Banks Peninsula und Christchurch

Am 28.11.18 machten wir uns in der Mittagszeit auf den Weg nach Christchurch. Die Fahrt führte uns vorbei an Raps-, Getreide- und Kleefeldern. Schafe, Rinder und Wild grasten auf den Weiden – alles war flach wie auf Fehmarn. 😉
Bei einem Regenspaziergang durch den Stadtpark sahen wir in Ashburton große Sequoiabäume und beobachteten Wellensittiche, Papageien und Pfaue, die in Volieren lebten. Auch in Masterton sahen wir vor einigen Tagen (6.2.19) eine Voliere im Park. Das scheint hier in kleinen Städten wohl üblich zu sein. 😇

Unsere Zwischenübernachtung in Ellesmere am Selwyn River war o.k., aber wir haben nicht einmal ein Handyfoto dort gemacht. 😳

Als wir am nächsten Tag zur Banks Peninsula fuhren, waren die meisten Camper schon abgefahren. 🙃
Die Halbinsel ist wieder hügelig, daher die Fahrt auch recht kurvig. Ein Gruppe französischer Siedler erreichte diese Gegend noch vor den Engländern und gründete hier ihre Kolonie „Presqu`ile de Banks“. 🇫🇷Die Straßennamen in dem kleinen Ort Akaora (maorisch: langer Hafen) erinnern an diese Zeit und sollen wahrscheinlich auch Touristen anziehen. 
Denn früher hießen sie nicht Rue Jolie oder Rue Lavaud sondern xxx-Street. Dies erzählte uns die freundliche Frau, die uns in ihrer Fischbude einen besonders leckeren Fisch zubereitete. 🐟🍟„Alles Marketing!“, sagte sie. Da sie schon seit Jahrzehnte hier wohnt, muss sie es ja wissen.

😊 Trotzdem genossen wir die Stimmung in diesem Ort, wanderten zum Leuchtturm, machten einen Bushwalk und gönnten uns einen Cappucchino & Crêpe. ☕️
Bei unserem Spaziergang sahen wir riesige Bottiche, die an die florierende Walfangindustrie der Maori um 1820 erinnerten. 🐳 Als wir den herrlichen Freedomplatz entdeckten, war die Freude natürlich groß. Hier bereitete Werner den leckeren Lachs aus Twizel zu, ein Gedicht!! 🐟

Am 30.11.19 machten wir uns früher auf den Weg und kamen noch vor 10 Uhr in Christchurch an, nachdem wir unsere Flaschen, Dosen und Kartons zur Recycling Station gebracht hatten. 😊

Christchurch ist die Hauptstadt der Provinz Canterbury und mit etwa 366.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Neuseelands. John Robert Godley versuchte ein idealisiertes Ebenbild der anglikanischen englischen Gesellschaft auf den Antipoden zu errichten.🤔 Da auch andere europäische Siedler und Maoris hier lebten, stieß er schnell an seine Grenzen. Trotzdem erinnern viele historische Gebäude an diesen Beginn, z.B. die Christ Church Cathedral.⛪️

Als wir in die Stadt kamen, wurden wir an ein ganz anderes tragisches Ereignis erinnert. Am 4. September 2010 wurden die Bewohner der Stadt um 4.35 Uhr von einem Erdbeben der Stärke 7,1 aus dem Schlaf gerissen. Nur wenige Menschen wurden verletzt. Eine 30 km lange Verwerfung in den Canterbury Plains ist noch heute zu sehen.🧐

Einen wesentlich größeren Schaden richtete das nachfolgende Erdbeben der Stärke 6,3 am 22. Februar 2011 an. Da das Epizentrum hier näher an der Innenstadt lag, wurden viele Gebäude des historischen Zentrums zerstört. 180 Menschen starben und viele wurden schwer verletzt.
Baustellen, Zäune, leere Flächen und große Container kamen als erstes in unser Blickfeld. Alles sah zusammengewürfelt aus.
In der Innenstadt sahen wir große Kontraste: Neubauten – abgestützte Bauwerke – Reste (Säulen) von Gebäuden – Großbaustellen mit viel Lärm.

Die Neubauten sind sehr modern und auch das Ufer des Flusses Avon ist modern gestaltet. Erinnerungssterne wurden gerade auf den Bürgersteig geklebt. 😊
Auf den Hauswänden sind viele Gemälde zu sehen, die teilweise auf das Erdbeben bezogen sind, z.B. ein trauriges Gesicht.

Insgesamt herrscht hier Aufbruchstimmung. Viele Lokale waren an diesem Freitagnachmittag gut besucht. 😎

Besonders beeindruckend war der Besuch des Cathedral Squares. Der Turm der Christ Church Cathedral stürzte bei der Katastrophe auf den Platz. Es schien mir so, dass dies ein ganz besonderer Erinnerungsplatz ist. Viele Verkaufsstände stehen hier, Skulpturen sind zu sehen. Ein Mann sang aus vollem Halse, ein anderer verkündete die Botschaft Jesu. Auf die Infoschilder konnte ich mich bei diesen Geräuschen nicht konzentrieren. 😬

Kunst begegnete uns in dieser Stadt überall, z.B. sahen wir viele interessante Skulpturen, die bewusst in dieser Stadt stehen:

…“Thank you for enabling us to bring this explosion of colour to central Christchurch. An artwork to energise and inspire during the rebuild.

Public Art to make the city´s heart sing!“

 Eine Ausstellung vor dem Arts Centre, bei der verschiedene zeitgenössische Künstler mit einzelnen Werken vorgestellt wurden, begeisterte uns am späten Nachmittag. An einen Spruch erinnere ich mich immer wieder während unserer Reise:

„When was the Last time you did Something for the First time?“

Für einen Besuch der Art Gallery oder der Ausstellung „Quake City“ war es leider schon zu spät, da diese um 17 Uhr schließen. 🕰

Christchurch hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Gerne hätten wir mehr Zeit in dieser Stadt verbracht, aber wir mussten weiter in Richtung Picton. Denn die Fährfahrt zur Nordinsel war schon gebucht. 🤗

P.S. Da wir morgen (13.2.19) wieder auf die Südinsel fahren, haben wir eine zweite Chance, diesen bemerkenswerten Ort noch einmal zu besuchen.

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