Vom Capitol Reef zum Zion National Park

Der Campground mit der herrlichen Aussicht lag am Lake Powell, aber wo war er, der See? War es Wasser, was wir in der Ferne sahen? Als wir am nächsten Tag den Colorado River überquerten, verglichen wir den Blick auf den Fluss mit einem Foto aus dem Reiseführer (2008). Der Wasserstand war extrem gesunken…😳

Die nun folgende Fahrt durch den Glen Canyon mit seinen gelben Felsen war ein Vergnügen. 😀In Hanksville füllten wir den Tank auf und stärkten uns im Schatten. Der Wind hatte noch nicht nachgelassen, so dass wir überall den Sand zu spüren bekamen.
Die Fahrt in Richtung Capitol Reef National Park führte direkt am Fluss entlang und wir sahen nun einen schönen Picknickplatz nach dem anderen. C`est la vie!
Wunderschöne Sandsteinformationen in vielen Farben ließen wir hinter uns, als wir im Capitol Reef NP ankamen.

Da der Campingplatz belegt war, blieben wir nur einen halben Tag in diesem Park und erhielten dabei einen kleinen Einblick in seine Besonderheit: Eine gigantische, gekrümmte Falte in der Erdkruste erstreckt sich über 160 km im Park und wird „Waterpocket Fold“ genannt. Bunte Klippen, Kuppeln und verschlungene Canyons sind zu sehen und der rasch fließende Fremont River, der sich einen Weg durch die Felsen gebahnt hat. Wir fuhren den Scenic Drive und machten am idyllisch gelegenen Campground Halt. Hier in Fruita siedelten die Mormonen und legten erfolgreich Obstgärten an, ein kleines Paradies! 😀

Kurz hinter dem Park konnten wir auf BLM-Land frei übernachten, brutzelten ein leckeres Essen und wärmten uns noch lange am Feuer. 🔥
Auch am nächsten Morgen war es noch relativ kalt, aber wir frühstückten gemeinsam draußen und klönten lange. Der Scenic Byway führte uns durch den Dixie National Forest bis zu einer Höhe von 9200 ft. Schneereste am Straßenrand und ein kalter Wind waren unsere Begleiter. ❄️🌬Birkenwälder und Nadelbäume waren eine willkommene Abwechslung. 🌳🌲

In Boulder schauten wir uns den Anasazi Indian Village State Park an und erfuhren wieder ein wenig mehr über die Vorfahren, die hier gelebt haben. Am Imbiss nahmen wir eine kleine Stärkung unter Obstbäumen ein – ganz idyllisch! 😊

Die nun folgende „Narrow winding road“ mit 14% Steigung erlaubte uns wunderbare Blicke in den Canyon und in die Ferne. Wir fuhren durch das Grand Staircase – Escalante National Monument, sahen grüne Wiesen, die gesprengt wurden, und farbige Sandsteinfelsen. Oft hielten wir an, um die Eindrücke mit der Kamera festzuhalten. 📷 Auf einer Infotafel lasen wir eine Geschichte, die uns schmunzeln ließ: Cream Cellar Route wurde die State Road 12 früher genannt. Auf dieser Straße wurde Sahne transportiert und auf der Strecke im Keller zwischengelagert. Im Sommer wurde die Sahne manchmal sauer, die Deckel der Gefäße gingen hoch und schon landete die saure Sahne auf der Straße. 😉

Am Abend waren wir froh, dass im Kodachrome State Park gerade zwei Plätze frei geworden waren, wie für uns geschaffen! Sie lagen zwar nicht nebeneinander, aber kein Weg war uns zu weit. 😉Wir kochten, aßen und saßen gemeinsam gemütlich am Lagerfeuer. 🔥

Auch wenn der Kodachrome State Park sehenswert war, ging es am nächsten Morgen weiter zum Bryce Canyon National Park, von dem wir schon so viel gehört hatten. Da wir recht früh ankamen, waren noch Plätze auf dem Campground frei, wunderbar! Mit dem Shuttlebus fuhren wir von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und sahen märchenhafte Figuren. 😀
Die Erosionskräfte werden hier besonders deutlich. Das Wasser gefriert in den Spalten, dehnt sich aus und sprengt die Felsen – und das 200-mal im Jahr. Der Abfluss der heftigen Gewitter im Sommer nagt am weichen Kalk und spült durch die Rinnen. Auch die Schwerkraft trägt ihren Teil zur Erosion bei…
Eine Rangerin hielt einen lebendigen Geologievortrag und erklärte ihrem Publikum alles sehr anschaulich. Da musste der Funke überspringen‼️ Wenn das Wetter nur nicht so schnell umschlagen würde! Es regnete und schneite und ein kalter Wind wehte – Werners Hut in den Canyon. 🎩Schade! Während Lore und Heinz den Rim Trail weiter wanderten wagten wir uns ein Stück in den Canyon hinein; denn die Sonne lugte wieder hervor. Es war ein besonderes Erlebnis im Queen´s Garden herumzuwandern. 😉 Ganz andere Felsgebilde kamen weiter unten im Canyon zum Vorschein und wir konnten uns kaum trennen. 😇
Aber die gemeinsamen Abende waren nicht weniger spannend.  😉 Nach einem leckeren Essen im Wohnmobil unterhielt Heinz die Damen beim Abwasch. Nach getaner Arbeit spielten wir Qwirkle und hatten viel Spaß dabei.

Am Morgen zeigte das Thermometer 11°C im Wohnmobil an, also musste es nachts gefroren haben. In diesen Höhenlagen ist Ende Mai noch alles möglich. Wir trotzten jedoch der Kälte und frühstückten draußen in der Sonne. ☀️
Zum Abschluss fuhren wir den Scenic Drive bis zum Rainbow Point (9115 ft), hielten oft an und entdeckten jedes Mal etwas Anderes. Ganz schön kalt war es hier oben!!!

Unser letztes gemeinsames Ziel war der Zion National Park, den wir nun ansteuerten. Die Fahrt ging durch ein fruchtbares Tal – Bäume, Wiesen und Pferde, Sandsteingebirge mit Bäumen bewachsen! In Orderville entdeckten wir einen deutschen Bäcker, der gerade noch geöffnet hatte. 🇩🇪 Welches Brot sollten wir kaufen? Die Entscheidung fiel schwer…

Nicht viel später kamen wir an unserem Übernachtungsplatz (BLM) an. Ein wunderschöner Platz am Bach mit einem alten Baum, einer Feuerstelle, Sand und Gras, einfach traumhaft! Wir sangen am Feuerund genossen den Abend. 🎤

Da wir in diesen Tagen viel vorhatten, standen wir rechtzeitig auf und waren schon früh auf der Straße – dachten wir. Kein Parkplatz war am Canyon Overlook frei, schade! 😬 Durch zwei Tunnel mussten wir fahren, um in den National Park zu gelangen. Mit unserem „kleinen“ Wohnmobil konnten wir den Tunnel frei passieren, während Lore und Heinz zwar hindurchfahren durften, aber escortiert werden mussten. Sie zahlten ihren Obulus und schon wurde der Gegenverkehr gesperrt, was auch für uns von Nutzen war. 😉

Ein langes Wochenende in Amerika und wir sind dabei! Klar, dass wir in dieser Zeit im National Park keinen Campgound erhielten, aber zumindest einen der wenigen freien Parkplätze am Visitor Center. 😉 Mit der Regenjacke und deutschen Teilchen im Rucksack fuhren wir mit dem Shuttlebus von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt, gingen mehrere Trails und ließen uns den Kuchen am Virgin River schmecken. 🍩
Die Wege waren so voll wie an einem Pfingstwochenende in Deutschland. Eine größere asiatische Gruppe machte eine geführte Tour zu den „Narrows“ und musste durch den kalten Fluss (Strömung!) waten. Es war spannend ihnen zuzusehen, aber wir konnten locker auf diesen Trip verzichten, zumal es immer wieder regnete. ☔️

Einen Vorteil hatte das schlechte Wetter jedoch: Es wurden Plätze auf dem Campground frei, wunderbar!!! Das Nachfragen hatte sich gelohnt! Der Platz lag am Fluss, die Felsen leuchteten in der Abendsonne und wir verbrachten den letzten gemeinsamen Abend am Lagerfeuer. 🔥 Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns nach dem Frühstück. Lore und Heinz zog es nach Las Vegas und wir wollten den Arches National Park besuchen.
Es war eine schöne, erlebnisreiche Zeit!😀😀😀

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