Badlands – Austin

Ein saftiges Grün auf beiden Seiten der Straße – wir fuhren mindestens 100 km durch „Grassland“, bevor wir die Badlands erreichten. Während das Thermometer am Tag bis zu 36°C anzeigte, kühlte es am Abend ein wenig ab. Dafür ließen uns die Mai –/Junikäfer auf dem Campground nicht in Ruhe essen…🙄

Erstaunlich, wie viele Menschen bei diesen Temperaturen den National Park besuchen! Die Badlands sind vulkanischen Ursprungs: Asche, die in Flüssen wegtransportiert wurde, wurde zu Ton/Erde und später zu relativ weichem Sandstein. Wasser hat über eine halbe Millionen Jahre am Fels herumgeschnitzt und es entstanden bizarre Spitzen und verschlungene Gräben. Wie eine Mauer ziehen sich die Badlands 100 Meilen durch South Dakota. 🤔

Wir erkundeten den National Park direkt nach Sonnenaufgang, denn die Temperaturen steigen hier im Laufe des Tages (11.6.) schnell an:
6.50 Uhr – 30°C                  9.30 Uhr – 32°C                  10.30 Uhr –38°C
13.00 Uhr – 42°C
Wir bewunderten die Formen und Farben des Gesteins und den interessanten Kontrast zum saftigen Grün, gingen einige kleine Trails und beobachteten verschiedene Tiere, z.B. die Gabelantilopen. Die Jungen sprangen von einem Fels zum nächsten und andere standen in einer Felsnische im Schatten. 😀

Nicht weit von der Mauer der Badlands liegt der kleine Ort „Wall“. Um sein Geschäft anzukurbeln bot der Besitzer des Drugstores (1930) seinen Kunden kostenloses Eiswasser an.❄️💧 Immer mehr Leute kamen vorbei ­– das Geschäft boomte. 💰Inzwischen stehen dort unzählige kleine Läden, die ineinander über gehen, alles im Westernstil. Bei 42°C ließen wir uns das Eiswasser schmecken, tranken einen Kaffee für 5c ☕️ und aßen unseren ersten Donut 🍩 in den USA. Es sollte nicht der letzte sein. Die Sitte, den Gästen Eiswasser im Lokal zu kredenzen, hat sich übrigens weit über die Grenzen Walls ausgedehnt. 😀

Weiter ging es auf der Interstate 90 in Richtung Osten – Chicago wartete schon auf uns. Unsere Rast mit einem Überblick auf den Missouri River und einem Picknick im Schatten war eine Wohltat! 😃

Zwei Tage verbrachten wir dann auf einem unserer „geliebten“ Passport America Plätzen in Plankinton, nutzten Strom, Laundry und Wifi und zahlten 50%. 😊Werner unterhielt sich lange mit einem Schweizer Camper. Es war der Besitzer von Road Bear – auch Lore und Heinz hatten sich bei Road Bear einen RV ausgeliehen. Der Campground ist ein Durchgangsplatz und am nächsten Morgen war er fast leer, füllte sich aber im Laufe des Tages wieder. 😎

Eine Familie mit drei Töchtern war elf Monate im RV unterwegs. Nun hörten wir das erstemal den Begriff „Roadschooling“. Die älteste (18 Jahre) hat noch nie eine öffentliche Schule besucht…🤔

Das Bild, das ich beim Lesen des Romans „Born in South Dakota“ von diesem Staat bekommen hatte, spiegelte sich im Gespräch mit der bodenständigen Campground-Besitzerin wider: Vor 10-15 Jahren kauften viele Kalifornier hier günstig Land oder Häuser und blieben „Stranger“. Inzwischen sind sie alle wieder weg, berichtete sie…

Der Weg führte uns nun über Sioux Falls nach Austin/Minnesota, denn wir mussten ein Dokument ausdrucken. Was zu Hause kein Problem ist – es sei denn die Druckerpatrone ist mal wieder leer – ist auf Reisen schon eine Herausforderung! 😉 Staples war in Sioux Falls nicht zu finden und in Austin wurde der Laden auch geschlossen. Das ist bitter und zeigt die Entwicklung in dieser Gegend!
Doch mit der Hilfsbereitschaft einiger Austiner kamen wir zum Ziel – alles für umsonst! 😊 Wir stärkten uns mit einem Hamburger, den wir mit einem Löffel essen mussten – wieder eine neue Erfahrung!
Neugierig machte uns das SPAM-Museum. Was verbirgt sich hinter dem Namen „SPAM“? Es ist eine Art Frühstücksfleisch, in Dosen verpackt. Die Entwicklung der Firma konnten wir in diesem Museum verfolgen, alles nett gemacht, sogar eine Spielküche für Kinder war dabei. In Kriegszeiten spielte die Firma zur Versorgung der Soldaten eine große Rolle. Klar, dass die Marke SPAM total vermarktet wird – T-Shirts Bleistifte, Becher etc. 💵…
Wir beließen es bei einer Dose SPAM, die es übrigens in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt. Ob sie uns schmecken wird? Noch haben wir sie nicht geöffnet…

Die Fahrt durch den Süden Minnesotas erinnerte uns übrigens sehr an Schleswig-Holstein, insbesondere Fehmarn: Flaches Land, Windräder und Getreideanbau. 😀
Immer wieder sahen wir Rinder, die in Wasserstellen standen und sich abkühlten. Leider gab es auf der Autobahn keine Möglichkeit zu parken, um dieses Bild professionell festzuhalten. 📷

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*