Alle Beiträge von Andrea und Werner Knopp

Insel–Hopping auf den Keys I

Die Fahrt lief gut und Werner freute sich unbändig auf die Florida Keys. 🙂 –Diese Inselkette im Süden Floridas, die sich über 180 km ins Meer erstreckt, liegt zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Golf von Mexiko. Die vielen kleinen Inseln sind durch Brücken verbunden, die Hauptstraße ist der Overseas Highway. –

Palmen am Straßenrand, Kiefern, Swamp und Büsche, wir sogen die Natureindrücke auf, bis wir Miami in der Ferne erblickten. Die Skyline einer so großen Stadt hat auch ihren Reiz! Mit Bravour fuhr Werner auf der 6 (12)- spurigen Autobahn, die uns durch Miami führte. Unser Navi wollte uns immer wieder auf die Turnpike (gebührenpflichtige Autobahn) lenken, die wir meiden wollten. Aber es war wie verhext, wir landeten immer wieder auf dieser Mautstraße und fanden keine Möglichkeit, die Gebühr zu entrichten. Wir kamen abends an und übernachteten bei Walmart, um am nächsten Morgen bei Tageslicht auf die Inseln zu fahren. Im Laden hörten wir viele Leute spanisch sprechen – kein Wunder, denn im Großraum Miami leben viele Menschen aus Kuba, El Salvador, Nicaragua und Kolumbien. Die bewaffnete hauseigene Security stand am Ausgang und wir mussten das erste Mal unseren Kassenzettel vorzeigen.

Die Fahrt von Florida City bis Key Largo war eine Fahrt durch absolute Wildnis – Swamp und kleine Büsche auf beiden Seiten, alles eingezäunt – und türkisfarbene Leitplanken, einfach cool! 🙂 🙂 🙂 Wir hatten keinen Campground auf den Keys gebucht, hatten aber Glück und bekamen einen Platz im John Pennekamp Coral Reef State Park. 🙂

So sah unser Insel – Hopping aus:
John Pennekamp Coral Reef State Park (2) – Long Key St.P. (2) – Bahia Honda St.P.(2) – Key West – Long Key St.P. (1)– Curry Hammock St.P. (1)– J. Pennekamp Coral Reef St.P. (2) 🙂 🙂 🙂

Da es in diesen Tagen heftig regnete, hatten viele Ihre Reservierung storniert. Einzelne Plätze waren überschwemmt!!
In Florida, dem Sunshine State, gibt es nur zwei Jahreszeiten, „wet season“ von Mai bis November und „dry season“ von Dezember bis April. Da in diesem Jahr alles anders ist – ein langer Sommer, der Indian Summer ließ auf sich warten – regnete es Anfang Dezember heftiger als sonst üblich. Werners Hochstimmung war ungetrübt, aber ich war nicht so begeistert von der Nässe und der hohen Luftfeuchtigkeit. Nichts trocknet so richtig……und die Drainage war auch an ihre Grenzen gelangt, wie uns morgens um 9 am mitgeteilt wurde…:-(

Dieser State Park ist ein guter Standort zum Schnorcheln, Kanu/Kayak fahren oder um eine Bootstour zum Korallenriff zu machen. Denn hier im Meer befindet sich das größte lebende Korallenriff der USA, bzw. das drittgrößte der Welt. Unsere Bootstour wurde abgesagt wegen….richtig geraten wegen des Regens! – Auf unserer Rücktour eine Woche später fiel die Glasbodentour nicht ins Wasser, obwohl es kurz vorher auch goss. Aber vom Korallenriff sahen wir nichts, da mir schlecht wurde, als das Boot auf dem offenen Meer in den Wellen schaukelte – das war´s dann, keine Fotos vom Korallenriff und den bunt schillernden Fischen! Denn Werner ließ mich mit meinem Schicksal nicht allein. 😉 –

Auf der Fahrt zum Long Key State Park kamen wir an vielen Kleinbetrieben, Restaurants, Tankstellen, Supermärkten, Cafés, Autowerkstätten, Banken etc. vorbei. Manchmal sahen wir auch das türkisfarbene Meer – ein Traum! 🙂
Im Park angekommen erfahren wir, dass der Platz zum Teil unter Wasser steht, das nicht abläuft… Wir hatten den Platz am Vortrag gebucht, also schauten wir uns das Ganze erst einmal an. Mit Schwung fuhr Werner die Wasserstraße entlang. 😉 Siehe da: Auf unserem Platz stand auch Wasser, aber nur zum Teil, puh! Wir nahmen´s  gelassen, die Hauptsache der Stromumwandler steht im Trockenen! 😉 Unser Wohnmobil stand mit Blick auf das Meer, wir wanderten durch das warme Wasser und stellten unsere Stühle an den Strand und lasen. Die Sonne kam sogar ein wenig heraus,  so gefiel es auch mir 😉 …
Wie in allen anderen State Parks gab es auch hier einen „Trail“, den wir am nächsten Tag gingen. Auch dieser stand teilweise noch unter Wasser. Hier sahen wir viele große Fische im flachen Wasser schwimmen. Ein Ukrainer aus Indiana erklärte uns, dass man diesen Fisch, den Tarpon, an der Flosse erkennen kann, die aus dem Wasser herausragt. Auf dem Trail lernten wir auch „Poison Wood“ kennen, welches starke Hautverletzungen verursacht. Selbst wenn Regentropfen von diesem Baum fallen, verletzen sie die Haut! Der viele Müll, der unter den Bäumen lag, stammte nicht von den Spaziergängern, sondern war angeschwemmt worden. Die stark befahrene Wasserstraße, die an Südflorida vorbeiführt, hinterlässt ihre Spuren. Am nächsten Morgen zeigte sich unser Platz bei Sonnenschein und blauem Himmel von seiner schönsten Seite. Auch die „Wasserstraße“ war schon ein wenig verdunstet, jedoch kamen wir noch nicht trockenen Fußes zur Dusche. 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sebastian Inlet und die Fahrt gen Süden

Schon auf der Fahrt nach Titusville wurden wir auf dem Highway 95 gen Süden immer wieder durch große Werbeschilder eines Surfshops auf den Cocoa Beach aufmerksam gemacht. Deshalb entschieden wir uns für die Küstenstraße A1A, den „Florida Scenic Highway“, und schauten uns diese Küste an. Ein schöner Sandstrand und herrliche Wellen, die die Wellenreiter ausnutzten! Der Küstenabschnitt ist mit vielen nüchternen Appartmentkomplexen bebaut, so dass wir es vorzogen in den Sebastian Inlet State Park zu fahren. Hier findet man noch naturbelassenene Strände. 🙂

Da Werner völlig erkältet war – waren es die klimatisierten Räume im Space Center? – fuhren wir nur die kurze Strecke zum Park, damit er sich dort ausruhen konnte. Auf der Strecke sahen wir nur Geschäfte, Hotels, Appartmenthäuser auf beiden Seiten – schön war es nicht. Irgendwann hörte die Bebauung auf, links und rechts waren Palmen zu sehen, alles war grün – herrlich! 🙂 Ein mittelgroßer Greifvogel flog uns fast vor die Scheibe. Als Werner sein Tempo verlangsamte flog er zur Seite, puh!
Wir hatten Glück und bekamen einen Platz für zwei Tage im State Park. Hier ist um diese Zeit ja richtig viel los. Die „Snowbirds“ aus den nördlichen Staaten fliehen vor der Kälte und überwintern in Florida. Erstaunlich, wie viele Rentner hier auf Achse sind! 😉

Dieser State Park ist ein kleines Paradies, wenn uns nur nicht die unangenehmen kleinen Fliegen piesacken würden. 🙁  Von unserem Platz blickten wir auf das Wasser, schöner kann es nicht sein! 🙂  Hier in diesem nahrungsreichen Inlet leben viele Tiere: Delfine, Schildkröten, Pelikane, Störche (Woodstork), Great Egret, White Ibis, Little Blue Heron, Tricolored Heron, Plover und über uns die Geier!! Manche flogen recht tief….. Natürlich sahen wir wieder viele Angler, die mit Erfolg ihr Abendessen aus dem Wasser holten. Unser Nachbar aus New Hampshire berichtete, dass der Fischbestand sich gut erholt habe, da Fische nur in einer bestimmten Größe gefangen werden dürfen. Die älteren Fische wechseln ihr Geschlecht, meinte er, und sie werden immer fruchtbarer.

Uns ist nicht klar, wie und ob die Fische überleben, wenn sie einmal am Haken waren und wieder ins Wasser geworfen werden. Nicht immer gelingt es den Anglern den Haken aus dem Tier zu entfernen. So sahen wir einen Angler mit einer Schildkröte am Haken kämpfen. Als wir hinzu kamen ruckte er kräftig an der Angel, so dass diese riss. Das ist mit Sicherheit nicht die richtige Methode! Ebenso wunderten wir uns, dass die Störche nicht wegflogen, als wir uns näherten. Schnell sahen wir des Rätsels Lösung: Ein Angler filetierte seine Fische und ließ den gesamten „Abfall“ durch ein Rohr ins Meer gleiten. Störche und Pelikane vertilgten die Reste schnell. Ein Pelikan schnappte sich die Gräten einer Flunder und kämpfte sich damit ab. Lange Zeit sahen wir die spitzen Gräten im großen Schlund abgebildet. Ob er dies ohne innere Verletzungen verdauen kann?
Die State Parks an der Küste sind auf Angler eingerichtet und bieten ihnen einigen Comfort, so z. B. die Tische mit Wasseranschluss und besondere Behälter für den Abfall…

Am Abend verjagte Werner einen Waschbär von unserem Platz, es wird nie langweilig in der Natur! 😉 Dies war ein wunderschöner, sonniger Tag. Klar, dass ich meine Shorts und ein ärmelloses T-Shirt angezogen hatte. Das sollte ich noch bereuen! Die kleinen Fliegen hatten mich total zerstochen, obwohl wir uns eingesprüht hatten! :-(( Am nächsten Tag meinte unser Nachbar aus Tennessee, dass mit dem aufkommenden Wind auch die Fliegen verschwinden. Er hatte Recht! Wir machten einen langen Spaziergang, gingen über die Brücke auf die andere Seite des Inlets, beobachteten wieder die Angler und genossen die Wellen am offenen Meer. Werner sah eine große Schildkröte im Wasser schwimmen und die Delfine zogen wieder ihre Runden. 🙂 Mit dem starken Wind kam auch der heftige Regen. Man hört ihn gut in der Nacht im Wohnmobil…

Werner war trotz seiner Erkältung in bester Laune – er genießt die Wärme. 🙂 🙂 Unsere nette Nachbarin aus New Hampshire brachte uns noch einen Katalog mit Floridas State Parks vorbei und schenkte uns einen Stift: „After bite“. Sie gab uns noch Tipps für unseren Aufenthalt in Florida und wünschte uns alles Gute. So erleben wir immer wieder freundliche, hilfsbereite Amerikaner auf unserer Tour. 🙂 🙂 🙂  Nachdem wir im Regen eingepackt hatten, machten sich meine Mückenstiche immer heftiger bemerkbar, so dass wir nicht nur einen Briefkasten für Gabis Geburtstagspost, sondern auch eine Apotheke aufsuchten. Der Apotheker empfahl mir für die Allergie Tabletten und ein Spray, womit ich mich zwei Tage behandelte. Da die Tabletten müde machten, schlief ich das erste Mal in Amerika während der Fahrt und Werner fuhr auf dem Highway 95 in Richtung Miami. Wir machten diesen großen Sprung, da wir von vielen Leuten gehört hatten, dass die gesamte Küste stark bebaut und daher nicht so attraktiv ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cape Canaveral

Am 28.11.15 verließen wir St. Augustine und fuhren in Richtung Süden; Cape Canaveral war unser Ziel. Unser Campground „Manatee Hammock“ lag in Titusville direkt an der Indian River Lagune. Hier legten wir zwei faule Tage ein, lasen, gingen ans Wasser und arbeiteten am Blog. Im Indian River sahen wir Delfine und aus dem Wasser springende Fische, die Werner zu gerne fotografiert hätte. Aber er hatte kein Glück, der richtige Moment war immer zu schnell vorbei.

Am Platz liefen Squirrel auf den Bäumen umher und kleine Reptilien huschten den Stamm hinauf. Ein besonderes Bild bot sich, als ein Reptil seine Kehle aufblähte, die leuchtend rot schimmerte. – So locken diese Tiere die Weibchen an. – Dies konnte Werner mit der Kamera festhalten. 🙂

Am dritten Tag stand das „John F. Kennedy Space Center“ (KSC) auf dem Plan, das nur 15 km vom Campground entfernt lag. Hier starteten die Apollo-Flüge und später die Space Shuttles. Bei den hohen Eintrittspreisen und Parkgebühren nutzten wir den ganzen Tag und waren schon recht früh vor Ort. Nach der Sicherheitskontrolle landeten wir direkt im „Rocket Garden“, der uns sehr imponierte. Bei einer Rundfahrt sahen wir die Raketen- und Space-Shuttle-Abschussrampen, das „Launch Control Center“, das Vehicle Assembly Building“ und den „Crawler Transporter“. Auf zwei Schotterspuren fährt der „Crawler Transporter“ die fertig montierten Raketen zur Abschussrampe. Der Transporter ist so groß, dass man im ersten Moment nicht erkennen kann, dass dies ein Fahrzeug ist. 😉
Die Busfahrerin hielt an den wichtigen Stellen an, aber aussteigen durften wir nicht. Schade, dass Werner durch die Scheiben fotografieren musste, was für jeden Fotografen ein Alptraum ist. 😉

Lange hielten wir uns im Apollo/Saturn V Center auf, in dem eine Saturn-V-Rakete zu sehen ist und informierten uns ausgiebig. Die gesamte Technik ist schon faszinierend. 🙂 Filme und ein kleines Theaterstück lockerten den Besuch des KSC immer wieder auf. Die Halle, in der das Space Shuttle Atlantis zu sehen war, entdeckten wir leider etwas spät. Aber im Schnelldurchgang konnten wir auch hier noch viel entdecken und die ein oder andere Frage wurde beantwortet. z.B. Wie schliefen die Astronauten etc….

Die Ausstellung bot uns einen faszinierenden Eindruck in die Raumfahrt und weckte in uns Erinnerungen an die erste Mondlandung, die wir am Bildschirm verfolgten. Die Kapsel aus nächster Nähe zu sehen und den Mondstein zu berühren, den ein Astronaut vom Mond mit brachte, waren für uns ein Erlebnis. 🙂 🙂 🙂

Erwähnenswert ist noch die Tatsache, dass sich der Visitor Complex durch Eintrittsgelder finanziert und nicht vom Staat bezuschusst werden muss.

 

St. Augustine

Am 24.11.15 fuhren wir mittags bei 14° ab in Richtung Florida mit dem Ziel St. Augustine. Beim Welcome Center machten wir Halt und aßen gerade das leckere Cinamon-raisin-bread, das wir in Maine kennengelernt hatten, als neben uns ein ungewöhnliches Wohnmobil hielt. 😉 Es war ein MAN- Allrad – Wohnmobil der robusten Art und weckte unsere Neugier. 😉 Die Leute winkten uns zu und verschwanden im Welcome Center.
Kurz darauf standen sie an unserer offenen Tür – es war ein sympathisches französisches Paar aus Bordeaux. 🙂 Klar, dass wir uns nun lange unterhielten, auf französisch natürlich! Da schlichen sich jedoch immer wieder englische Wörter hinein… Zum Schluss durften wir uns das Wohnmobil einmal von innen ansehen: Waschmaschine, Spülmaschine, ein Doppelboden voller Batterien und auf dem Dach alles voller Solarzellen! Das Fahrzeug wurde in Pirmasens gebaut und Elena und Gerard hatten es nach ihren Vorstellungen bauen lassen, nicht schlecht! Wie viele andere auch, leben sie fast ausschließlich im Wohnmobil und reisen dorthin, wo es ihnen gerade gefällt. 🙂 🙂 🙂 Die beiden haben die gleichen Fahrräder wie wir, die Batterien sind jedoch kaputt und diese kann man nicht in den USA kaufen. 🙁  Hoffentlich halten unsere Batterien noch eine Weile!!!

Im Welcome Center gab es Orangensaft zur Begrüßung. 🙂 Eine freundliche Mitarbeiterin suchte uns die richtigen Materialien aus der schier unüberschaubaren Flut von Plänen und Prospekten heraus. Florida, das Urlaubsland!

Der Verkehr war zähflüssig, das bevorstehende Thanksgiving –Wochenende kündigte sich an. Da wir auf vielen Campgrounds Pech mit dem Internetzugang hatten, fuhren wir erst einmal zu Walmart und legten wir uns einen eigenen Internetaccess zu.

Zwei Tage verbrachten wir in dem schönen Anastasia State Park in St. Augustine. Überdachte Picknickplätze mit Strom und wifi 😉 in Strandnähe mit Schatten, wie für uns geschaffen! Auch bei einem Platzregen blieb alles trocken. Ende November bei 25° einen langen Strandspaziergang zu machen ist einfach genial! Jeden Tag nutzten wir diese Gelegenheit und wieder fanden wir Strand und Wellen besonders schön. Mitten auf dem Wochenmarkt, der in Strandnähe aufgebaut war, stand ein Tannenbaum zwischen den Palmen. Ein ungewohnter Anblick in der Wärme!

Die schöne, alte Stadt St. Augustine wurde im Jahr 1565 von Spaniern gegründet und war lange Zeit in spanischer Hand. Viele alte Gebäude sind heute noch in der Stadt zu finden, z. B. „The Oldest Wooden School House“ aus dem frühen 18. Jahrhundert. In der St. George Street sahen wir viele alte Häuser mit schönen Veranden und viele kleinen Läden, die uns jedoch selten dazu verleiten, etwas zu kaufen. 😉 Natürlich wanderten wir auch zum „Fort Matanzas National Monument“, das an diesem Tag (Thanksgiving) geschlossen war, so wie viele kleine Läden auch. Die Steine, aus denen das Fort und auch andere Häuser in der Stadt gebaut waren, wurden aus Muscheln, Sand und ?? hergestellt. Man konnte die Muscheln in den Mauern gut erkennen. 🙂 Bei unserem Stadtrundgang gingen wir auch zur „Bridge of Lions“, wo wir einen schönen Blick auf die Matanzas Bay hatten.

Immer wieder wurden wir mit „Happy Thanksgiving!“ gegrüßt und der Kellner in dem Lokal „Milltop Tavern“ war  bester Laune und sprach immer wieder von „Turkey, turkey, turkey!“. Denn“ Turkey“ wird an diesem Tag in der Regel gegessen. 😉 Das Lokal ist eine alte Mühle, die umgebaut wurde. Hier nahmen wir gemütlich einen „Snack“ ein.

Am letzten Tag machten wir uns auf den Weg zum Leuchtturm, dessen Eingang etwas versteckt lag, aber wir fanden ihn!! Ein Schild machte schon unten darauf aufmerksam, dass oben auf der Plattform Wespen umherflogen. So waren wir darauf vorbereitet. 😉 Ein Mitarbeiter stand genau an der Stelle, an der sie sich aufhielten. Ganz schön voll war es da oben an diesem Ferienwochenende! Im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters konnten wir uns über das Leben der Familie aus Sicht der einzelnen Familienmitglieder informieren. Das war interessant. So fand der Leuchtturmwärter es in Ordnung, dass seine Tochter mit Hingabe lernte. Ihm selbst reiche es jedoch lesen und schreiben zu können, denn ein Schiff steuern und die Wellen „lesen“ lerne man nicht aus Büchern. 😉 Diese Weitsicht hat auch in den heutigen Klassenzimmern Einzug gehalten, zumindest in der Grundschule. 😉

Die Tage in St. Augustine haben uns richtig gut gefallen, die Stadt, der State Park, das Meer und die Wärme, einfach nur schön! 🙂

Savannah

Genau vier Monate sind wir nun unterwegs und kommen langsam im Süden an. 😉
Den „Angel Oak Tree“ sollten wir uns anschauen, wenn wir in Charleston sind, riet uns der Tankstellenpächter in Bishopville und zeigte uns ein Foto dieses alten Baumes. Also fuhren wir am 22.11. bei 15° C in den „Angel Oak Park“ auf Johns Island. Es war Sonntag und der Park war noch geschlossen. :-(( Also mussten wir uns mit einem Blick durch den Zaun begnügen, wie viele andere Besucher auch. Werner probierte alle Objektive aus – alle zu groß! Endlich  fand er eine Möglichkeit, die Kamera unter dem Zaun hindurch zu schieben. 😉 Er war nicht der erste, das Loch war schon vorhanden. 😉 Auch hier hatten wir wieder einen „Smalltalk“ mit einer Familie aus Charlotte, NC.

Der Savannah Highway begrüßte uns mit Palmen auf dem Mittelstreifen, ein Fluss mäanderte durch die Landschaft. Um 14 Uhr kamen wir im RV Park bei Hardeeville an und freuten uns auf unseren Blog. Zu früh gefreut! Das Netz war eine Katastrophe, die Verbindung wurde ständig unterbrochen. (Ganz anders als jetzt im State Park in St. Augustine!) Also arbeiteten wir offline und sahen uns am nächsten Tag die Stadt an.
Gut, dass wir immer wieder die Gelegenheit haben mit anderen Campern zu sprechen.
:-)Die „Laundry“ ist ein ausgesprochen günstiger Ort, um sich auszutauschen, so wie früher die Waschstelle. 😉 Ein Ortsansässiger gab uns den Tipp, von Hutchinson Island mit der kostenlosen Personenfähre über den Fluss Savannah in die Stadt zu fahren. Gesagt, getan! Bequemer geht es nicht! Auch in der Stadt fuhren kostenlose Busse, ein tolles Angebot! 🙂

Wurden wir schon auf der Fähre an frühere Zeiten erinnert, rundeten die auf der Stadtseite liegenden Raddampfer das Bild ab. Sie waren weihnachtlich geschmückt, ganz ungewohnt bei den Temperaturen. Obwohl es nicht ganz so warm war an diesem Tag, die Temperaturen schwanken hier sehr. Eigentlich wollten wir gerne eine Fahrt mit der Pferdekutsche machen, aber es war gerade keine frei, so dass wir „per pedes“ durch die Stadt marschierten. Eine Grünanlage  nach der anderen, (24 Square), lud zum Verweilen ein. Wie schön muss das an einem warmen Sonnentag sein! 😉 Die ganze Stadt ist grün. So viele Bäume (Palmen und Oak Trees) wie in Savannah habe ich noch in keiner Stadt gesehen. Einige Straßen mit einem grünen Mittelstreifen waren sogar als Grünfläche im Stadtplan eingezeichnet. Schöne Häuser aus dem 19. Jahrhundert waren in diesen Straßen zu sehen. Auf dem Weg zum großen „Forsyth Park“ kamen wir aber auch durch einfachere Straßen. In diesem schönen Park suchten wir die Bank, auf der „Forrest Gump“ auf den Bus wartete. Vergeblich! Sie stand am Chippewa -Square. Auch dort suchten wir sie vergeblich, denn sie wurde inzwischen abgebaut. 😉 😉 😉

Einen Blick warfen wir in die katholische Kirche, „Cathedral of St. John the Baptist“, die sich von den zahlreichen kleinen Kirchen hier in Amerika unterscheidet. Sie wurde im 19.Jahrhundert errichtet, als die Anzahl der Katholiken in Savannah anstieg.
In einer Taverne stärkten wir uns daraufhin mit „Crabe cakes & fried potatoes“ – sehr lecker! 🙂
Zum Abschluss gingen wir die touristische „Riverstreet“ entlang, in der man alles kaufen kann, was man nicht braucht. 😉 In den alten Speichern, in denen früher Baumwolle gelagert wurde, finden sich zahlreiche kleine Läden und Restaurants wieder.
Mehrere Containerschiffe hatten zwischenzeitlich im Hafen angelegt, ein willkommenes Motiv für den Fotografen!

Beim Betreten der Fähre hatten einige Touristen ein Bier in der Hand, was uns wunderte, denn in den USA ist es verboten alkoholische Getränke in der Öffentlichkeit zu sich zu nehmen. Später las ich bei Wikipedia, dass die River Street  zu einem der wenigen Orte in den USA gehört, an denen der Konsum von Alkohol auf der Straße erlaubt ist. Das erklärt ja alles. 😉

 

Charleston

Nach der Besichtigung der Boone Hall Plantations & Gardens machten wir einen ausgiebigen Spaziergang in Isle of Palms am Meer. Hier und da lagen Palmenstämme am Strand und viele Panzer von einem Meerestier, dessen Körper spinnenähnlich ist. Diese Tier war auch im Aquarium zu sehen; den Namen finde ich leider nicht heraus. 😉

Am nächsten Tag besuchten wir Charleston mit seinem Südstaatenflair. Die prächtigen Herrenhäuser lassen den Reichtum der einstigen Plantagen- und Sklavenbesitzer nur erahnen. Im Hafen tummelten sich einige Delfine im Wasser, die uns aber nur ihre Rückenflosse zeigten. 😉
Wir schlenderten durch die belebte Stadt – es war Samstagnachmittag – und wurden am „Marion Square“ auf eine Gruppe von Musikern aufmerksam. Die Instrumente wurden gerade aufeinander abgestimmt. Wir schauten uns das Ganze an und warteten erst einmal ab… Da erschien „Doc Nix“ – Dr. Michael Nickens und ließ seine Band aufspielen. Ob Geige, Harfe, E-Gitarre, Schlagzeug oder Blasinstrument – die Vielfalt der Instrumente war enorm und ungewohnt. Die Musik war schmissig, aber wir erkannten nur selten ein Stück, im Gegensatz zu den anderen Zuschauern, die sich immer wieder auf angekündigte Lieder freuten. 🙂 Musiker und Leader zeigten eine wahre Freude an ihrer Darbietung, die auf das immer größere werdende Publikum überging. Einige Lieder, die von Gleichheit und Freiheit handelten, gingen unter die Haut…
Nach und nach erfuhren wir mehr über diese Gruppe. „The Green Machine Ensembles are the Athletic Bands and Campus Spirit Ensembles of George Mason University.“ So steht es in ihrem Flyer. Sie spielen für ihre Basketballmannschaft, die später auch auf dem Platz erschien und bejubelt wurde. Ja, hier wird der Sport ganz anders gefeiert. Da in Charleston ein Basketballturnier stattfand, waren alle angereist, um ihre Mannschaft zu unterstützen. 🙂 Wie immer konnten wir uns kaum trennen, aber zum Schluss stimmte „Doc Nix“ das Abschiedslied an. „One more!“ riefen die Zuschauer –  nach der Zugabe war endgültig Schluss…

Auf dem Weg zum Wohnmobil kamen wir an der Markthalle vorbei, sahen ein Geschäft mit Kaplasteinen und bestaunten die kniffligen Bauten im Laden. Dass es diese Bausteine auch in Amerika gibt, hätte ich nicht gedacht. 😉

Ein schreckliches Ereignis fand am 17.6.15 in der „Emanuel African Methodist Episcopal Church“ in Charleston statt. Hier wurden neun Menschen erschossen und nach diesem Ereignis brannten es in weiteren afrikanischen Kirchen. Schon im August hatte eine Frau aus Georgia im Acadian National Park über diese schreckliche Entwicklung mit mir gesprochen.

Magnolia – und Boone Hall Plantation & Gardens

Am 18.11.15 fuhren wir bei bedecktem Himmel und 25° C in Richtung Charleston. Der Campground in Mount Pleasant war unser Ziel für diesen Tag. Auf dem Weg hielten wir bei Trader Joe`s an und kauften wunderbar ein. In diesem Lebensmittelladen gibt es viele gesunde Vollkornprodukte, Veggiewürstchen und –fleisch. Es macht Spaß hier einzukaufen. Der KOA – Campingplatz liegt an einem kleinen See, in dem Krokodile leben, aber wir haben dort keins gesichtet. 😉
Es war herrlich warm, aber auch schwül, so dass wir abends draußen sitzen konnten. Der starke Regen in der Nacht brachte dann wieder Abkühlung. Diesen Wechsel haben wir in den Südstaaten nun schon oft erlebt, die Regenzeit ist aber bald zu Ende.

Trotz des unbeständigen Wetters wagten wir es zu den „Magnolia Plantations and Gardens“ zu fahren. Stundenlang kann man dort durch die Anlagen spazieren. Die Azaleen und Magnolien standen zwar nicht in voller Blüte, waren aber trotzdem noch schön anzuschauen. Werner entdeckte einen auffallend schönen Vogel im Park, den Rotkardinal, der in mehreren Staaten der Staatsvogel ist.

Spannend wurde es, als wir ein kleines Stück auf dem „Riverwalk“ gingen. Dort sahen wir zum ersten Mal Krokodile (Mississippi – Alligatoren) in ihrer natürlichen Umgebung. Sie lagen glücklicherweise auf der anderen Uferseite auf der Lauer…Als ich ein anderes Krokodil im Fluss schwimmen sah, wurde mir schon etwas mulmig zumute. 😳Als Werner sich mit seiner großen Kamera dem Tier näherte, schwamm es davon. Das zeigte mir, dass Alligatoren tatsächlich die Nähe der Menschen scheuen. Werden sie gefüttert, verlieren sie diese Scheu und nähern sich den Menschen. Dann stellen sie eine Gefahr für den Menschen dar und werden getötet.
Schildkröten sahen wir auf einer kleinen Insel im Fluss und der „Anhinga“, ein Wasservogel, zeigte sich beim Jagen (unter Wasser), Fressen und beim Trocknen seiner Flügel. 🙂 Dabei sitzt er auf dem Steg oder auf einem Ast und breitet die Flügel aus um sie von Sonne und Wind trocknen zu lassen. Ein „Great Blue Heron“, der stolz am Ufer unter einem Baum stand, schien keine Angst vor Menschen zu haben. Er beobachtete uns und ließ sich auf Werners Lockruf ein, indem er ihm „antwortete“. Ja, Petra, deine Vogelflöte wäre jetzt genau das richtige für unsere Vogelbeobachtungen. 🙂 Wir sahen auch einige „Common Moorhens“, die aber immer genügend Abstand von den Krokodilen hielten. 😉

Die Reisfelder auf beiden Seiten des Flusses werden nicht mehr bewirtschaftet und dienen Scharen von Vögeln als Nahrungsquelle. Hurricans und die regelmäßig einfallenden Vogelscharen beeinträchtigten die Ernte in der Vergangenheit. Natürlich spielte auch die Befreiung der Sklaven eine große Rolle – die Bewirtschaftung wurde unrentabel…

Am nächsten Tag fuhren wir zur „Boone Hall Plantations & Gardens“. Die „Avenue of Oaks“ brachte uns in eine Zeit, die für immer vergangen aber nie vergessen sein wird. – So steht es im Flyer. Der Anblick dieser Allee war überwältigend, überall hing „Spanish Moss“ von den Bäumen, was für South Carolina so typisch ist. Diese Pflanze setzt sich auf Bäume, sie benötigt Luft und kann nicht auf dem Boden leben. Sie ist jedoch kein Parasit und schädigt den Baum nicht. Am Ende der Allee stand das imposante Herrenhaus und im krassen Gegensatz dazu vorher neun „Slave Cabins“. Sie waren aus „Bricks“ (Ziegelsteinen) gebaut, die die Sklaven herstellten.
Hier wohnten die Hausangestellten und die Handwerker, während die Feldarbeiter in Holzhütten in der Nähe des Feldes wohnten. Früher standen hier mehrere Häuserreihen, die Plantage war recht groß.
In den kleinen „Cabins“ konnten wir uns über das Leben der Sklaven und die historische Entwicklung informieren. Die Informationen, die wir bei der Führung erhielten, waren uns zu positiv dargestellt. Auch die kurze „Plantation Coach Tour“ gab nur einen kleinen Einblick. Die Erträge der Felder waren durch den Regen vernichtet, so dass nicht viel zu sehen war. Ein Erdbeerfeld war gerade neu angelegt worden.
In einem Haus saß eine Afroamerikanerin und stellte in althergebrachter Weise „sweetgrass baskets“ her. Etwas später sahen wir sie im „Gullah Theatre“ wieder, wo sie temperamentvoll über das Leben ihrer Vorfahren berichtete und Spirituals anstimmte. Das ging unter die Haut und war authentisch. 🙂
Zum Abschluss trafen wir eine Hochzeitsgesellschaft, die sich diesen Ort für den schönsten Tag ihres Lebens ausgesucht hatten. In der beeindruckenden Allee wurden gerade die Hochzeitsfotos gemacht.
Zum Abschluss wäre noch zu erwähnen, dass das Herrenhaus dem Film „Fackeln im Sturm“ als Kulisse diente. 😉

Baumwolle in Bishopville

„Wird es nicht Zeit wärmere Gefilde anzufahren?“ – Ja, es wurde Zeit und so beschlossen wir Wilmington außen vor zu lassen und direkt nach Charleston zu fahren, 301 km/ 4.43 h an der Küste entlang. Nur nicht schwach werden und wieder so viel auf dem Weg dorthin anschauen! 😉 Um 12.15 h fuhren wir beim Kilometerstand 38858 über die „Grenze“ nach South Carolina und schwups fanden wir uns im Welcome Center wieder! Wir erkundigten uns nach Baumwollfeldern, Plantagen und Museen, die etwas über das Leben der Sklaven erzählten. Wie immer wurden wir sehr gut beraten und gingen mit diversen Broschüren in unsere persönliche Beratung. 😉 Denn wir mussten unsere Pläne ändern, wenn wir ein Baumwollfeld sehen wollten. Außerdem wurde es höchste Zeit, denn die Baumwollernte neigte sich dem Ende zu.

Bishopville im Landesinnern war nun unser Ziel, sogar ein State Park mit Strom lag in der Nähe. Zwei State Parks in Folge, das hatten wir noch nie!!  Ein Abstecher zum Myrtle Beach war jedoch ein Muss! Die vielen Hochhäuser schreckten uns ab und wir waren schnell wieder auf unserer Route. 😉 Auf der weiteren Fahrt sahen wir viele Wälder, die im Wasser stehen. Daher gab es immer wieder Überbrückungen, die wir so noch nicht kannten. Laufend wiesen Schilder auf „Local sweet potatoes / pecan nuts“ hin. Den riesigen Schrottplatz hätte Werner gerne fotografiert und am ersten Baumwollfeld in „Marion County“  fuhren wir auch vorbei. Schilder wie „Littering: up to 1000 $ and prison“ verhinderten nicht, dass wesentlich mehr Müll am Straßenrand lag als im Norden des Landes. Der Lee State Park liegt abgelegen und schien verlassen zu sein. Ob wir die einzigen Camper hier sind? Nein, noch drei andere Wohnmobile standen dort in der Natur unter Bäumen und wir hatten viel Platz um uns herum. 🙂 Auf dem Weg sahen wir einige Rehe durch den Wald springen.
Zufrieden beschäftigten wir uns mit unserem Reisebericht, die Feuerstelle blieb an diesem Tag kalt. 😉

Baumwollfelder in der Natur und das Cotton Museum in Bishopville standen am nächsten Tag auf dem Programm. Wir hatten mit beidem Glück! 🙂 Auf der Fahrt nach Bishopville entdeckten wir zwei Baumwollfelder und schauten uns beide ausgiebig an. Es waren Knospen zu sehen, die ganz geschlossen waren, einige waren halb offen und andere zeigten die volle weiße Pracht. Einen Zweig nahmen wir uns zur Erinnerung mit. 😉
Im Museum erhielten wir eine kleine Einführung von einem Veteranen und schauten uns dann in den Räumen um. Sie zeigten die Geschichte der Baumwollanpflanzung, die Geräte, die früher verwendet wurden, die verschiedenen Baumwollarten etc. Es war sehr interessant alles anzusehen und zu lesen und wir lernten eine Menge hinzu, z.B. dass Baumwolle keine Flüssigkeit aufnimmt. Sie muss erst behandelt werden um diese Eigenschaft zu erhalten. Schwierig ist es den Samen von der Baumwolle zu trennen. 1793 wurde die “ cotton gin“ erfunden, die wir uns in mehrfacher Ausführung ansehen konnten. Mithilfe dieser Maschine wird der Samen aus der Baumwolle entfernt. Aus den Samen wird Öl hergestellt, Futter und er wird für die neue Saat verwendet. 🙂 Im obligatorischen Laden kauften wir ein Buch, in dem frühere Sklaven über ihr Leben berichten: „Before Freedom, when I just can remember“ von Belinda Hurmence. Denn es waren die Sklaven, die den Plantagenbesitzern zum Reichtum verhalfen.

Der Veteran forderte uns auf einen Blick ins Veteran Museum zu werfen, was wir ihm nicht abschlagen mochten. Gerne schauen wir uns diese Waffen nicht an. Es war auch eine Vitrine mit deutschen Utensilien aus dem 2. Weltkrieg dabei mit einer Hakenkreuzfahne.

Nun steuerten wir unseren jetzigen Campground an, der am Lake Marion liegt. Dort wollten wir unsere Reiseberichte auf den neuesten Stand bringen. Aber, was sahen wir da? „Unser Baumwollfeld“ wurde abgeerntet. Werner hielt sofort an, zückte seine Kamera und fotografierte.  😉 😉 Lange standen wir am Rand des Feldes und beobachteten, wie drei Erntemaschinen im Wechsel über das Feld fuhren. Sobald der Auffangbehälter voll war, wurde der Inhalt in einen Container gekippt, in dem die Baumwolle zusammengepresst wurde. Ich überlegte die ganze Zeit, wann der Samen entfernt wird. Das konnte uns der Tankwart dann beim Tanken erzählen: Die Baumwolle wird in der „cotton gin“ ganz in der Nähe wieder aufgewirbelt und  der Samen entfernt. Nun war ja alles geklärt. 😉

Heute war Werners Tag, denn kaum gefahren, lauerte schon wieder ein lohnendes Motiv: Ein kleiner See mit Bäumen im Wasser – alles wirkte geheimnisvoll….

Kein Wunder, dass wir erst bei Sonnenuntergang auf dem Campground ankamen! Ein Platz, der in die Jahre gekommen ist. 😉 Ein älteres Paar lebt seit 50! Jahren auf diesem Platz, der herrlich am See gelegen ist. Ein Pier ist vorhanden, aber wir mussten erst einmal sehen, ob er uns auch trägt. Die Inneneinrichtung im Office sieht aus wie ein kleines Museum. Es scheint so, dass einige Camper hier dauerhaft leben. Uns gefiel es und wir arbeiteten mit wenig Ablenkung an unserem BLOG.  Neben vielen Eidechsen hatte eine Schildkröte unsere Aufmerksamkeit geweckt. 🙂 Eine Weile beobachtete sie uns, bis sie sich entschied in Deckung zu gehen und den Kopf einzog. Als Werner das Objektiv wechselte huschte sie ins Wasser. 😉

 

 

 

 

 

Topsail Island – Carolina Beach

Smoky Mountains oder Atlantic Ocean? Wir waren hin- und hergerissen, denn die Berge sollen wunderschön sein, aber dort ist es nun schon kälter und es wäre eine lange Fahrt dorthin gewesen. Also fuhren wir zur nächsten Insel, Topsail Island, wo es die besten Surfstrände geben sollte. 😉 Wir fuhren am „Beirut Memorial Grove“ vorbei, wo für jeden der 273 gefallenen Soldaten ein Baum gepflanzt war.
Schon um 10 am gingen wir bei 22° am fast leeren Strand in North Topsail Beach spazieren und sahen viele Möwen, einige Pelikane und zwei Angler. In der Ferne sahen wir einen Fischkutter, der uns begleitete. Zahlreiche Möwen flogen um ihn herum. Gut, dass Werner sein Tele dabei hatte! 😉 Nach diesem herrlichen Spaziergang fuhren wir weiter um uns die dem Festland zugewandte Seite anzusehen, denn die typische „Salt Marsh“ hat auch ihren Reiz. 🙂 Wir fanden wieder einen kleinen öffentlichen Platz und beobachteten vom Steg aus die Natur. Mehrere „Great Egrets“ und ein „Cattle Ergret“ gingen durch das Gras und suchten nach Futter. Zwischen den Tieren waren große Abstände und es schien so, dass jedes Tier seinen eigenen Bereich hatte. Wir genossen die Natur und die Stille. 🙂
Es war noch früh und wir ließen es uns nicht nehmen, den Süden der Insel zu erkunden. 😉 Vorbei ging es an Surf City mit vielen Angeboten für Urlauber und Restaurants. Die Insel ist überwiegend bebaut, an unzähligen Häusern fuhren wir vorbei. Von der ursprünglichen Natur war nicht viel zu sehen.

In Topsail Beach lockerte sich alles auf, die Häuser wurden kleiner und weniger, bis keine mehr zu sehen waren. Geländewagen durften am Strand entlang fahren, womit auch geworben wurde. Wir genossen die Wanderung durch das Wasser, rechts die Dünen und die Spitze der Insel vor uns. Da kamen doch wieder Erinnerungen an Klassenfahrten nach Amrum auf, wo wir die Odde umrundeten – meist bei eisiger Kälte. 😉 Wir hatten uns immer schon Gedanken gemacht, wo die vielen Pelikane rasten, wenn sie nicht auf Nahrungssuche sind. Am riesigen Sandstrand an der Spitze der Insel angelangt entdeckten wir Sandbänke im Wasser, bevölkert mit einer Schar von Pelikanen. Laufend flogen weitere Pelikane die Sandbänke an. Eine große Freude für den Fotografen! 🙂 🙂 🙂
In der Ferne sah Werner eine Flosse aus dem Wasser ragen. War es ein Wal oder ein Delfin? – Wir wissen es nicht. Aufregend ist es jedesmal! 😉
Auf dem Rückweg gingen wir an den Anglern vorbei und sahen wieder Pelikane auf Futtersuche. Ununterbrochen stürzten sich dieselben Vögel ins Wasser, kamen heraus, flogen eine Runde und wieder ging es ab ins Wasser. Einige flogen dabei synchron, ein schönes Bild! Wir vermuten, dass es junge Pelikane waren. Interessanterweise war es die gleiche Tageszeit wie am Tag zuvor. Hier den richtigen Moment für eine Foto zu finden war schon eine Kunst. 😉

Dass dieser wunderbare Tag in einem State Park mit einem Lagerfeuer zu Ende ging, war einfach genial! Dies war ein besonders schöner Tag. 🙂 🙂 🙂
Wir waren im „Carolina Beach State Park“ gelandet, der gut besucht war, denn es war `mal wieder Wochenende. Die Leute saßen am Lagerfeuer, das Wärme und Licht spendete, denn es war kalt und dunkel. Der nächste Tag fing schon um 1am an, da wir für Benno ein Geburtstagslied singen wollten. Ja, die Zeitverschiebung verlangt sein Opfer. 😉
Im State Park machten wir eine ausgiebige Wanderung, sahen fleischfressende Pflanzen und suchten die Venusfliegenfalle, die dort wachsen sollte. Von der hohen Düne hatten wir einen guten Blick auf den Cape Fear River, der hier in den Atlantik fließt. Der Cape Fear River ist ein Schwarzwasserfluss, der nähr- und schwebstoffarm ist und wenig Sedimente enthält. Daher kann das Sonnenlicht kaum reflektiert werden und der Fluss erscheint dunkel. Fische finden dort kaum Nahrung.
Ein Amerikaner erzählte uns vom „Military Ocean Terminal Sonny Point“, den man von hier aus sehen konnte. Zwei große Kräne waren zu sehen. Dies ist der größte amerikanische Verschiffungshafen für Waffen und Munition. Immer wieder werden wir dem Thema Krieg und Militär konfrontiert. –

Nach einer ausgedehnten Mittagspause auf unserem Campground fuhren wir zum Aquarium, denn wir wollten uns die Unterwasserwelt einmal genauer ansehen. Wir bestaunten und beobachteten alle Fische, Schildkröten, Krebse und andere unbekannten Tiere. Die Haie waren waren noch recht klein, hoben sich aber völlig von den anderen Fischen ab. Eine Haiart konnte sogar angefasst werden, eine Mitarbeiterin erläuterte alles Wissenswerte. Wir verzichteten darauf…
Warum ein Seeadler hier auf kleinstem Raum gehalten wurde, blieb uns verborgen. Auf dem schön angelegten Außengelände fanden wir dann auch unsere „Fly Trap“ (Venusfliegenfalle) und sahen Schildkröten im Teich schwimmen. 🙂
Auch dieser Abend klang mit einem Lagerfeuer aus. 🙂 🙂 🙂

 

 

Ocracoke – Cedar Island – New Bern

Schon in der Nacht zum 6.11. wurde Werners Schulter sehr schmerzhaft, doch wir fuhren trotzdem los und kauften in der Apotheke eine Sportsalbe. Nach einiger Zeit ging es Werner etwas besser und wir fuhren zum Fähranleger in Hatteras. Von dort aus fuhren wir mit der kostenlosen kleinen Fähre zur nächsten Insel Ocracoke. Obwohl die beiden Inseln nicht weit voneinander entfernt sind, fuhr die Fähre ca 1h. Während der Fahrt merkten wir den Grund dieser langen Fahrzeit. Überall lauerten Sandbänke und Untiefen, so dass sich die Fähre auf großen Umwegen zur nächsten Insel schlängelte. Von der Fahrt auf Ocracoke ist mir nicht viel in der Erinnerung geblieben in dieser besonderen Situation.

Ein berühmt berüchtigter Pirat „Blackbeard the Pirate“ hatte sich auf diese Insel zurückgezogen, wurde aber hier entdeckt und die Dinge nahmen ihren Lauf… Der Meeresboden ist von unzählig vielen Wracks übersät. Durch Stürme, Piraterie und Kriege sanken die Schiffe und man sagt, dass hier und da noch Teile aus dem Meer herausragen. Wir sahen davon jedoch nichts. 😉
Den Leuchtturm konnten wir leider nicht mehr anschauen, da die Fähre schon um 1 pm abfuhr.
Die zweite Fähre nach Cedar Island war etwas größer und wir konnten sogar einen Kaffee erstehen. 😉 Bei herrlichem Sonnenschein und kaltem Wind fuhren wir nach Cedar Island. Reisende aus England sahen sogar einen Delfin, wir sahen Pelikane in der Luft und auf der Sandbank. 🙂

Auf Cedar Island angekommen fuhren wir durch „Swampland“, was uns immer wieder begegnen sollte auf unserer Fahrt in den Süden. Nach New Bern wollte ich gerne fahren, denn dort siedelten Schweizer und Deutsche, wovon wir bei unserem Stadtrundgang leider nichts entdecken konnten.

Zwei Faktoren sind in dieser Jahreszeit hinderlich für uns Reisende: Der frühe Sonnenuntergang (ca. 17 Uhr) und die Nachsaison, da das Office immer früher schließt. Also treffen wir selten jemanden an um uns anzumelden und können im Dunkeln nicht immer die Plätze überblicken. Teilweise versperrt auch eine Schranke die Zufahrt. Also wird das Aufsuchen eines Schlafplatzes immer schwieriger, da wir selten vor 5pm an einem Campground ankommen.

In New Bern fanden wir einen schönen KOA-Platz, auf dem wir eine Zwangspause einlegten, da Werners Schmerzen sich verschlimmerten. Nach drei Tagen suchten wir zum ersten Mal in Amerika einen Arzt auf, der Werner gründlich untersuchte. Ob Röntgenaufnahme oder Blutuntersuchung, alles wurde vor Ort erledigt. 🙂 Da man uns im Wartezimmer vergessen hatte, vergingen locker 4 ½ Stunden Zeit. In der Apotheke bei Walmart mussten wir auch lange warten. Ganz so einfach wie in Deutschland ist das hier nicht. Aber die Tabletten halfen und nach zwei weiteren Tagen fühlte Werner sich schon viel besser und wir konnten an die Weiterreise denken. Nach mehreren Regentagen schien auch endlich wieder die Sonne und die Stimmung ging bergauf. 🙂

Klar, dass wir New Bern nicht nur mit angenehmen Dingen verbinden…

Einen kleinen Stadtrundgang durch New Bern hatten wir bei unserer Ankunft gemacht und schöne Häuser aus der Kolonialzeit gesehen. Das Highlight war jedoch der Besuch des Pepsi Cola Hauses; 1898 wurde hier Pepsi Cola erfunden. 🙂 Dort kehrten wir natürlich ein und tranken uns eine süße Cola und betrachteten das Interieur mit den vielen alten Flaschen und Plakaten. 😉