Auf dem Pacific Coast Hwy Richtung Norden

In den nächsten zehn Tagen fuhren wir fast 1000 Meilen auf der Küstenstraße bis Lincoln City/OR, eine kurvenreiche Strecke mit traumhaften Ausblicken. 🙂 🙂 🙂

In Sausalito verpassten wir die Küstenstraße, was wir aber erst später merkten, und kamen abends in Olema an. Von hier aus war es nicht weit bis zum Point Reyes National Seashore. Dort erwartete uns ein ganz besonderes Erlebnis, worauf Dietmar (Geologe) uns aufmerksam gemacht hatte. Hier befindet sich der San Andreas Fault, wo die Pazifische Platte und die Nordamerikanische Platte aufeinander treffen. Die Pazifische Platte bewegt sich 2-5cm pro Jahr in Richtung Norden und kann jederzeit mit der Nordamerikanischen Platte zusammenstoßen und ein Erdbeben auslösen, wie es 1906 in San Francisco geschah. 😳 Auf dem „Earthquake Trail“ erhielten wir viele Informationen und schauten uns den versetzt stehenden Zaun an, der die Erdverschiebung so richtig deutlich macht. Immer wieder wurden wir in den nächsten Tagen an die Erdbeben- und Tsunamigefahr erinnert. 🤔

Die Fahrt in Richtung Bodega Bay führte an Hügeln und Wiesen vorbei, auf denen Schafe, Kühe, Schweine und Pferde weiden. In Marshall sahen wir Pfahlhäuser und ein Insider Lokal – schick gekleidete Leute ließen sich hier das Essen schmecken. 😉

In dem kleinen Ort Bodega ging Werner plötzlich auf die Bremse – etwas Besonderes lag in der Luft. An der strahlend weißen Kirche ⛪️ wurde das Geheimnis gelüftet – hier wurde eine Szene aus Hitchcocks Film „Die Vögel“ gedreht. 📽 Die Schule, aus der die Kinder vor den Vögeln flüchteten, ist heute im privaten Besitz. In einem kleinen Laden mit Museum und Café konnten wir Fotos und einzelne Requisiten bestaunen. 🎬 Stolz erzählte uns der Besitzer, dass die über 80- jährige Hauptdarstellerin jedes Jahr bei ihm vorbeischaut.

Die Küstenstraße ging nun weiter bergauf und erlaubte uns atemberaubende Blicke auf den Ozean. 🌊 Am Nachmittag stellte sich jeden Tag die Frage, wo wir unser Nachtlager aufschlagen werden. Dieses Mal war es ein Campground in Stillwater Cove – ein Lagerfeuer, lesen, kochen und den Abend genießen! ⛺️ Die Fahrt an der Steilküste bot uns immer wieder tolle Ausblicke auf Felsen, die teilweise wie Zähne aus dem Wasser ragten.   😉 Gut, dass es so viele Haltebuchten gab! Bei dem starken Wind 🌬stellte Werner das Wohnmobil in den Windschatten und ich setzte meine Mütze auf. 😉 Kurz hinter Mendocino konnten wir auf einem State Beach übernachten, was uns besonders gut gefiel. 🌊

Die Strecke gen Norden (nun Hwy 101) zeigte sich kurvig – es ging bergauf und bergab. 🎢Viel Platz zum Ausweichen blieb nicht, denn steile Abhänge säumten die Straße. Volle Konzentration war auch nach 23000 km angesagt! 🚙 In Fortuna statteten wir Rita und Dietmar einen Besuch ab 🙂 , picknickten, klönten und fuhren weiter in Richtung Redwood National Park. Regen und Nebel stellten sich ein. 🌧 🌫

Ostersonntag – Nebel steigt aus dem Wald empor – ein tolles Bild! 🙂 Nach unserem leckeren Osterfrühstück lernten wir ein junges Paar, Melissa und Ethan aus Nörtlingen kennen. Sie waren als Hitchhiker unterwegs, was die Ranger ihnen im Park untersagten. Ihre Bitte, sie abends bis Crescent City mitzunehmen schlugen wir ihnen nicht ab. So kam es, dass wir den Tag zusammen verbrachten. 😀

Beeindruckende Baumriesen, die bis zu 120 m hoch und 2000 Jahre alt werden können, vermitteln einen Hauch von Ewigkeit. Feuer und Insekten können diesen Bäumen nichts anhaben, aber das Redwood-Fieber, das im 19. Jahrhundert ausbrach, ließ große Teile des Waldes verschwinden.😳  Die Holzindustrie boomte, bis 1918 die ersten Schritte zur Rettung der Redwoods eingeleitet wurden. 👍 Zwei Trails gingen wir an diesem Tag durch den riesigen Wald. Unser zweiter Weg führte uns zum Meer und war ziemlich anstrengend, denn es ging 2,6 km nur bergab – keine Redwoods mehr zu sehen – und 2,6 km wieder bergauf! 😁 Es wunderte uns nicht, dass Melissa und Ethan vor uns am Wohnmobil ankamen. 😉 In Crescent City verabschiedeten wir uns von den Beiden und machten uns wieder auf den Weg.

In Oregon ging die Fahrt auf dem Hwy 101 meist durch den Wald und wir hielten mehrmals an, um einen Blick auf den Ozean zu werfen. Aber diesen mussten wir uns erst erarbeiten, wobei die Wege durch den Wald teilweise steil bergab gingen. Bei Brookings ragen viele Felsen aus dem türkisfarbenen Meer hervor, die durch Wind und Wellen geformt wurden. 🌊 🌬 Ein Zaun ist zum Schutz an dieser Steilküste aufgestellt, was Werner nicht davon abhielt, hinüber zu klettern um den optimalen Ausschnitt für sein Foto erhalten. Ich bin jedes Mal froh, wenn er wieder einige Meter vom Abgrund entfernt steht…😄

Nach der Kälte an der Küste war unser Aufenthalt in Coos Bay bei 21° C eine Wohltat. ☀️Infotafeln gaben uns Auskunft über die Holzwirtschaft und die Bedeutung des Hafens in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Aus einem kleinen Fischlokal stieg uns ein derart guter Duft in die Nase, dass wir uns eine Portion „Fish & Chips“ gönnten. 🍟

Eine ausgiebige Wanderung unternahmen wir in den „Oregon Dunes“. Durch Wald und Dünen kamen wir an einen endlosen Strand, an dem wieder eine Schutzzone für den Snowy Plover eingerichtet worden war. 🐣 Neu für uns war, dass Gräser, die in früheren Jahren zur Befestigung des Sandes gepflanzt wurden, den Lebensraum der Vögel zerstören. So wird heute mit allen Mitteln versucht, das Gras zurückzudrängen.
In Florence stand ein flotter Oldtimer am Straßenrand und Werner fotografierte die beeindruckende Brücke aus verschiedenen Blickwinkeln. 📷
An der Küste wurden wir immer wieder auf die Tsunamigefahr hingewiesen. Nur 32 – 70 Meilen von der Küste entfernt verläuft die „Cascadia Subduction Zone“. Die Juan de Fuca Platte schiebt sich langsam unter die Nordamerikanische Platte und kann ein Erdbeben auslösen mit einem Tsunami in Folge. 🌊🌊🌊 Neben den vielen Informationstafeln sahen wir auch witzige T-Shirts oder Schilder mit Verhaltensregeln, z.B. „Run Like Hell!“ 😉

Kurz vor Sonnenuntergang lieferte die Natur uns noch ein besonderes Schauspiel. Das Meer peitschte in dieser Bucht mit voller Wucht gegen die Felsen. Im Laufe der Zeit waren Hohlräume und Gänge in den Felsen entstanden und das Wasser spritzte zum Teil wie ein Geysir hoch in die Luft. Der Anblick war so faszinierend, dass es uns schwer fiel, diesen Ort zu verlassen… 🙂

Kurz vor Newport übernachteten wir am 31.3. im South Beach State Park ein letztes Mal an der Küste. Am nächsten Tag schauten wir uns auf der Strecke nach Lincoln City den Leuchtturm auf Yaquina Head an und staunten über die große Anzahl von Seevögeln auf einem nahe gelegenen Felsen im Wasser. Sie waren nicht zu überhören. 😉 Vergeblich hielt ich seit Tagen Ausschau nach Walen, die in dieser Zeit in den Norden ziehen. Ich hatte kein Glück, schade! 😁

Die Küstenstrecke zeigte sich noch einmal von ihrer schönsten Seite, bevor wir sie in Richtung Portland mit einem Stopp am Casino in Grand Ronde verließen.
Die raue urwüchsige Küste Oregons hat uns besonders gut gefallen.

2 Gedanken zu „Auf dem Pacific Coast Hwy Richtung Norden

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