Die Eichhörnchen waren überall zugegen und knabberten in unserem Wohnmobil einen Apfel an!! 🍎 🐿Im Visitor Center sahen wir Videos, die Nahrung suchende Schwarzbären in PKWs zeigten. Alle Lebensmittel, Getränke und duftende Drogerieartikel (Duschgel, Seife etc.) mussten aus dem PKW in einen bärensicheren Stahlschrank gelegt werden, der jedem Camper zur Verfügung steht. Im Wohnmobil musste sich alles außer Sichtweite befinden.

Ein anderer Punkt ist das große Angebot an Büchern, T-Shirts, Andenken jeglicher Art, das von den Touristen ausgiebig angenommen wird. (Wir fanden auch einige schöne Mitbringsel. 😉 ) Lebensmittel, Getränke, Campingzubehör, Restaurants Tankstellen, Hotels und sogar eine „Medical Clinic“ sind in diesem Park zu finden. 🏞

Als wir nach diesen herrlichen Tagen den Park verließen, regnete/hagelte es in Strömen. El Capitan verschwand hinter den Wolken und war kaum noch zu sehen. Den Tunnelblick erlebten wir leider im Regen. ☔️

Ghost Town Bodie

Immer wieder entdecken wir lohnende Ziele in unserer Umgebung. Die Geisterstadt Bodie liegt ganz in der Nähe des Mono Lakes, die Straße dorthin (Route 270) ist im Winter leider gesperrt. Winter heißt hier bis Mitte/Ende Mai! 🌨
Im Visitorcenter erfuhren wir, dass eine Schotterstrecke zur ehemaligen Goldgräberstadt führt. Also fuhren wir langsam über Stock und Stein (1h) zu dieser völlig abgelegen in den Bergen liegenden Stadt (8375ft). ⚒
Es wehte ein eisiger Wind, während wir die „Stadt“ erkundeten. 🌬 Wir schlenderten durch die „Straßen“, schauten in Häuser hinein und stellten uns das frühere Leben vor. Rau wird´s gewesen sein! 🔫 Sage und schreibe 65 Saloons soll es hier gegeben haben und auch ein etwas abgelegenes Rotlichtviertel…💰 Es gab sogar ein Chinesisches Viertel, von dem jedoch nicht mehr viel zu sehen war.
Turngeräte im Tanzsaal, ein Schulhaus – alles war möbliert und so belassen, wie es früher war. Begeistert schauten wir uns alles an, bis wir durchgefroren waren und der Park geschlossen wurde. Ein tolles Erlebnis! 😀😀😀

„Bodie – a town so lawless that 1881 it was described as „…a sea of sin, lashed by the tempests of lust and passion.“ “

(Quote by Reverend F.M. Warrington.)

Lake Tahoe und Mono Lake

Mit den neuen Reifen fuhr unser Wohnmobil fast von alleine. 😉 Begeistert fuhr Werner in Richtung Lake Tahoe, während ich die Strecke langweilig fand… 🙄Nach 25.000 „spannenden“ Kilometern kommt auch das einmal vor. Hügeliges Gelände, Wiesen, Obstanbaugebiete und keine Restareas oder Parkplätze! Das ungemütliche Wetter nutzten wir in Gold Run zum Aktualisieren unseres Blogs. Zum Schreiben und Aussuchen der Bilder saßen wir gemütlich im warmen Wohnmobil. Zum Hochladen mussten wir wie so oft in die Nähe des Office gehen. Ganz schön kalt war es draußen! ☔️

Im Regen kamen wir am Lake Tahoe an, wurden im Visitor Center prima beraten und gingen eine Runde am See spazieren. 🚶🏻Wolken, Nebel und Kälte begleiteten uns. Nach einer Stärkung fuhren wir verschiedene Aussichtspunkte an und staunten über das türkisblau schimmernde Wasser. 😀Die Spuren der Eiszeit waren deutlich sichtbar: Große Felsbrocken vom Wasser geschliffen lagen im glasklaren See und am Sandstrand. Mit einer Tiefe von 501m ist Lake Tahoe der zweittiefste See der USA. Die Größe des Sees wird durch folgende Tatsache deutlich: In 24 Stunden verdunsten 1.400.000 Tonnen Wasser, was den Wasserstand nur um 0,24 cm verringert. 🤔Nördlich des Ortes Incline Village gibt es einen Aussichtspunkt in den Bergen mit einem herrlichen Blick auf den See – bei guter Sicht versteht sich! Voller Erwartung fuhren wir zum „Overlook“ und standen plötzlich im Nebel. 🌫Unter der dichten Nebeldecke gab der See nur einen Teil seiner Schönheit preis. 😁

Wir übernachteten in Carson City, Nevada. Erst ging es hoch zum „Donner Summit“ (7227 ft), es folgte die Fahrt ins Tal. Auf dieser Seite der Berge herrscht ein ganz anderes Klima. Die Bäume sind verschwunden, kleine Büsche stehen hier und da. 🌄Am nächsten Tag fuhren wir am östlichen Ufer des Sees entlang und legten eine längere Sonnen- Picknick-Pause am Cave Rock ein. Dieser Ort ist den Washoe Indiandern noch heute heilig; ihre Vorfahren verbrachten den Sommer am See und hielten religiöse Zeremonien in der Höhle ab. Der Weg zur Höhle sah nicht gerade zugänglich aus….

Am großen Hundestrand konnten wir den niedrigen Wasserstand des Sees beobachten; das Schild „Private Property!“ kürzte unseren Spaziergang jedoch ab. 🐕 Beim „Overlook“ an der Emerald Bay bestimmten dunkle Wolken und ein wenig Sonne in der Ferne das Bild. 🌧🌦Die Fahrt nach Gardnerville führte uns wieder auf den Pass (7000 ft), um dann mit einem starken Gefälle ins Tal zu führen. 🎢Die neuen Reifen waren im Regen voll im Einsatz! Schneeberge, wohin wir auch blickten, und ein Abendhimmel, der nicht interessanter sein könnte, rundeten diesen schönen Tag am See ab. 🏔

Die Gegend um Gardnerville, NV, wirkte sehr aufgeräumt – große Grundstücke, weiße Zäune, Pferde, Rinder und Schafe. 🐎🐄🐏

Machen wir einen Abstecher zum Mono Lake, oder fahren wir direkt zum Yosemite NP? 🤔Wir fuhren zum See und verlebten dort zwei erholsame Tage. Ein zweites Mal fuhren wir in Kalifornien durch eine Kontrolle und wurden befragt, woher wir kämen. Dies führte dazu, dass wir einige Tage später nicht wagten in Nevada frische Lebensmittel einzukaufen, obwohl der Supermarkt so gut sortiert war…😬

Die traumhafte Fahrt (Scenic Drive) auf der 395 South führte am Fluss entlang. 🏞Vor uns sahen wir Schneeberge in der Ferne – alle Passstraßen über die Sierra Nevada waren gesperrt. 🏔Im Little Antilope Valley fanden wir bei Walker einen schönen Rastplatz mit Sportgeräten am Fluss gelegen. Eine kleine Übung an den Geräten zeigte mir, dass die Autofahrten nichts zur Erhöhung der Beweglichkeit beitragen… 🏋 Weiter ging es über „Devils Gate Summit“ (7519 ft) und den netten Ort Bridgeport (teurer Sprit) zum Viewpoint mit Blick auf den Mono Lake. Der See breitete sich in einem weiten Tal vor uns aus und ließ seine Besonderheit nur vermuten. 😀

Am See angekommen, hielten wir am County Park, der gerade für die Sommergäste renoviert wurde und wanderten über den Boardwalk. Hier wurde uns deutlich veranschaulicht, wie sich der See verändert hat. Im Jahre 1941 begann die Stadt Los Angeles Flüsse, die den See speisten, umzuleiten. Dadurch sank der Wasserspiegel um 40 ft und der Gehalt an Mineralien stieg. Der See ist 2,5 mal so salzig und 8mal so alkalisch wie Meerwasser. 😳In diesem Wasser wird selbst das schmutzigste Wäschestück sauber, bemerkte schon Mark Twain. 😉 Erstaunlicherweise leben zwei Tierarten hier, die vielen Zugvögeln als Nahrung dienen: „The brine shrimp and the alkali fly“.

Unser nächster Ziel war die „Old Marina“, wo wir so weit ans Wasser gehen konnten, bis wir einsanken. (Werner ging noch weiter…) 😉Hier sahen wir interessante Tuff-Formationen und entdeckten sogar ein Nest auf einer hohen Säule. Uns war jedoch nicht klar, wovon sich die Fischadler hier ernährten. 🤔

Eine „Überraschung“ hielt der Tag noch für uns bereit. 😉 Wo finden wir den BLM-Campground❓, denn die Wegbeschreibung ist nicht immer so genau. Diesmal schickte uns das Navigationsgerät über eine unbefestigte Straße mit vielen Schlaglöchern, die jäh endete, da sie überflutet war! 💧Mit viel Glück fanden wir eine andere Zufahrt und genossen die tolle Aussicht (6727 ft.) auf den Mono Lake. Der Platz reichte für 2-4 Wohnmobile und ein Camper stand schon dort! Glück gehabt‼️

Am nächsten Tag genossen wir die Ruhe und ließen uns mit allem Zeit. ⏲Werner wollte das Auto heute nicht bewegen und schlug vor, zu Fuß zum See zu wandern, um weitere Tuff-Formationen anzusehen und zu fotografieren. Im Laufe der Zeit und nach zwei steilen, rutschigen Auf- und Abgängen 😳 wurde uns klar, dass wir die Strecke unterschätzt hatten. Also wanderten wir zurück zum Wohnmobil, packten die Stühle ein und fuhren zur „South Tufa Area“.

Gigantisch, wie viele Säulen und andere Formationen wir hier sahen. 😊Die Stimmung lässt sich kaum beschreiben. Wir blieben bis zur blauen Stunde nach Sonnenuntergang. Wie das Licht immer wieder alles veränderte, einfach fantastisch! In der Dämmerung kamen einige Fotografen mit ihren Stativen hinzu, Werner war begeistert. 😄 Da ich bei diesen Fotoshootings nicht ganz so aktiv bin, wird mir etwas schneller kalt. (10°C) Die Fotos zeigen jedoch, dass es sich lohnt auf das richtige Licht zu warten…

Die folgende Nacht war eine der wenigen schlaflosen Nächte, die wir bisher hatten. Der Wind hatte derart zugenommen, dass das Wohnmobil schaukelte. 🌬🌬🌬Erst als der Wind am Morgen abschwächte, kamen wir zur Ruhe und schliefen noch ein wenig. 💤Zum Abschluss fuhren wir zur „Mono Crater Chain“ und schauten uns den „Panum Crater“ an. Ein Trail führte uns in der Kälte zum Dom und wir konnten uns am Kraterrand stehend den Vulkanausbruch lebhaft vorstellen. 😀

Die Tage an Kaliforniens Seen haben uns gut gefallen, auch wenn sie etwas kalt, windig und regnerisch waren. 😉

Den Vulkanen auf der Spur – Mount St. Helens

Vom Pazifik in die Berge – junge und alte Vulkangebiete warteten auf uns. 😉 Nach und nach ließen wir die Berge hinter uns, fuhren durch Portland, über den breiten Columbia River und erreichten Washington, den nördlichsten Staat am Pazifik, bei herrlichem Sonnenschein. ☀️
Nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, hielten wir auf der schönen Strecke immer wieder an und genossen den Blick auf den schneebedeckten Vulkan, der im Jahr 1980 ausgebrochen war und die Landschaft völlig verändert hat. 🌋 Ganze Wälder wurden neu gepflanzt (1983/86), der Coldwater Lake entstand und im Tal war überall Lava- und Aschegestein zu sehen. Einfach beeindruckend! 🙂 Mount Rainier (14.416 ft) grüßte uns aus der Ferne. 😉 🏔 Im Visitor Center besuchten wir die informative Ausstellung und schauten uns einen Film an, der den Vulkanausbruch dokumentiert. Die meisten Menschen verließen das Tal rechtzeitig, jedoch Harry Truman blieb an seinem geliebten Ort und kam ums Leben.

Am Abend trafen wir uns auf einem Campground am Silver Lake mit Rita und Dietmar aus München. Werner verwöhnte uns mit einem köstlichen Essen, Lachs und Risotto, und wir klönten und diskutierten bis zum späten Abend. 🙂  Nun trennten sich unsere Wege, denn Dietmar zog es in den Norden nach Alaska und wir fuhren wieder gen Süden. Mal sehen, wie lange sie Alaska unsicher machen können, denn Rita drohte umzukehren, wenn sie von einer Mückenplage heimgesucht wird. Ich kann´s verstehen. 😉

Nach vielen Meilen auf der Interstate 5 führte uns der Scenic Byway (138) in Richtung Crater Lake durch hügelige Gebirgslandschaften mit saftig grünen Wiesen, auf denen Rinder und Schafe weideten. Eine Nebenstraße am Fluss entlang mit vielen Stromschnellen lud uns immer wieder zum Halten ein. 🏞 In den höheren Lagen prägten Bäume das Bild und nach und nach kam Schnee hinzu, wunderschön! Gut, dass die Straße geräumt war, denn ein Vorderreifen des Wohnmobils zeigte nicht mehr das wünschenswerte Profil. 😳 Die Schneeberge wurden immer höher und zum Schluss fuhren wir wie durch eine Schlucht durch den Schnee. Auch das Visitor Center war eingeschneit, aber erreichbar und der Parkplatz geräumt. Toll, dass wir den Winter hier einmal begrüßen konnten! ⛄️

Am Crater Lake angekommen genossen wir den wunderbaren Blick auf den klaren See, die Berge und den Himmel – und bekamen kalte Füße! Wandern konnten wir hier nicht und unsere Skiausrüstung hatten wir nicht dabei. Also wärmten wir uns immer wieder im Wohnmobil auf um danach draußen zu beobachten, wie Licht und Schatten den Anblick laufend veränderten. Ein fesselndes Erlebnis! 🙂 Der Rim Drive war leider nicht befahrbar, dieses Erlebnis bleibt den Sommergästen vorbehalten. 😉

Das I-Tüpfelchen dieses Tages war unser Übernachtungsplatz, ein Sno-Park Campground. Ein großer geteerter Platz an der Straße, von Wald umgeben, eine Hütte mit einem Ofen und Bänken, eine Feuerstelle, Feuerholz und eine Toilette, einfach super! Auf einem Holzstamm in der Sonne sitzen und ins Tagebuch schreiben, was will man mehr?! 🙂 🙂 🙂 Auf einer Infotafel lasen wir, dass wir uns auf dem „Vulcanic Legacy Scenic Byway“ befanden. Die Berge in dieser Gegend waren früher aktive Vulkane und befinden sich auf dem „Pacific Ring of Fire“. Spannend!

Die Fahrt führte uns weiter an den Klamath Lake, an dem wir bei 25°C mit Blick auf die Schneeberge picknickten. 🏔 Als wir wieder nach Kalifornien kamen, wurden wir gefragt, ob wir Obst oder Gemüse dabei hätten. Das ist uns bisher in keinem anderen Staat passiert. 🤔
Nach einem weiteren Stopp am Grasslake erblickten wir Mount Shasta (14.162 ft) in seiner vollen Größe. Hier hätte Werner am liebsten seinen Skizzenblock herausgeholt und gezeichnet. Dafür war es leider schon zu spät. Wir steuerten einen kostenfreien BLM-Campground direkt am Lake Shastina an und freuten uns über die Abendsonne. Fledermäuse, Gänse, Möwen und Steinadler waren an diesem See zu Hause. Erst gegen Nachmittag fuhren wir am nächsten Tag weiter. 🙂

Lake Tahoe und Yosemite NP waren unsere nächsten Ziele und wir überlegten hin und her, auf welchem Weg wir dorthin fahren sollten. 🤔
Eine Kaltwetterfront kam auf uns zu und wir entschieden uns die Fahrt auf der Interstate 5 fortzusetzen. Denn wir benötigten dringend neue Reifen, um bei Regen sicher über die Gebirgsstraßen mit einem Gefälle von 9% zu gelangen. Im Nachhinein kann ich sagen: Es war die richtige Entscheidung!!! Am Shasta Lake schauten wir uns den Shasta Dam an und waren erstaunt, wie sehr dieser bewacht wurde. Handtaschen mussten geöffnet werden und Autos wurden durchsucht, bevor der Damm betreten bzw. befahren wurde. Das war für uns ungewohnt. 😳

Am nächsten Morgen erhielt unser Wohnmobil in Anderson bei Walmart zwei neue Vorderreifen. Die amerikanischen Straßenbeläge sorgen offensichtlich für einen höheren Abrieb. 😉
Unser Interesse für Vulkane und ihre Geschichte war nun vollständig bei uns geweckt und wir überlegten, ob wir sogar einen Umweg über den Mono Lake einplanen. 🙂 🙂 🙂

Auf dem Pacific Coast Hwy Richtung Norden

In den nächsten zehn Tagen fuhren wir fast 1000 Meilen auf der Küstenstraße bis Lincoln City/OR, eine kurvenreiche Strecke mit traumhaften Ausblicken. 🙂 🙂 🙂

In Sausalito verpassten wir die Küstenstraße, was wir aber erst später merkten, und kamen abends in Olema an. Von hier aus war es nicht weit bis zum Point Reyes National Seashore. Dort erwartete uns ein ganz besonderes Erlebnis, worauf Dietmar (Geologe) uns aufmerksam gemacht hatte. Hier befindet sich der San Andreas Fault, wo die Pazifische Platte und die Nordamerikanische Platte aufeinander treffen. Die Pazifische Platte bewegt sich 2-5cm pro Jahr in Richtung Norden und kann jederzeit mit der Nordamerikanischen Platte zusammenstoßen und ein Erdbeben auslösen, wie es 1906 in San Francisco geschah. 😳 Auf dem „Earthquake Trail“ erhielten wir viele Informationen und schauten uns den versetzt stehenden Zaun an, der die Erdverschiebung so richtig deutlich macht. Immer wieder wurden wir in den nächsten Tagen an die Erdbeben- und Tsunamigefahr erinnert. 🤔

Die Fahrt in Richtung Bodega Bay führte an Hügeln und Wiesen vorbei, auf denen Schafe, Kühe, Schweine und Pferde weiden. In Marshall sahen wir Pfahlhäuser und ein Insider Lokal – schick gekleidete Leute ließen sich hier das Essen schmecken. 😉

In dem kleinen Ort Bodega ging Werner plötzlich auf die Bremse – etwas Besonderes lag in der Luft. An der strahlend weißen Kirche ⛪️ wurde das Geheimnis gelüftet – hier wurde eine Szene aus Hitchcocks Film „Die Vögel“ gedreht. 📽 Die Schule, aus der die Kinder vor den Vögeln flüchteten, ist heute im privaten Besitz. In einem kleinen Laden mit Museum und Café konnten wir Fotos und einzelne Requisiten bestaunen. 🎬 Stolz erzählte uns der Besitzer, dass die über 80- jährige Hauptdarstellerin jedes Jahr bei ihm vorbeischaut.

Die Küstenstraße ging nun weiter bergauf und erlaubte uns atemberaubende Blicke auf den Ozean. 🌊 Am Nachmittag stellte sich jeden Tag die Frage, wo wir unser Nachtlager aufschlagen werden. Dieses Mal war es ein Campground in Stillwater Cove – ein Lagerfeuer, lesen, kochen und den Abend genießen! ⛺️ Die Fahrt an der Steilküste bot uns immer wieder tolle Ausblicke auf Felsen, die teilweise wie Zähne aus dem Wasser ragten.   😉 Gut, dass es so viele Haltebuchten gab! Bei dem starken Wind 🌬stellte Werner das Wohnmobil in den Windschatten und ich setzte meine Mütze auf. 😉 Kurz hinter Mendocino konnten wir auf einem State Beach übernachten, was uns besonders gut gefiel. 🌊

Die Strecke gen Norden (nun Hwy 101) zeigte sich kurvig – es ging bergauf und bergab. 🎢Viel Platz zum Ausweichen blieb nicht, denn steile Abhänge säumten die Straße. Volle Konzentration war auch nach 23000 km angesagt! 🚙 In Fortuna statteten wir Rita und Dietmar einen Besuch ab 🙂 , picknickten, klönten und fuhren weiter in Richtung Redwood National Park. Regen und Nebel stellten sich ein. 🌧 🌫

Ostersonntag – Nebel steigt aus dem Wald empor – ein tolles Bild! 🙂 Nach unserem leckeren Osterfrühstück lernten wir ein junges Paar, Melissa und Ethan aus Nörtlingen kennen. Sie waren als Hitchhiker unterwegs, was die Ranger ihnen im Park untersagten. Ihre Bitte, sie abends bis Crescent City mitzunehmen schlugen wir ihnen nicht ab. So kam es, dass wir den Tag zusammen verbrachten. 😀

Beeindruckende Baumriesen, die bis zu 120 m hoch und 2000 Jahre alt werden können, vermitteln einen Hauch von Ewigkeit. Feuer und Insekten können diesen Bäumen nichts anhaben, aber das Redwood-Fieber, das im 19. Jahrhundert ausbrach, ließ große Teile des Waldes verschwinden.😳  Die Holzindustrie boomte, bis 1918 die ersten Schritte zur Rettung der Redwoods eingeleitet wurden. 👍 Zwei Trails gingen wir an diesem Tag durch den riesigen Wald. Unser zweiter Weg führte uns zum Meer und war ziemlich anstrengend, denn es ging 2,6 km nur bergab – keine Redwoods mehr zu sehen – und 2,6 km wieder bergauf! 😁 Es wunderte uns nicht, dass Melissa und Ethan vor uns am Wohnmobil ankamen. 😉 In Crescent City verabschiedeten wir uns von den Beiden und machten uns wieder auf den Weg.

In Oregon ging die Fahrt auf dem Hwy 101 meist durch den Wald und wir hielten mehrmals an, um einen Blick auf den Ozean zu werfen. Aber diesen mussten wir uns erst erarbeiten, wobei die Wege durch den Wald teilweise steil bergab gingen. Bei Brookings ragen viele Felsen aus dem türkisfarbenen Meer hervor, die durch Wind und Wellen geformt wurden. 🌊 🌬 Ein Zaun ist zum Schutz an dieser Steilküste aufgestellt, was Werner nicht davon abhielt, hinüber zu klettern um den optimalen Ausschnitt für sein Foto erhalten. Ich bin jedes Mal froh, wenn er wieder einige Meter vom Abgrund entfernt steht…😄

Nach der Kälte an der Küste war unser Aufenthalt in Coos Bay bei 21° C eine Wohltat. ☀️Infotafeln gaben uns Auskunft über die Holzwirtschaft und die Bedeutung des Hafens in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Aus einem kleinen Fischlokal stieg uns ein derart guter Duft in die Nase, dass wir uns eine Portion „Fish & Chips“ gönnten. 🍟

Eine ausgiebige Wanderung unternahmen wir in den „Oregon Dunes“. Durch Wald und Dünen kamen wir an einen endlosen Strand, an dem wieder eine Schutzzone für den Snowy Plover eingerichtet worden war. 🐣 Neu für uns war, dass Gräser, die in früheren Jahren zur Befestigung des Sandes gepflanzt wurden, den Lebensraum der Vögel zerstören. So wird heute mit allen Mitteln versucht, das Gras zurückzudrängen.
In Florence stand ein flotter Oldtimer am Straßenrand und Werner fotografierte die beeindruckende Brücke aus verschiedenen Blickwinkeln. 📷
An der Küste wurden wir immer wieder auf die Tsunamigefahr hingewiesen. Nur 32 – 70 Meilen von der Küste entfernt verläuft die „Cascadia Subduction Zone“. Die Juan de Fuca Platte schiebt sich langsam unter die Nordamerikanische Platte und kann ein Erdbeben auslösen mit einem Tsunami in Folge. 🌊🌊🌊 Neben den vielen Informationstafeln sahen wir auch witzige T-Shirts oder Schilder mit Verhaltensregeln, z.B. „Run Like Hell!“ 😉

Kurz vor Sonnenuntergang lieferte die Natur uns noch ein besonderes Schauspiel. Das Meer peitschte in dieser Bucht mit voller Wucht gegen die Felsen. Im Laufe der Zeit waren Hohlräume und Gänge in den Felsen entstanden und das Wasser spritzte zum Teil wie ein Geysir hoch in die Luft. Der Anblick war so faszinierend, dass es uns schwer fiel, diesen Ort zu verlassen… 🙂

Kurz vor Newport übernachteten wir am 31.3. im South Beach State Park ein letztes Mal an der Küste. Am nächsten Tag schauten wir uns auf der Strecke nach Lincoln City den Leuchtturm auf Yaquina Head an und staunten über die große Anzahl von Seevögeln auf einem nahe gelegenen Felsen im Wasser. Sie waren nicht zu überhören. 😉 Vergeblich hielt ich seit Tagen Ausschau nach Walen, die in dieser Zeit in den Norden ziehen. Ich hatte kein Glück, schade! 😁

Die Küstenstrecke zeigte sich noch einmal von ihrer schönsten Seite, bevor wir sie in Richtung Portland mit einem Stopp am Casino in Grand Ronde verließen.
Die raue urwüchsige Küste Oregons hat uns besonders gut gefallen.

San Francisco

San Francisco – die liberale Stadt an der Westküste – wir sahen einige Facetten dieser lebendigen Stadt.
Schon die Anfahrt war ein „Erlebnis“, denn wir fuhren durch die Berge um den schönen Blick auf die Stadt zu erleben. Typisch amerikanisch sah es in dieser Gegend nicht aus – sie erinnerte uns eher an europäische Gebirgslandschaften. Ein Schweizer hatte diese kurvenreiche Strecke empfohlen, auf der wir nur langsam vorankamen… 😉 🐌
Als wir in der Abenddämmerung unseren Blick auf die San Francisco Bay warfen, freuten wir uns schon auf die nächsten Tage.  🙂 Wir übernachteten an der Half Moon Bay und entdeckten bei unserem Spaziergang am nächsten Morgen ein uriges, total verspieltes Haus.
Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir wenig später die Golden Gate Bridge. 🙂  Allein 128 748 km Stahldraht wurde benötigt, um die Hängebrücke herzustellen, eine stolze Zahl!😳 Der komplette Anstrich dauert Jahre; daher wird laufend tonnenweise Farbe auf die gewaltige Metallkonstruktion aufgetragen. Ein riesiger Park grenzt an die Brücke, den man an einem Tag gar nicht durchwandern kann. Die Anlagen des früheren Militärgebietes sind zum Teil noch vorhanden. Wir ließen es uns nicht nehmen über die 2,7 km lange Brücke zu gehen, kamen allerdings nicht bis zum Ende. Wir hatten die Zeit unterschätzt – unsere Parkzeit lief ab…⌛️

Auf dem Parkplatz lernten wir Ingrid und Bernd aus Stuttgart kennen, die schon fast ein Jahr in den USA unterwegs waren. So konnten wir uns wieder gegenseitig Tipps für die Weiterreise geben. 👍 Auch Rita und Dietmar aus München kamen am nächsten Tag an und so kam es, dass wir fünf Tage in San Francisco übernachteten, ohne auf einen Campground zu fahren. Das war spannend! 😀 Jeden Abend erlebten wir den Sonnenuntergang an der Golden Gate Bridge, das hat man nicht alle Tage! Bei einem Glas Wein ließen wir unsere Eindrücke Revue passieren und diskutierten mit den Münchenern das ein oder andere aus. 🍷

San Francisco steht auf 43 Hügeln ­– wir haben sie nicht gezählt, jedoch immer wieder wahrgenommen, zu Fuß, mit der Bahn und mit dem Wohnmobil. Ich denke da besonders an eine Fahrt mit dem Camper, bei der ich ruhig Blut bewahren musste – so stark war das Gefälle. Das ist nichts für schwache Nerven, hier gilt es dem Fahrer zu vertrauen! 😳 Auch zu Fuß haben wir einige Hügel erklommen, sei es hinauf zum Alamo Square Park, um die „Painted Ladies“ (eine Häuserreihe) zu fotografieren oder die steil nach oben führende Lombard Street (27% Steigung), die für Autofahrer in Serpentinen nach unten führt.
Noch vor Sonnenaufgang fuhren wir auf die zweithöchste Erhebung der Stadt, die Twin Peaks. Die Stadt war im Nebel verschwunden, nur wenige Menschen zu dieser ungemütlichen Stunde unterwegs. 🌫 Bis 13 Uhr blieben wir dort, gingen immer wieder nach draußen und beobachteten, wie die Sicht immer besser wurde und wir zum Schluss den traumhaften Blick auf die Metropole und die Bucht genießen konnten. 🏙 Derweil waren etliche Busse angekommen, die Touristen staunten, fotografierten und fuhren wieder ab.

Auch im Hafen waren viele Touristen unterwegs. An der Fisherman´s Wharf warteten Fischlokale und Souvenirläden auf ihre Kunden, ebenso wie die vielen Straßenkünstler: Breakdancer, Musiker, Standfiguren und Jongleure. 🏋 Wir schauten uns am Hyde St Pier einige Oldtimerschiffe an, alte Schoner, Schlepper und eine Fähre. Hier legten die Autofähren an, die zwischen San Francisco und Sausalito verkehrten, bis 1937 die Golden Gate Bridge eröffnet wurde. 🚢 Ein älterer Herr plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und schwärmte vom deutschen Moselwein… 🙂

Am Pier 39 beobachteten wir die Seelöwen. Seit 1989 fühlen sie sich auf den ungenutzten Docks wohl und lassen sich von den Menschen bestaunen. 😉
Auffallend viele Obdachlose suchten am Hafen und an bestimmten Stellen in der Stadt in Mülleimern nach Essensresten oder Getränken. Als Werner seine Schuhe abends vor dem Wohnmobil stehen gelassen hatte, waren sie am nächsten Morgen verschwunden…🤔

Die meisten Wege legten wir zu Fuß zurück, nur zweimal nutzten wir öffentliche Verkehrsmittel und das mit großem Vergnügen! Die Fahrt mit der Cable Car war ein Erlebnis. Der Wagen war rappelvoll und wir konnten kaum etwas von der Stadt sehen, aber es herrschte eine gute Stimmung, die der Schaffner mit seinem Sprechgesang noch förderte. 😎 Auch die Fahrt mit der alten Straßenbahn machte Spaß und ersparte uns einige Kilometer Fußweg.

Durch das Dragon Gate kamen wir in eine völlig andere Welt: Chinatown, mit ca 80 000 Einwohnern die größte chinesische Gemeinde in den USA! Hier wohnen und arbeiten die Menschen auf engstem Raum. Eine Gruppe von Musikern musizierte auf alten chinesischen Instrumenten: Live ohne Backgroundmusik! Bunte Pagodendächer, Drachenkopflampen und chinesische Schriftzeichen, wohin man sieht. Auch der besondere Teeladen Ten Ren´s Tea fehlte nicht. 🙂

In der Market Street im Zentrum waren Verkaufsstände aller Art zu sehen, Straßenmusiker machten laute Musik, ein Gitarrist spielte Gitarre auf dem I-Pad. 🎤 Das hatten wir noch nie gesehen! Zwei interessante Bauten schauten wir uns von außen genauer an: Das Contemporary Jewish Museum, das durch seinen Anbau, einen Kubus aus dunkelblauem Stahl auffällt wurde von Daniel Libeskind geplant. Ganz in der Nähe befindet sich das SFMOMA – San Francisco Museum of Modern Art. Gern hätten wir uns die Kunstausstellung angesehen, aber der Erweiterungsbau wird erst im Sommer 2016 fertiggestellt sein. Der unmittelbar angrenzende Martin Luther King Memorial Waterfall ist von einem kleinen Park umgeben – ein Ruhepol im Zentrum der Stadt. 🙂

Im Westfield San Francisco Centre, einem Konsumpalast – eigentlich kein Anziehungspunkt für uns – entdeckten wir einen ganz besonderen Spielzeugladen „Marbles“. An Stehtischen konnten wir die anspruchsvollen Spiele testen und erhielten bei Bedarf auch Hilfe. 😉 Wir überlegten hin und her, welches Spiel unsere Enkel ansprechen würde; die Entscheidung fiel bei diesen interessanten Spielen nicht leicht. 🤔

Bei unserem Gang durch die Stadt am 19.3. trafen wir überall kleine Gruppen – Frauen und Männer – in Hochzeitskleidern, die oft von Passanten angesprochen wurden. Die Love Parade findet jedoch erst im Juni statt.

Mit dem Wetter hatten wir in SF Glück – Frühlingstemperaturen und Sonnenschein. ☀️ Die beiden Regentage nutzten wir zur Erholung und machten kleinere Touren. ☔️ Im Lincoln Park schauten wir uns die Ruinen der Suthro Baths an und genossen den herrlichen Blick von den Klippen auf den Ozean, in dem viele Schiffwracks auf dem Grund liegen. Von dem alten Badehaus mit sieben Becken war nicht mehr viel zu sehen, obwohl es von 1886 – 1951 in Betrieb war. Im Visitor Center (VC) konnten wir viele Bilder der früher hier ausgetragenen Schwimmwettbewerbe sehen. 🏊 Im VC schauen wir uns gerne nach Mitbringseln für die Enkel um. Auch an diesem Tag wurden wir fündig… 😉

Den Palace of Fine Arts konnten wir gut zu Fuß erreichen. 👞 Er wurde 1915 für die Weltausstellung gebaut und erinnert an die griechische und römische Antike. Viele Schildkröten fühlten sich im Wasser dort heimisch. 🐢
In Haight – Ashbury, dem früheren Zentrum der Flower – Power – Bewegung, wurden Joints auf der Straße geraucht. Wer wollte, konnte sich in ausgefallenen Läden die passende Kleidung kaufen. Alles ist in diesem Viertel bunter und schriller als in den Nachbarvierteln. 😉 In einem Vegan – Restaurant aßen wir den besten Vegan – Burger aller Zeiten. Einfach lecker!!!🍔

In einer Regenpause wagten wir einen Spaziergang im Golden Gate Park, der mit einer Fläche von 4 km2 größer als der Central Park in New York ist. Viele Straßen führen durch den Park und gliedern ihn, so dass er ganz anders auf uns wirkte als der Central Park in NY. Die Museen waren schon geschlossen, aber wir schauten uns eine Skulptur von Keith Hering vor dem de Young Museum an und wanderten zum „National Aids Memorial Grove“ – mit bunten Blumen geschmückt. 🌺🌻🌹

San Francisco – die Stadt die 1906 von einem Erdbeben heimgesucht wurde und anschließend völlig abbrannte – ist nach wie vor erdbebengefährdet. Nur wenige Häuser haben das Erdbeben überstanden.
Uns hat es in dieser Stadt sehr gut gefallen. Am letzten Tag fotografierte Werner die Golden Gate Bridge noch einmal von allen Seiten, bevor wir über Sausalito wieder zur Küstenstraße in Richtung Oregon fuhren. 🙂 🙂 🙂
Fast hätte ich vergessen die Insel Alcatraz zu erwähnen, die wir gerne besichtigt hätten, aber die Karten waren schon lange im Voraus ausgebucht…😞